Methoden der Manipulation

 

Ich habe meine Kommentare zu diesem Buch in ROTER SCHRIFT geschrieben. Olaf Dorrn
Vorwort

Vorwort zur aktuellen Veröffentlichung

Einleitung

Wer sind die Mächtigen?

Methoden und Prinzipien

Unterschiedliche Stufen bei der Manipulation

Das Prinzip "Reagieren statt autonom handeln"

Das Geheimhaltungsprinzip

Das Chaos-Prinzip

Das Trägheits-Prinzip

Das Fallen-Prinzip

Wie man Meinung macht

Das Wirtschaftlichkeits- und Sparsamkeitsprinzip

Kostenlose Helfer

Manipulation über das Unterbewußtsein

Sprachliche Tricks

Das Prinzip "Du brauchst unsere Hilfe"

Das Prinzip "Du bist schuld"

Prinzip der scheinbaren Unabhängigkeiten

Manipulation von Kindern

Bestechungen und verdeckte Zahlungen

Bestärkung und Behinderung

Wo ist der Mensch verletzlich?

Beispiele für Bestärkungen und Behinderungen

Prinzip der künstlichen Alterung

Man soll die Mächtigen lieben

Unsere unbewußten Ziele

Schwächen, Denkfallen und Blockaden

Reduzierung der Wahrnehmung und Erwartung der Gleichartigkeit

Reduzierung auf Ursache und Wirkung

Gibt es immer nur ein Gegenteil?

Die Folgen der Erziehung (Ziel: funktionieren statt handeln)

Du bist unfähig!

Handeln für Belohnung

Der Glaube, daß Strafe normal sei

Man kann den eigenen Erfahrungen nicht trauen

Unterdrückung normaler Eigenschaften und Bedürfnisse

Reduzierung der Wahrnehmung (Der kulturelle Filter)

Unterdrückung der Eigeninitiative

Begrenzung der Kreativität

Der Glaube, daß die Mehrheit recht hat

Weinen ist unerwünscht

Unterdrückung der Sexualität

Die Akzeptanz widersprüchlicher Wahrheiten

Gründe für unser Handeln

Vernunft

Der freie Wille

Moralische Werte

Der Unterschied zwischen moralischen Werten und Sitten

Gibt es schlechte moralische Werte?

Eingeschränkte moralische Werte

Moralische Werte als Filter, der Handlungen ausschließt

Moralische Werte als Ursache für Handlungen

Beispiele für falsche moralische Werte

Sitten und Brauchtum

Warum gibt es Sitten?

Können wir unsere Sitten eigentlich wahrnehmen?

Sind Sitten manipulierbar?

Pflichten und Zwänge

Die Theorie vom egoistischen Gen

Streben nach Sicherheit

Streben nach Glück

Streben nach Anerkennung

Sucht

Ängste

Gesetze

Die Ziele der Mächtigen

Durch fremde Arbeit wird man reich

Wie hält man Menschen in Abhängigkeit?

Arten der Abhängigkeit

Recht und Gesetz

Rechtsunsicherheit

Untergrabung der Demokratie

Entwurzelung aus der Sippe

Der Trick mit dem Geld

Wie hält man Menschen in Unwissenheit?

Die katholische Kirche als perfektes Beispiel

Weitere Beispiele

Warum der Kunde Produkte nicht vergleichen und beurteilen kann

Wie schwächt man die Bürger eines Staates?

Wie ändert man das Normalitätsempfinden?

Die drei Stufen der Anpassung

Grundrechte und Gesetze, die es nicht gibt

Beispiele für ein verzerrtes Normalitätsempfinden

Wie schafft man den gläsernen Bürger / Wähler / Kunden?

Wie zerstört man autarke Strukturen

Wie hält man Menschen im geistigen Dämmerzustand?

Kriterien für "volles Bewußtsein"

Überforderung und Reizverarmung

Drogen

Sucht und Begierde

Überlastung und Erschöpfung

Hintergrundmusik, Schall, Geruch und Beleuchtung

Indirekte, gefilterte Erfahrung und Wahrnehmung

Wie schafft man Konflikte

Wie löst man Menschen aus ihrer moralischen Verankerung

Wie bricht man den Willen der Menschen?

Harmlose Rituale

Körperhaltungen gegen die Selbstsicherheit

Gleichschritt und Uniform

Gegenmaßnahmen

Lüge und Wahrheit

Wie findet man die Wahrheit?

Grenzen der Erkenntnis

Kriterien für Wahrheit

Probleme auf der Suche nach der Wahrheit

Hilfen auf der Suche nach der Wahrheit

Bibel, Kirche und Christentum

Historische Fakten zum Christentum

Fälschungen und Übersetzungsfehler in der Bibel

Widersprüche in der Bibel

Der Ursprung der christlichen Inhalte, Feste und Bräuche

Was sagt die Bibel über

Was muß man über Mythen wissen?

Kindergärten, Krankenhäuser und Brot für die dritte Welt

Wo bleibt die Liebe?

Geschichte

Gesundheit

Macht

Ideologien

Allerlei Ideologien mit prinzipiellen Fehlern

Extremisten und Radikale

Wirtschaft

Wofür arbeiten wir?

Versteckte Zinsen

Das Märchen vom Wachstum

Die große Verschwendung

Rationalisierung

Die Mangelnde Entkopplung der Weltwirtschaft

Der Welthandel schafft auch bei uns Armut

Das Prinzip des knappen Wirtschaftens

Reichtum für alle?

Zitate

 

 

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Methoden der Manipulation

1. Vorwort

Es begann schon in meiner Kindheit, kurz nach der Einschulung, im Religionsunterricht. Da erzählte uns die Lehrerin die Geschichte von Noah, wie er in seiner Arche von jeder Art zwei Tiere mitnahm und daß alle anderen Lebewesen bei dieser Flut umgekommen seien. Nun hatte ich durch viele Tiersendungen so in etwa einen Eindruck, wie viele Tierarten es gibt. Die Geschichte von Noah war daher absolut unrealistisch. Sie erzählte uns weiterhin die Geschichte von Adam und Eva, doch sie erzählte uns nicht, vor welchen Menschen Kain eigentlich Angst haben konnte, daß sie ihn erschlagen könnten und wen er eigentlich zur Frau nahm. Wo kamen diese anderen Menschen her? Auch diese Geschichte war unhaltbar. Es war somit offensichtlich, daß nicht alles stimmte, was ich beigebracht bekam. Doch warum waren für andere Menschen diese Widersprüche nicht sichtbar? Mir blieb jedenfalls nichts anderes übrig, als mir meine eigenen Gedanken zu diesem Thema (Noah, Adam und Kirche) zu machen. Ich wußte nur wenig über Religion, und das Wenige war Unfug.

Je mehr ich die Zusammenhänge verstand und je mehr mein Bewußtsein sich entwickelte, um so absurder erschien mir Religion, Moral, Gesetz, Wirtschaftsordnung und vieles mehr. Gelegentlich aber ertappte ich mich selbst dabei, wie ich gegen meine eigenen Bedürfnisse handelte, falschen Idealen anhing und das Verhalten anderer Menschen kopierte. Je mehr ich meine eigenen Ziele und Werte entwickelte, um so mehr spürte ich, wie sehr meine Handlungen und Entscheidungen bislang durch andere fremdbestimmt waren. Um mich von dieser Fremdbestimmung zu befreien, untersuchte ich die Methoden dieser Manipulation.
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1.1 Vorwort zur aktuellen Veröffentlichung

Inzwischen sind seit der Fertigstellung des Manuskripts mehrere Jahre vergangen. Mittlerweile hatte ich es mehrfach weitergegeben und es kursierten unterschiedliche Varianten im Internet. Eigentlich hatte ich das Buch ursprünglich primär nur für mich selbst geschrieben und nie eine richtige, offizielle Veröffentlichung geplant. Es war so etwas wie mein ganz persönlicher Befreiungsschlag gegen die eigene Fremdbeeinflussung. So hatte ich auch nie aktiv einen Verlag gesucht. Als ich jetzt trotzdem von „Kunst, Lyrik & Anarchie“ angesprochen wurde, was ich von einer Veröffentlichung in Papierform hielte, las ich nun mein Werk selbst noch einmal durch und war eigentlich überrascht, wie viel Wut ich im Nachhinein darin spürte – eine Wut auf all jene, auf deren Manipulationen ich vorher selbst reingefallen war. Aber diese Wut war sicher auch notwendig und wichtig, um diesen geistigen Befreiungsschlag überhaupt möglich zu machen.

Aus der heutigen Perspektive rückwirkend betrachtet war dieses Buch für meine eigene persönlichen Entwicklung ein ganz wichtiger Schritt. Mit dem Schreiben analysierte ich gleichzeitig mein eigenes Verhalten und hinterfragte meine eigenen Handlungsweisen. Das Bewußtwerden und Abstreifen fremdbestimmter Ideale und Ziele bewirkte damit bei mir auch Selbsterkenntnis und Selbstfindung.  Das ist die Frage. In einer Zeit, wo die Eliten das Nationalitätsgefühl vertreiben wollen (Globalisierung), kommen viele Menschen auf die Idee, sich wieder um die Selbsterkenntnis zu kümmern. Aber das sieht wieder so nach indischem Einfluß aus. Tatsache ist leider, daß die Eliten kein Nationalitätsgefühl mehr haben. Das ist bei denen ganz sekundär oder tertiär.

Auch wenn ich heute in Nachhinein manche Dinge inzwischen gelassener sehe, denke ich, daß dieses Buch auch anderen bei diesem Weg helfen kann – bei einer Befreiung von der Fremdbestimmung und beim Aufspüren der eigenen Ziele. Daher freut es mich, daß schließlich aus dem Manuskript doch noch ein richtiges Buch wurde und daß diese Gedanken auf diese Weise andere Menschen erreichen können. Ich bin gespannt, ob der Autor hier FREMDBESTIMMUNG die psychischen Muster meint, an die man glaubt, also auch an GLAUBENSSÄTZE.
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2. Einleitung

Manipulation ist völlig normal, es gab sie immer und es wird sie immer geben. Immer dann, wenn eine Person versucht ihre Interessen durchzusetzen, wird sie selbstverständlich alle zur Verfügung stehenden Mittel anwenden. Schon ein Kind versucht durch Trotz und Heulen seine Eltern so zu beeinflussen, daß diese das gewünschte Verhalten zeigen. Gegen Manipulation ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, solange alle mit gleichen oder ähnlich effektiven Mitteln vorgehen. Die Durchschnittstricks der Normalbürger können auch in der Familie oder am Arbeitsplatz nur einen begrenzten Schaden anrichten, weil die Wirkung dieser Tricks sich fast aufhebt, da jeder Manipulierte mit gleicher Stärke wiederum versucht, seine Interessen trickreich durchzusetzen.

Nun ist es aber leider so, daß es auch hier Amateure und Profis gibt. Der Normalbürger hat oftmals weder das Wissen noch die finanziellen Möglichkeiten, die Durchsetzung seiner Interessen im großen Stil zu planen. Einflußreiche Gruppen haben hingegen sehr wohl das Geld, sich sowohl die Profi-Manipulierer zu leisten als auch die erarbeiteten Pläne zur Manipulation in die Tat umzusetzen. Hier ist die Gleichheit der Mittel nicht mehr gegeben. Die Amateure sind den Profis hoffnungslos unterlegen und letztere nutzen diesen Zustand schamlos aus. Das stimmt nur für die Amateure, deren Subjektivität unterentwickelt ist. Alle Manipulationstätigkeiten bzw. –strukturen und –strategien werden von intellektuell geschulten Menschen entwickelt. Diese Leute gehen davon aus, daß die meisten Menschen das Intellektuelle, Objektive akzeptieren. Weil das meistens so ist, funktionieren auch diese Manipulations-techniken. Doch die, die nicht intellektuell entwickeln bzw. intellektuell angepasst sind, da funktioniert es nicht, auch bei denen nicht, wie schon erwähnt, die subjektiv, irrational entwickelt sind, denn mit solchen Menschen können die Manipulierer nichts anfangen, sie verstehen sie einfach nicht.

Wenn ein Normalbürger mit seinem PKW unzufrieden ist, kann dafür möglicherweise ein Profi-Manipulierer verantwortlich sein, der für eine Firma arbeitet, die PKWs produziert. Diese Firma ist daran interessiert, neue PKWs zu verkaufen und ein potentieller Kunde, der mit seinem alten PKW noch voll zufrieden ist, wird sich keinen neuen kaufen. So wird dem Kunden eingeredet, daß er mit seinem alten Auto der Umwelt schadet, daß es unverantwortlich ist, den Beifahrer nicht mit einem Airbag zu schützen, daß sein alter PKW auf Dauer durch Reparaturen und den hohen Benzinverbrauch viel zu teuer ist und vieles andere mehr. Gleichzeitig reden einem die Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln ein, daß es sowieso unverantwortlich sei, mit dem privaten PKW zu fahren und der Supermarkt wirbt mit seinem großen Parkplatz direkt vor der Tür. Kommunalpolitiker sagen ihrem Volk, daß es bei der Fahrt zur Arbeit doch die S-Bahn statt des PKWs verwenden soll und planen gleichzeitig Industriegebiete ohne jeden Anschluß an irgendein öffentliches Verkehrsmittel. Genau so ist es. Und was macht der unzufriedene Normalbürger mit seinem PKW? Er hat einen Zielkonflikt, aber das ist schließlich sein Problem und als mündiger Bürger darf er selbst entscheiden. Was bleibt, ist die Unzufriedenheit mit seinem alten PKW. Kaum einer macht sich Gedanken darüber, warum er eigentlich unzufrieden ist, wer ihn unzufrieden macht und wer daran ein Interesse hat, ihn unzufrieden zu machen.

Und genau hier ist mein Ansatzpunkt. Für den Manipulierenden ist es sehr wichtig, daß möglichst wenige Menschen die Manipulation als solche erkennen. Ich versuche in diesem Buch alle die Methoden der Manipulation darzustellen, die mir im Laufe der Zeit aufgefallen sind. Es geht mir dabei nicht darum, einzelne Personen, Parteien, Firmen, Konzerne, Kirchen, Sekten, Interessenverbände und andere einflußreiche Gruppen zu attackieren und aktuelle, konkrete Manipulationen aufzudecken. Mir ist es wichtig die Methoden zu erarbeiten, die immer wieder angewendet werden und angewendet werden könnten. Dieses Vorgehen hat mehrere Gründe:

Die Methode einer Manipulation ist grundsätzlich wertneutral. Sie kann guten wie auch schlechten Zielen dienen. Wenn ich eine Methode der Manipulation darstelle, hat das nichts mit meiner Meinung gegenüber der Zielsetzung des Manipulierenden zu tun. Doch was ist überhaupt ein gutes oder ein schlechtes Ziel? Ich bin der festen Überzeugung, daß das größte Unheil auf der Erde immer von Menschen angerichtet wurde, die ihr Vorgehen und ihre Ziele für gut hielten. Das ist ein Glaubenssatz, der die dualistische, primitivste Wertung von GUT und BÖSE trägt, wo die meisten Menschen drauf reinfallen. Träger und Verursacher dieses Glaubenssatzes von Gut und Böse ist in den letzten 2000 Jahren die Katholiche Kirche gewesen. Sie entwickelte die ersten, gewollten, konzipierten Methoden der Manipulation, die sie ausschließlich für die gewaltsame Bekehrung der germanischen Stämme verwende und später im 1. und 2. Weltkrieg vor allem als Hetzpropaganda über die polnischen Priester gegen die Deutschen einsetzte. Kaum ein Mensch ist sich bewußt, welche Hetzparolen der Vatikan unter dem Polen Karol Woityla gegen Deutschland aufgebaut wurden. Das liegt auch daran, daß in Europa sich kaum für die polnische Sprache interessiert. Professionelle Manipulation betrachte ich daher auch dann kritisch, wenn sie scheinbar guten Zielen dient. Weiterhin wird jeder Manipulator versuchen, sein Ziel als das einzig gute darzustellen. Mir ist es daher immer angenehmer, wenn jemand seine Gründe und Ziele offenlegt, anstatt daß er versucht, mit Tricks seine Ziele durchzusetzen. Denn ich habe nichts dagegen, mit guten Argumenten überzeugt zu werden. Es stört mich hingegen sehr, wenn ich spüre, das faule Tricks angewendet werden. Es ist daher Ziel dieses Scripts, diese faulen Tricks zu enttarnen.

Im Allgemeinen bezeichnet das Wort "Manipulation" jede Form von Handlung bzw. Behandlung. Wer also seinen Fernseher einschaltet, manipuliert ihn entsprechend dieser allgemeinen Bedeutung des Wortes. Ich gebrauche in diesem Buch das Wort "Manipulation" in der allgemein üblichen, eingeschränkten Wortbedeutung. Demnach ist Manipulation in diesem Buch definiert als trickreiche Beeinflussung einer Person oder einer Gruppe, mit der Zielsetzung der Herbeiführung einer Meinung oder einer Handlung, welche den Zielen des Manipulierenden dient. In dieser Definition sind die wichtigen Punkte bereits erwähnt: Wer manipuliert wen, warum, mit welchen Methoden um was zu erreichen?

Jede einzelne dargestellte Methode erscheint im ersten Moment geradezu primitiv. Die Kunst des Manipulators ist die Kombination der Methoden, so wie ein Komponist aus einfachen Tönen Symphonien zusammensetzt. Das ist kein gutes Beispiel. Ein Komponist arbeitet, wenn er künstlerisch arbeitet und keine Auftragsarbeit hat, subjektiv und emotional. Ihm selbst muß das Stück zuerst gefallen. Er hat nicht die Absicht, daß sein komponiertes Werk alle anderen Menschen überzeugen sollen.
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3. Wer sind die Mächtigen?

Macht wird immer als etwas Relatives empfunden. Der Abteilungsleiter kommt dem Arbeiter mächtig vor, obwohl der Abteilungsleiter wiederum den Vorstand als mächtig empfindet. Jeder wird die auf seiner Stufe verfügbaren Machtinstrumente und Methoden der Manipulation benutzen. Jeder ist somit mehr oder minder mächtig und jeder setzt somit auch seine Macht ein und versucht entsprechend zu manipulieren. Es stimmt nicht, das JEDER seine Macht einsetzt. Eine der Manipulationsinhalte der Industrie und der Politik ist, den Leuten zu suggerieren, daß sie gar keine Macht haben. Diese Technik funktioniert auch, denn viele sagen schon von selbst „Da kann man dagegen nichts machen.“, weil sie glauben, sie hätten keinen Einfluß, keine Kompetenz. Macht sollte hier besser definiert werden. Da die in diesem Buch erarbeiteten Methoden eine gewisse Allgemeingültigkeit haben, gelten sie mit Einschränkungen auch für die kleinen Manipulationen in der Familie oder in der Firma. Da aber diese Manipulationen durch mangelnde Professionalität und mangelnden Umfang nur eine geringe Wirkung zeigen, möchte ich sie in diesem Zusammenhang bewußt ausklammern und mich somit nur auf professionelle Manipulationen beschränken. Hier sollte auch ein Unterschied aufgezeigt werden, wie die Wertigkeiten von MACHT und MANIPULATION liegen. Ein mächtiger Mensch ist der, der eine große Wirkung verursacht. Er muß dabei sich keiner professionellen Manipulationstechnik bedienen. Wenn Alan Greenspan in einem Interview „nebenbei“ erwähnt, daß er glaubt, daß der Zinssatz in der nächsten Woche um 1/3 % angehoben wird, dann hat diese enorme Wirkungen an der amerikanischen und somit auch für die europäischen Börsen. Und man sollte bedenken, daß die physikalisch-biologische Manipulation ein Themengebiet ist, welches von der Allgemeinheit gar nicht wahrgenommen wird, beispielsweise die Manipulationen über ELF-Wellen, oder noch subtiler: über die Musik. Warum läuft denn bei den Amerikanischen und englischen Hits immer so ein strammer Beat?! Diese Art der Manipulation ist mächtiger, als die, die man mit Worten oder Bildern erreichen kann. Da die meisten Menschen physikalisch nicht geschult sind, keinen Oszillographen haben, können sie beispielsweise nicht nachprüfen, wenn über die Handies von Vodafon noch andere Frequenzen ins Ohr, also in den Kopf eindringen, während man telefoniert. Und wer kennt sich schon biologisch mit den Hirnwellen aus, die auf diese Weise manipuliert werden?

Wenn ich daher in diesem Buch von den Mächtigen rede, meine ich die wirklich Mächtigen: Konzerne, Banken, Kirchen, Militär, Parteien, Adel, einzelne Politiker und Industrielle. Dabei bleibt unberücksichtigt, daß diese Mächte wiederum Opfer noch mächtigerer Organisationen und Personen sind. Wegen der Allgemeingültigkeit der Methoden stellt das aber keine Einschränkung dar.
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4. Methoden und Prinzipien

4.1 Unterschiedliche Stufen bei der Manipulation

Manipulation kann in verschiedenen Stufen vorkommen, die sich darin unterscheiden, wie direkt bzw. indirekt der Manipulator auftritt. Die direkte Manipulation hat gegenüber der indirekten einige entscheidende Nachteile:

4.2 Das Prinzip "Reagieren statt autonom handeln"

Zuerst möchte ich die Begriffe klären. Eine Reaktion ist eine Handlung als Folge eines Reizes. Ein solcher Reiz kann von außen über die Sinnesorgane kommen oder von innen durch Hunger, Durst, Sodbrennen, Müdigkeit. Es gibt dabei noch eine wichtige Mischform von Reizen: solche, auf die wir konditioniert werden. Als Beispiel für diese Mischform möchte ich den Anblick einer Radarfalle nennen, die an sich nicht sonderlich bedrohlich wirkt, einem trotzdem einen Schreck einjagen kann. Die Wahrnehmung der Radarfalle ist zwar ein äußerlicher Reiz, da wir sie über unsere Augen wahrnehmen, jedoch der Schrecken kommt erst durch die Verbindung des Anblicks einer Radarfalle mit einer möglichen Strafe. Der angstauslösende Reiz kommt somit vom Gehirn.

Im Gegensatz dazu ist autonomes Handeln nicht die Folge eines Reizes, sondern die Folge einer Überlegung, also nicht fremdbestimmt. Autonomes Handeln ist viel häufiger die Folge einer subjektiven, irrationalen Wahrnehmung als einer Überlegung, die ja Rationalität voraussetzt, die aber bei den wenigsten Menschen entwickelt ist und daher als Ideal des „wahren Menschenseins“ geglaubt wird. Das Hauptproblem bei der Abgrenzung des Begriffs sind dabei die durch Erziehung und Manipulation verankerten Verhaltensweisen. Es ist besser, das Wort VERHALTENSWEISEN durch BEWEGUNGSWEISEN auszutauschen, weil man dann der Wahrheit näher ist. Statt VERHALTENSWEISEN bzw. BEWEGUNGSWEISEN ist es noch besser das Wort GLAUBENSSÄTZE einzuführen, weil dann erkannt wird, daß gerade über diese, eine Bewegung, ein Verhalten im Menschen ein gewünschtes Resultat hervorruft. „Erziehung“ ist nichts anderes als permanente Einfließen von GLAUBENSSÄTZEN. Wir sollen an dieses und jenes glauben, damit wir dann jenes und dieses tun sollen. Das ist für ein Kind und Jugendlichen eine Möglichkeit, sich zu orientieren. Wenn der Mensch dann das Glück haben sollte, einen Freien Willen zu bekommen, dann wird er die Glaubenssätze seiner Erziehung fallen lassen und einen eigenständigen Weg gehen. Aber auch die Vorstellung von einem EIGENSTÄNDIGEN WEG ist in unserer Gesellschaft ein Glaubenssatz und ein GLAUBENS-IDEAL. Wir werden gelobt, wenn uns Menschen sagen, daß wir unseren eigenen Weg gefunden haben. Jeder wünscht sich, selbständig zu sein, unabhängig von anderen, autark. Doch Tatsache ist, daß wir nicht allein auf der Welt leben, sondern unser Dasein noch mit 7 Milliarden anderer Menschen und den Aberbillionen tierischer Lebewesen teilen müssen. Das Thema der GLAUBENSSÄTZE halte ich für außerordentlich hoch. Darüber könnte man selbst Bände schreiben. Weil Werbung auf GLAUBE aufgebaut ist, kann die Manipulation funktionieren. Doch der Grund, warum sie über den Glauben funktioniert liegt in den Machenschaften der Katholischen Kirche, die schon rund 2000 Jahre dafür gesorgt hat – also die Menschen dort hingeführt hat -, zu glauben, nicht zu kontrollieren oder überprüfen, sondern zu glauben und immer wieder zu glauben. So ist die Gewöhnung, daß man an etwas glauben soll, schon im heutigen Menschen angelegt und die Manipulatoren können auf diese katholische Grundlage aufbauen. Im Moment des Handelns liegt zwar kein unmittelbarer Einfluß von außen vor, dennoch kann man dieses Handeln nicht als wirklich autonom bezeichnen. Schon dieses Problem der Abgrenzung macht deutlich, wie selten wirklich autonomes Handeln vorliegt. Aber auch dann, wenn es wirklich autonomes Handeln kaum gibt, so gibt es doch Handlungen, die weniger fremdbestimmt sind, als reine Reaktionen auf diverse Reize. An dieser Stelle ist zu überlegen, warum eine Fremdbestimmung möglich ist. Aus meiner Erfahrung deshalb, weil die meisten Menschen nicht wirklich wissen, was sie wollen. Daher nehmen sie alles Mögliche auf. Eine der Hauptmanipulation ist, die Massen der Menschen in eine Situation zu bringen, wo sie niemals wissen  und auch nicht wissen sollen, was sie eigentlich wirklich wollen. Das finden wir auf der wirtschaftlichen und politischen Eben besonders. Ein weiteres Problem der Abgrenzung ist die Tatsache, daß kaum einer in der Lage ist, anerzogene Werte, Bedürfnisse und Verhaltensweisen von seinen eigenen zu unterscheiden. Vieles, was man für seine eigene Meinung hält, ist fremdbestimmt. Das sehe ich auch so. Und wenn man sich mal die Mühe macht und auch den Mut dazu hat, zu hinterfragen, was eigentlich nicht an einem fremdbestimmt ist, dann wird man einsehen müssen, wenn man ehrlich genug zu sich selbst ist, daß vielleicht rund 99% aller Verhaltens- und Denkweisen fremdbestimmt sind. Im Kapitel "Wie man Meinung macht" wird intensiver auf dieses Thema eingegangen.

Für den Manipulator hat autonomes Handeln der Opfer gegenüber Reaktionen einen entscheidenden Nachteil: Autonomes Handeln ist nicht vorhersagbar. Reaktionen sind hingegen sehr wohl vorhersagbar. Stimmt. Wenn man jemand anspricht, wird dieser einen daraufhin wahrscheinlich anblicken. Es ist unwahrscheinlich, daß der Angesprochene wegläuft, gähnt oder anfängt zu jodeln. Der äußere Reiz, angesprochen zu werden, hat die vorhersagbare Folge, daß einem etwas Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wenn der Manipulator nun keine weiteren Reize parat hat, so wird sich der Angesprochene wieder seinen eigenen Zielen widmen. Was muß der Manipulator also tun? Er muß sein Opfer so heftig mit Reizen überhäufen, daß dieses ständig reagiert. Würde er nachlassen, so würde sein Opfer wieder seine eigenen Ziele verfolgen. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der pausenlos redende Vertreter an der Haustür. Sofern der Manipulator ein guter Rhetoriker ist, kann er das Opfer durch das Gespräch führen. Ein anderes Beispiel ist die pausenlos auf ihr Kind einredende Mutter – und dies die ganze Kindheit hindurch!

Die Reizüberflutung in der Fernsehwerbung hat das gleiche Ziel. Der Zuschauer wird mit so vielen Reizen überlastet, daß er nur noch reagieren kann. Solange er nur reagiert, kann sein Verhalten gesteuert werden. Richtig.

Und nun kommt der wichtigste Punkt: Für den Manipulator ist jede Form der Reizüberflutung seines Opfers nützlich. Es spielt dabei keine Rolle, ob nun alle Reize unmittelbar seinen Zielen dienen oder nicht. Wirklich wichtig ist für ihn nur, daß das Opfer nicht zum autonomen Handeln zurückkehrt. Daher soll das Opfer möglichst ständig beschäftigt sein. Durch unterschiedliche Aktivitäten kommt das Opfer nicht zur Ruhe:

Die Römer hatten den Begriff "Brot und Spiele". Die Bedeutung ist: Das Volk ist dann ruhig, wenn die elementaren Bedürfnisse gestillt sind (Brot) und es beschäftigt ist (Spiele). Der Unterschied zwischen Roms Zeiten und heute liegt darin, daß der Römer immer noch besinnliche Möglichkeiten in einer nicht zerstörten Natur bzw. Umwelt hatte. Er konnte sich von seinen Spielen erholen. Das kann der heutige Mensch mit seiner Reizüberflutung kaum noch. Dadurch wird ein massenpathologischer Schaden provoziert, den wir nicht mehr kontrollieren geschweige denn therapieren können.

Wenn jemand erst einmal daran gewöhnt ist, nur noch zu reagieren, so wird er auch dann nicht autonom handeln, wenn er kurzfristig dafür Zeit hätte. Wie ein Süchtiger wird er nach neuen Reizen suchen, auf die er dann wieder reagieren kann. Wenn im Fernsehen nichts kommt, dann geht man halt ins Kino, anstatt über seine wirklichen Ziele nachzudenken und entsprechend seinen Zielen zu handeln. Es geht sogar noch schlimmer: Wenn man dann doch mal etwas Freizeit hat, auch wenn nur für einige Minuten, dann nehmen viele eine Zeitung oder Zeitschrift und blättern drin herum, schauen sich die Bilder und natürliche Werbespots an, wie in den Wartesälen der Ärzte beispielsweise. D.h.: die Freizeit wird dafür verwendet schon ganz verselbständig zur Werbung zu greifen, um weiter sich mit Werbung berieseln zu lassen. Dies ist eine geglückte, mediale klassische Form der Fremdbestimmung.

In manchen Fällen werden vom Manipulator noch weitere Maßnahmen ergriffen, die zum Ziel haben, daß autonome Handeln auszuschalten:

4.3 Das Geheimhaltungsprinzip

Würde der Manipulator seinem Opfer sagen, daß er es nun für seine Ziele benutzen will, so würde das Opfer sich selbstverständlich dagegen wehren. Eine Manipulation wirkt am besten, wenn der Manipulierte:

Die Ausschaltung zum autonomen Handeln wird durch das Wort ALLES provoziert. Natürlich weiß jeder, daß man nicht über alles nachdenken kann. Die geglückte Manipulation liegt darin, daß durch dieses Wort ALLES er dann überhaupt nicht mehr nachdenkt, also ALLES Denken ausschaltet. Es ist dieses ALLES ODER NICHTS-Prinzip, welches immer wieder von den Werbespezialisten eingesetzt wird. Inzwischen kommt noch der größenwahnsinnige Aspekt der Werbung hinzu, eingeleitet mit den Worten: ICH WILL MEHR oder ICH WILL ALLES UND JETZT GLEICH. Diese Sprüche funktionieren bei all den Menschen, die schon ein beträchtliches Potential von Minderwertigkeitsgefühlen bzw. einen starken Minderwertigkeitskomplex aufweisen. Es ist besser, wenn man über bestimmte, wenige Dinge nachdenkt, denn dann ist der Denkprozeß im Fluß. Wenn man suggeriert wird und glaubt, daß man über ALLES doch nicht nachdenken könnte, hat man verloren.

 

Demgegenüber steht das ARGUMENT, welches ich so definiere, daß es sich aus autonomen Entscheidungen entwickelt hat. Ein ARGUMENT durchläuft vorher eine persönliche Entwicklung zu irgendeinem Thema. Ein MEINUNG hat keine persönliche Entwicklung erfahren. Andere waren es, die diese konstruiert und in die Welt gesetzt haben.

4.4 Das Chaos-Prinzip

Die Chaos-Theorie behandelt Probleme nicht-berechenbarer Abläufe. Ein Ablauf gilt als nicht berechenbar, wenn minimal andere Anfangsbedingungen zu einem vollkommen anderen Ergebnis führen. Wenn man einen Gummiball auf den Boden fallen läßt, kann man bestimmen, wie hoch er hüpfen wird. Wenn man diesen Versuch beliebig oft wiederholt, kommt immer das gleiche Ergebnis mit nur minimalen Unterschieden. Läßt man hingegen den Gummiball eine Treppe hinunterkullern, so ist die Bahn des Gummiballs nicht mehr bestimmbar, denn minimale Unterschiede bei der Startgeschwindigkeit führen zu einem völlig anderen Ergebnis bezüglich der Bahnkurve des Gummiballs. Chaos-Theoretiker versuchen in chaotischen Abläufen, Strukturen zu erkennen. Das stimmt, sie „versuchen“ es. Doch ist die gesamte Chaos-Theorie eine Art Beschäftigungstherapie von rationalen Menschen, deren Intellekt gut entwickelt ist. Chaos ist bedeutungsmäßig identisch mit dem Unbewussten, oder dem kollektiven Unbewussten, oder dem morphogenetischem Feld. Das Chaos zeichnet sich dadurch aus, daß es Chaos ist, das es eben nicht berechenbar ist. Ist es berechenbar, wäre es kein Chaos mehr. Tatsächlich ist die gesamte Chaos-Theorie ein Irrwitz, der in den USA aufgebaut wurde, um bestimmten Wissenschaftlern und Industriellen Steuergelder für eine Forschung zukommen zu lassen, die sinnlos ist. Leider begreifen dies nur wenige.

Auch Menschen in Ihrer Gesamtheit verhalten sich nicht berechenbar und somit chaotisch. Und genau das ist der Zustand, wovor die Eliten Angst haben. Ihre Angst äußert sich in einem aberwitzigen Kontrollwahn, der auf der unbewussten Seite dazu beitragen wird, daß das gesamte System, welches sie kontrollieren, sich auflösen wird. In der übermäßigen und perfekten Kontrolle steckt immer der Untergang, weil das dualistische Prinzip in dieser Welt extreme Einseitigkeiten durch Zerstörung ausgleicht. Massen sind nur dann zu kontrollieren, wenn sie alle das gleiche denken, fühlen, empfinden und intuieren. Aber das gerade ist nicht der Fall, daher bringt die Chaosforschung für die Eliten keinen Gewinn sondern Fakten, die ihrem eigenen Untergang dienen. Würden die Chaostheoritiker wissen, daß die Natur, das Universum, eingeschlossen die menschliche Natur, durch Primzahlen aufgebaut ist (nicht durch Dezimalzahlen), dann würden sie ihre schwachsinnige Tätigkeit sofort einstellen.  Es mag zwar durchaus interessant sein, hinter dem Verhalten von Menschen Strukturen zu suchen, für den Manipulator zählt hingegen eine andere Fragestellung:

These 1: Chaotische Systeme lassen sich ausrichten.

Ein einfaches chaotisches System ist ein vibrierendes Tablett mit Erbsen. Die Erbsen tanzen darauf wild umher und ihre Bahn ist unbestimmbar. Wer sich mit der neuen Physik bzw. dem Global Scaling auskennt, wird wissen, daß die Erbsen nicht „wild umher“ springen und ihre Bahn sehr wohl zu bestimmen sind!  Wenn man das Tablett nur minimal schräg stellt und weiterhin vibrieren läßt, werden zwar die Erbsen weiterhin wild umherhüpfen und die Bahn einer Erbse wird weiterhin unbestimmbar sein, aber die Summe aller Bewegungen aller Erbsen wird eindeutig auf das Gefälle hinzeigen. Die Bewegung der Erbsen in Richtung des Gefälles würde geringer, sofern man die Vibration oder die Neigung verringert. Das heißt jedoch nicht, daß durch eine beliebige Erhöhung der Vibration die Bewegung sich beliebig steigern läßt. Ab einem bestimmten Wert würden die Erbsen vom Tablett hüpfen. Den Eliten, ihren Untergebenen, wie beispielsweise die Forscher und Wissenschaftler der Chaos-Theorie, aber auch die vielen Techniker und Ingenieure wissen nicht, daß die Natur des Universum wie auch die Natur der Welt und die  Natur der Menschen sich tatsächlich HYPERBOLISCH-LOGARITHMISCH verhält. Dies ist eine irrationale Funktion, mit der die meisten Forscher überfordert sind, weil ihr gesamtes Denken EINSEITIG-LINEAR ausgerichtet. Wer also natürlich, scheinbar chaotische Prozesse linear beobachtet, wird Fehler in seinen Interpretationen machen. Die Elite der Wissenschaftler ist noch sehr weit davon entfernt, hyperbolisch-logarithmisch zu denken. Sie tun sich deshalb auch schwer damit, weil sie nicht akzeptieren wollen, daß die Natur-prozesse in erster Linie auf irrationalen Prozessen aufgebaut ist. Die Natur bevorzugt irrationale Prozesse. Logische, rationale Prozesse duldet sie und löscht sie beizeiten aus. Das wir eine Welt haben, die immer mehr in Richtung Zerstörung geht, hängt damit zusammen, weil die Eliten glauben, logisch, rational bzw. vernünftig vorgehen zu müssen.  

These 2: Chaotische System lassen sich steuern

Chaotische Systeme lassen sich möglicherweise sogar sehr gut steuern. Das ist der schönste Aberglaube der modernen Naturwissenschaften. Die Summengeschwindigkeit aller Erbsen steht im Zusammenhang mit Frequenz und Amplitude der Vibration und der Neigung des Tabletts, sofern sich alle Werte in einem begrenzten Wertebereich befinden. Die Variation eines Wertes erzeugt eine bestimmbare Änderung der Geschwindigkeit. Das stimmt – solange man einseitig-linear, also eindimensional denkt.

Was hat nun der Manipulator von beiden Thesen? Er will Menschen zu einer Handlung bewegen. Würde er nun versuchen, Menschen zu beeinflussen, die feste Ansichten und Ziele haben, so wäre dieser Versuch bestimmt nicht erfolgreich. Die Beeinflußbarkeit ist um so höher, je mehr Verwirrung gestiftet wurde. Das Chaos im menschlichen Verhalten nutzt also dem Manipulator, sofern es sich in gewissen Grenzen abspielt. Das Experiment mit dem Tablett und den Erbsen zeigt uns noch etwas sehr wichtiges: Bereits eine sehr leichte Neigung des Tabletts reicht aus, um eine eindeutige Bewegung zu erzeugen. Für den Manipulator bedeutet das: Wenn das Chaos den optimalen Punkt erreicht hat, kann minimale Beeinflussung bereits zum Erfolg führen. Die Methode "Chaos mit geringer Beeinflussung" hat enorme Vorteile gegenüber der Methode "starke Beeinflussung ohne Chaos":

Man kann daran glauben, was in diesem letzten Absatz gezeigt wurde. Doch das Erbsenbeispiel hinkt enorm: Überall dort, wo Chaos provoziert wird, spielt das Unbewusste mit. Im Kollektiven Unbewussten, wenn es dann provoziert wird, steigen neue Eigenschaften, neue Dinge hervor, die anfangs gar nicht ins Kalkül genommen werden konten. Beispiel: Nach dem 2. Weltkrieg war das Chaos so groß, daß die politischen Sozial-psychologen glaubten, die gesamte Bevölkerung umzuerziehen, daß die Deutsschen irgendwann mal niemals mehr Soldaten haben werden, niemals mehr Waffen produzieren können, daß sie ein Minimum eines Lebens-standartes haben werden, welches die Deutschen schwach und krank hält, damit sie niemals mehr zu den Waffen greifen können. – Nun sind rund 60 Jahre politische Sozialpsychologie auf die deutschen Generationen eingedroschen worden. Und es stellt sich immer häufiger die kritische Frage: Wer hat eigentlich wen umerzogen? Die BRD stellt wieder Waffen her, ein Heer spielt auch Krieg in verschiedenen Regionen der Welt und die BRD entwickelte sich zu einer Wirtschaftskraft, woran die politischen Sozialpsychologen nicht mal im Traum gedacht hatten. „Es kam ganz anders“ -, als sie glauben. Und genau das ist der Punkt, wenn man versucht, ein künstliches bzw. gewolltes Chaos zu provozieren. Der Schlag kann auch nach hinten losgehen.

Eine Variante des Chaos-Prinzips sind chaos-freie Gebiete im chaotischen Umfeld. In unserem Beispiel würde das bedeuten, daß wir aus dem Tablett ein Stück rausschneiden und fest anbringen, so daß dieses Stück im Gegensatz zum Rest des Tabletts nicht vibriert. Das Tablett sei in diesem Beispiel nicht geneigt. Die Erbsen würden auf dem Rest des Tabletts weiterhin wild umherhüpfen. Sobald aber eine Erbse auf dem nicht vibrierenden Stück landet, bleibt sie dort liegen. Die Folge daraus ist, daß sich dort durchschnittlich mehr Erbsen ansammeln als auf dem Rest des Tabletts. Gelegentlich würde aber eine landende Erbse andere Erbsen von diesem chaos-freien Gebiet wegstoßen, was sich verhindern läßt, sofern man eine kleine Barriere um dieses Gebiet baut, über die die Erbsen von der vibrierenden Seite aus gerade noch hüpfen können. Für den Manipulator bedeutet das, daß er in einem chaotischen Umfeld Aufgaben, Ziele und Einrichtungen schaffen kann, die den Menschen Halt geben. Radikale Parteien oder strenggläubige Sekten können solche Punkte sein, die den Menschen meistens durch vereinfachte Weltbilder ein geordnetes und somit ein nicht-chaotisches Umfeld geben. Ein solcher Ort der Ruhe kann aber auch der Drogenkonsum sein. Das vereinfachte Weltbild heißt in diesem Fall: Glücksgefühl durch Drogenrausch. Auch dieses Beispiel hinkt, zumal es gekünzelt ist. Alle theoretischen Überlegungen, die als Beispiele für bestimmte Erklärungen dienen sollen, sind fehlerhaft. Es gibt beispielsweise niemals vereinfachte Weltbilder. Das ist nur die Behauptung von Intellektuellen, die glauben, vereinfachte Weltbilder zu erkennen. Wer sich ernsthaft mit den Weltbildern sogenannter primitiver Stämme Afrikas auseinandersetzt wird erkennen, daß diese alles andere als einfach sind. Der Intellektualismus besitzt in sich eine Überheblichkeit und Arroganz und schafft auf diese Art und Weise Feindschaft und Ungerechtigkeiten. Logik und Vernunft funktionieren gut beim Schachspiel, aber nicht in Anwendung mit dem Chaos. Denn es ist die Logik, die Vernunft, der Verstand, der Intellekt, der aus dem Chaos geboren wird. Chaostheoretiker und ihre Gläubigen sind wie Säuglinge, die mit ihrem Schreien die Mutter manipulieren wollen. Sie sind abhängig von der Mutter, ob das Schreien beantwortet wird oder nicht. Die Mutter wird tun, was sie für richtig fühlt und nicht, was ihre Säugling für richtig fühlen.  

Eine weitere Variante des Chaos-Prinzips möchte ich als "legislativen Darwinismus" bezeichnen. Darwins These besagt, daß sich die Vielfalt aller Lebewesen durch Mutation und Selektion entwickelte. Die Mutationen treten zufällig, also chaotisch, auf. Auch dies ist ein Irrglaube, der sich ulkigerweise bis ins 21. Jahrhundert erhalten hat. Die Selektion bewirkt, daß nur die am besten angepaßten Arten überleben. Die gleiche Methode läßt sich auch auf die Gesetzgebung anwenden. Selbst dann, wenn ein Parlament unabhängig von den Interessen der Mächtigen wäre, würden die von ihm geschaffenen Gesetze gelegentlich den Zielen der Mächtigen entsprechen. Der Gesetzgeber übernimmt dabei die Funktion der Mutation. Nun müssen die Mächtigen nur noch die Selektion übernehmen, um die Gesetze abzuschaffen oder auszuhöhlen, die ihren Zielen zuwider laufen. Die Gesetze, die den Zielen der Mächtigen am besten entsprechen, überleben also. Es gibt genügend Methoden, Gesetze nachträglich abzuändern, beispielsweise eine Klage vor dem Verfassungsgericht. Natürlich könnten auch Normalbürger vor dem Verfassungsgericht klagen, doch sie sind aus unterschiedlichen Gründen unterlegen, schon alleine deshalb, weil sie im Gegensatz zu den Mächtigen keine Juristen ständig bezahlen können, die sich unentwegt für ihre Ziele einsetzen. Um eine Klage beim „Verfassungsgericht“ einzubringen, muß der normale Mensch erst einmal 250.000 Euro hinblättern, damit seine Klage überhaupt angenommen wird. Wer kann das? – Der Vergleich mit der Mutation bzw. der Selektion hinkt auch hier kräftig. Gesetze sind keine Menschen und Menschen keine Gesetze. Gesetze sind willkürliche Produkte, die in erster Linie denen zum Vorteil gelangen, die sie geschaffen haben. Die Realität ist so, daß der einfache Bürger keine Chance hat, beispielsweise gegen den Staat zu prozessieren. Jeder Anwalt, Richter, Rechtsanwalt weiß, daß Recht haben und Recht bekommen, zweierlei Dinge sind. Leider ist es so geworden und alle finden es ganz „normal“. Es ist nicht normal bzw. das Wort NORMAL bekommt einen Inhalt, wo der gesamte Abschaum der Menschheit enthalten ist. Darwin war ein einfacher Mensch, der linear dachte. Und so gibt es tatsächlich Menschen, die glauben, daß sie von den Affen abstammen.  
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4.5 Das Trägheits-Prinzip

Die Mächtigen verdanken ihre Macht gewissen Umständen und sind somit nicht daran interessiert, daß sich die Situation ändert, sofern das nicht von ihnen geplant ist und ihren Zielen dient. Alle nicht geplanten Veränderungen werden durch Einsatz des Trägheitsprinzips verhindert oder verlangsamt. Je langsamer eine Entwicklung ist, um so einfacher kann man eingreifen und um so leichter können sich die Mächtigen den neuen Entwicklungen anpassen.

Wenn ein Mächtiger selbst eine Änderung geplant und erreicht hat, so ist es sein Ziel, den nun erreichten Zustand zu sichern, damit nicht der ursprüngliche Zustand zurückkehrt. Auch hier wird der Mächtige Methoden verankern, die schnelle Veränderungen verhindern. Ich verstehe, was der Autor MEINT, bin aber nicht seiner Ansicht, weil die Machteliten der Welt sich nicht um die Trägheitsgesetze kümmern, sondern ihr Handeln in erster Linie durch ihre Angst bestimmt wird und in zweiter und dritter Linie durch ihr kapitalistisches Profitdenken. Angst ist der Motor, der sie veranlasst, massenhafte Manipulationen vorzunehmen. Kontrollzwang und der Hang zu Perfektion sind daher nur Kompensationen ihrer Angst, damit sie glauben können, alles im Griff zu haben, damit sie sich „sicher“ fühlen. Das aber das „System“ Mensch überwiegend den archetypischen Gesetzes des Universums „gehorcht“, nicht den Ängsten der Eliten: deshalb wird jede Macht irgendwann einmal vergehen. Das wissen auch die Eliten. Die archetypischen Gesetze gehorchen nicht den von Menschen geschaffenen Gesetzen. Diese sind ja meistens rational und sind zweckorientiert. Die Natur verhält sich nicht so. Sie rechnet nicht mit maximalen Gewinnen, sie rechnet nicht mit Dezimalzahlen, sondern mit Primzahlen. Aber das ist schon eine starke Überforderung der Wissenschaftseliten.

• Im Kapitel "Untergrabung der Demokratie" sind einige Methoden aufgeführt, wie ein politisches System trotz Demokratie stabilisiert werden kann.
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4.6 Das Fallen-Prinzip

Mitunter kann der Mächtige seine Opfer nicht dazu zwingen, sich in seine Abhängigkeit zu begeben. Keine Bank kann ihre Kunden dazu verpflichten, einen Kredit aufzunehmen. Das ist nur eine Frage der „Zeit“ (Zeit ist ein Bewusstseinszustand, der fließt. Wenn man das wirklich weiß und begriffen hat, altert man nicht mehr!). Damals, 1968 behauptete man, daß die Banken den Bürger nicht zwingen könnten, daß sein Gehalt auf eine Bank überwiesen werden soll. Und dennoch wurde die Lohntüte abgeschafft. Die Mächtigen können aber "Fallen aufstellen", in die ihre Opfer treten sollen.

4.7 Wie man Meinung macht

Der Normalbürger glaubt oftmals in völliger intellektueller Selbstüberschätzung, er könne sich über viele Dinge selbst eine Meinung machen. Dabei ist es für die Mächtigen so einfach, die Meinung der Normalbürger zu beeinflussen, so daß dieser glaubt, es sei seine eigene Meinung. Stimmt. Doch möchte ich erwähnen, daß die Eliten von einer wesentlich höheren intellektuellen Selbstüberschätzung leiden, wie es sich der Bürger niemals vorstellen kann.

Meinung korrigiert werden. Glauben die Wähler, er sei von der Wirklichkeit abgehoben, so zeigt man, wie er am Supermarkt in der Warteschlange an der Kasse steht. Die Kunst des Manipulators ist es hierbei, die Meinung der Bevölkerung zu erkennen und zwar schneller als es die Bevölkerung selbst tut. Durch tiefenpsychologische Interviews von repräsentativ ausgewählten Gruppen ist dieses relativ einfach. Diese Art der Manipulation ist dadurch besonders erfolgreich, weil sie mit geringen Mitteln auskommt, denn es muß nicht gegen ein gefestigtes Vorurteil vorgegangen werden. Diese geringen Mittel fallen als Manipulation nicht auf.
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4.8 Das Wirtschaftlichkeits- und Sparsamkeitsprinzip

Das Wirtschaftlichkeitsprinzip heißt: "Erreiche das beste Ergebnis mit dem geringsten Aufwand". Sofern es genau ein definiertes Ziel gibt, gilt das Sparsamkeitsprinzip: "Erreiche das definierte Ziel mit dem geringsten Auffand." Beide Prinzipien sind also in etwa gleichwertig. Das Sparsamkeitsprinzip ist nur ein Sonderfall des Wirtschaftlichkeitsprinzips. Da auch dies Prinzipien sind, an die die intellektuelle Elite glaubt, wird sie uns in die nächsten Krisen schicken. Tatsache ist, daß die Natur für die Menschen im Überfluß zur Verfügung steht. Doch durch die Machtstrukturen und der Angst der Eliten, werden künstliche Situationen erzeugt, die Mangel und Überfluß bewirken.
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4.8.1 Kostenlose Helfer

Manipulation ist ein aufwendiges Geschäft. Wenn jemand Werbung für sein Produkt betreibt, hat er das Ziel, durch die Werbung mehr zu verdienen. Doch die Werbung kostet erst einmal Geld. Es liegt daher im Interesse des Manipulierenden, mit dem geringsten Aufwand den größten Erfolg zu erreichen. Besonders angenehm ist es für ihn, wenn er kostenlose Helfer hat, deren Manipulation einfacher ist als die Manipulation der eigentlichen Zielgruppe. Ein Beispiel hierfür ist Werbung für Herrenmode in Modezeitschriften für Damen. Manche Männer sind für Mode schwer zu begeistern. Diese Zielgruppe ist somit über Werbung direkt nur mit sehr großem Aufwand zu erreichen. Aber diese Männer haben möglicherweise Ehefrauen, deren modische Beeinflussung deutlich einfacher ist und die dann wiederum ihre Männer beeinflussen. Diese Frauen werden somit als kostenlose Helfer mißbraucht und sind sich oftmals dieser Aufgabe noch nicht einmal bewußt. Die kostenlosen Helfer glauben sogar, daß es ihre eigenen Interessen sind, welche sie verfolgen.

Aber auch derjenige, der eine Revolution plant oder eine Religion oder Weltanschauung über die Welt verbreiten will, braucht diese kostenlosen Helfer. Alleine sind solche Pläne nicht durchführbar.

Beispiele:

Und was haben alle diese kostenlosen Helfer gemeinsam? Alle glauben, daß sie im eigenen Interesse handeln oder ihre Tätigkeit einem höheren Ziel dient. Die wenigsten erkennen, daß sie für die Ziele eines anderen benutzt werden.
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4.9 Manipulation über das Unterbewußtsein

Man täuscht sich, wenn man glaubt, man würde immer mit dem Verstand entscheiden. Daher richtet sich Werbung und Produktdesign oftmals nach Kriterien, die wir bewußt gar nicht wahrnehmen. Wir haben nicht die chemischen Grundkenntnisse, um das beste Waschmittel anhand der chemischen Zusammensetzung auszuwählen. Minimale Unterschiede durch eigene Tests selbst zu erkennen, ist kaum möglich. Wie sollten wir Sauberkeit mit Umweltschutz abwägen? Es gibt zwar Tests in Zeitschriften, doch alle kommen zu einem anderen Ergebnis. Manchmal bleibt der Preis als einziges Kriterium. Doch ist es richtig, daß billigste zu nehmen? Trotzdem treffen wir Entscheidungen. Aber nach welchen Kriterien? Warum kaufen wir eigentlich ein bestimmtes Ketchup, Waschmittel, Deo oder Fertigmenü? Da diese Entscheidungen nicht mit dem Verstand getroffen werden, kann man mit Hilfe des Verstandes nur schwer die Motive ergründen, die einem zum Kauf bewogen haben. Man kann mit dem Verstand grundsätzlich keine tiefenpsychologischen Gründe wahrnehmen. Der Verstand kann nur erklären und rechtfertigen. Wenn man darüber nachdenkt, sucht und findet man bestenfalls neue Argumente, aber nicht die ursprünglichen Motive.

Ein Fertigmenü kann durchaus einfacher zuzubereiten sein als ein Halbfertigprodukt, bei dem die Hausfrau noch die Komponenten mischen muß oder würzen soll. Aber kann eine Hausfrau ein Fertigmenü genauso stolz präsentieren wie etwas, das sie selbst gekocht hat und sei es auch nur wenig gewesen, was sie machen mußte. Die Hausfrau wird eine unterschiedliche Erfahrung machen, wenn sie ein Fertigmenü präsentiert oder ein selbst gekochtes Mittagessen aus Halbfertigprodukten. Beim nächsten Kauf wird sie sich entsprechend entscheiden. Sie wird die Halbfertigprodukte kaufen, aber nicht das Fertigmenü. Würde man sie nach dem Grund fragen, so wäre die Antwort, daß die Halbfertigprodukte ihrer Familie besser schmecken. Das ist auch natürlich so. Schließlich kann man von keinem Familienangehörigen verlangen, daß er sie wegen eines Fertigmenüs lobt.

Wenn dieses Prinzip erst einmal vom Hersteller der Halbfertigprodukte bzw. der Werbeagentur erkannt ist, so wird dieses Vorurteil durch die Werbung unterstützt. Man zeigt, was die Hausfrau durch minimale Zutaten alles aus dem Produkt machen kann und wie sie dafür gelobt wird. Der oberflächliche Betrachter mag das vielleicht für die Anpreisung des Produktes halten, die zeigt, wie vielfältig das Produkt nutzbar ist, aber er sieht nicht, daß die eigentliche Kernaussage lautet: Mit diesem Produkt hast du selber gekocht und somit gilt das ganze Lob der Familie dir.

Wie wir an diesem Beispiel sehen, geht es gar nicht um den Geschmack, sondern um Anerkennung und Lob. Eigentlich wollen fast alle Menschen immaterielle Güter wie: Lob, Anerkennung, Liebe, Zärtlichkeit, Freiheit, Würde, Gerechtigkeit, Ruhe, Frieden, Erkenntnis, Macht und Abenteuer. Das tückische an diesen immateriellen Gütern ist: Man sehnt sich nach ihnen, kann sie aber nicht kaufen. Diese Sehnsucht ist fast immer unbefriedigt, gleichzeitig aber sehr intensiv. Sie ist daher ein guter Köder für die Werbung, deren Ziel es ist, zwischen den immateriellen Gütern und konkreten Produkten einen Zusammenhang herzustellen.

Die meiste Werbung ist nach diesem Prinzip aufgebaut. Die Kunst der Werbeagentur ist es, diese Botschaft glaubhaft den Kunden einzuhämmern. Der Manipulator muß überlegen, welche Elemente in einem Werbespot zu sehen sein müssen, damit das Gesamtbild stimmt. Was braucht man zum Beispiel für Ruhe und Gemütlichkeit? Weiche Farben, ruhige Musik, Holzmöbel, Pendeluhren, Zierschrift (Schreibschrift oder Fraktur), ein räkelnder Hund, Pflanzen (alte Bäume), aber bloß keine Technik. Die Kunst ist es, diese Liste so lang wie nur möglich zu kriegen und möglichst viel davon möglichst unauffällig in den Werbespot einzubauen. Zweitens muß klar gemacht werden, daß das Produkt zu diesem Gesamtbild zwingend hinzugehört. Es ist hier interessant, die Untersuchungen einer schwedischen Gruppe hinsichtlich der Effektivität der Werbung zu zeigen. Zusammengefasst: Wenn man davon ausgeht, daß die Werbung psychologisch aufgebaut ist, auch gut gemacht, gute Tonqualität, gutes Bild, richtiger Schnitt, dann hat die Werbung auf junge Menschen eine Wirkung. Bei Erwachsenen hat sie nur dann eine Wirkung, wenn deren Bewußtsein schwach entwickelt ist. Menschen mit überdurchschnittlichen Bewußtsein können 1000 mal und mehr ein Produkt hören oder sehen und sie werden es dennoch nicht kaufen. Menschen  mit höherem Bewußtsein, teilte der Sprecher der Untersuchungsgruppe mit, scheinen die Fähigkeit zu haben, die Werbung aus ihrem Leben auszublenden.
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4.10 Sprachliche Tricks