Methoden der Manipulation
Ich habe meine
Kommentare zu diesem Buch in ROTER SCHRIFT geschrieben. Olaf Dorrn
Vorwort
Vorwort
zur aktuellen Veröffentlichung
Einleitung
Wer sind die
Mächtigen?
Methoden und
Prinzipien
Unterschiedliche Stufen bei der Manipulation
Das Prinzip "Reagieren statt autonom handeln"
Das
Geheimhaltungsprinzip
Das Chaos-Prinzip
Das Trägheits-Prinzip
Das Fallen-Prinzip
Wie man Meinung
macht
Das Wirtschaftlichkeits- und
Sparsamkeitsprinzip
Kostenlose Helfer
Manipulation über das Unterbewußtsein
Sprachliche Tricks
Das Prinzip "Du brauchst unsere Hilfe"
Das Prinzip "Du bist schuld"
Prinzip der scheinbaren
Unabhängigkeiten
Manipulation von
Kindern
Bestechungen und verdeckte
Zahlungen
Bestärkung und
Behinderung
Wo ist der Mensch
verletzlich?
Beispiele für Bestärkungen und
Behinderungen
Prinzip der künstlichen Alterung
Man soll die Mächtigen
lieben
Unsere unbewußten Ziele
Schwächen, Denkfallen und Blockaden
Reduzierung der Wahrnehmung und Erwartung der
Gleichartigkeit
Reduzierung auf Ursache und
Wirkung
Gibt es immer nur ein Gegenteil?
Die Folgen der Erziehung (Ziel: funktionieren statt
handeln)
Du bist unfähig!
Handeln für
Belohnung
Der Glaube, daß Strafe normal sei
Man kann den eigenen Erfahrungen nicht
trauen
Unterdrückung normaler Eigenschaften und
Bedürfnisse
Reduzierung der Wahrnehmung (Der kulturelle Filter)
Unterdrückung der
Eigeninitiative
Begrenzung der Kreativität
Der Glaube, daß die Mehrheit recht hat
Weinen ist
unerwünscht
Unterdrückung der Sexualität
Die Akzeptanz widersprüchlicher Wahrheiten
Gründe für unser
Handeln
Vernunft
Der freie Wille
Moralische
Werte
Der Unterschied zwischen moralischen Werten und Sitten
Gibt es schlechte moralische Werte?
Eingeschränkte moralische
Werte
Moralische Werte als Filter, der Handlungen
ausschließt
Moralische Werte als Ursache für Handlungen
Beispiele für falsche moralische
Werte
Sitten und Brauchtum
Warum gibt es
Sitten?
Können wir unsere Sitten eigentlich wahrnehmen?
Sind Sitten
manipulierbar?
Pflichten und Zwänge
Die Theorie vom egoistischen
Gen
Streben nach Sicherheit
Streben nach
Glück
Streben nach Anerkennung
Sucht
Ängste
Gesetze
Die Ziele der
Mächtigen
Durch fremde Arbeit wird man
reich
Wie hält man Menschen in Abhängigkeit?
Arten der
Abhängigkeit
Recht und Gesetz
Rechtsunsicherheit
Untergrabung der Demokratie
Entwurzelung aus der
Sippe
Der Trick mit dem
Geld
Wie hält man Menschen in Unwissenheit?
Die katholische Kirche als perfektes
Beispiel
Weitere Beispiele
Warum der Kunde Produkte nicht vergleichen und beurteilen
kann
Wie schwächt man die Bürger eines Staates?
Wie ändert man das Normalitätsempfinden?
Die drei Stufen der Anpassung
Grundrechte und Gesetze, die es nicht
gibt
Beispiele für ein verzerrtes
Normalitätsempfinden
Wie schafft man den gläsernen Bürger / Wähler /
Kunden?
Wie zerstört man autarke Strukturen
Wie hält man Menschen im geistigen Dämmerzustand?
Kriterien für "volles Bewußtsein"
Überforderung und Reizverarmung
Drogen
Sucht und Begierde
Überlastung und
Erschöpfung
Hintergrundmusik, Schall, Geruch und
Beleuchtung
Indirekte, gefilterte Erfahrung und Wahrnehmung
Wie schafft man
Konflikte
Wie löst man Menschen aus ihrer moralischen
Verankerung
Wie bricht man den Willen der
Menschen?
Harmlose Rituale
Körperhaltungen gegen die Selbstsicherheit
Gleichschritt und Uniform
Gegenmaßnahmen
Lüge und Wahrheit
Wie findet man die Wahrheit?
Grenzen der
Erkenntnis
Kriterien für
Wahrheit
Probleme auf der Suche nach der Wahrheit
Hilfen auf der Suche nach der Wahrheit
Bibel, Kirche und Christentum
Historische Fakten zum Christentum
Fälschungen und Übersetzungsfehler in der
Bibel
Widersprüche in der Bibel
Der Ursprung der christlichen Inhalte, Feste und Bräuche
Was sagt die Bibel über
Was muß man über Mythen wissen?
Kindergärten, Krankenhäuser und Brot für die dritte
Welt
Wo bleibt die
Liebe?
Geschichte
Gesundheit
Macht
Ideologien
Allerlei Ideologien mit prinzipiellen
Fehlern
Extremisten und Radikale
Wirtschaft
Wofür arbeiten wir?
Versteckte Zinsen
Das Märchen vom Wachstum
Die große
Verschwendung
Rationalisierung
Die Mangelnde Entkopplung der
Weltwirtschaft
Der Welthandel schafft auch bei uns Armut
Das Prinzip des knappen
Wirtschaftens
Reichtum für alle?
Zitate
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Methoden der Manipulation
Es begann schon in meiner Kindheit, kurz nach
der Einschulung, im Religionsunterricht. Da erzählte uns die Lehrerin die
Geschichte von Noah, wie er in seiner Arche von jeder Art zwei Tiere mitnahm und
daß alle anderen Lebewesen bei dieser Flut umgekommen seien. Nun hatte ich durch
viele Tiersendungen so in etwa einen Eindruck, wie viele Tierarten es gibt. Die
Geschichte von Noah war daher absolut unrealistisch. Sie erzählte uns weiterhin
die Geschichte von Adam und Eva, doch sie erzählte uns nicht, vor welchen
Menschen Kain eigentlich Angst haben konnte, daß sie ihn erschlagen könnten und
wen er eigentlich zur Frau nahm. Wo kamen diese anderen Menschen her? Auch diese
Geschichte war unhaltbar. Es war somit offensichtlich, daß nicht alles
stimmte, was ich beigebracht bekam. Doch warum waren für andere Menschen
diese Widersprüche nicht sichtbar? Mir blieb jedenfalls nichts anderes übrig,
als mir meine eigenen Gedanken zu diesem Thema (Noah, Adam und Kirche) zu
machen. Ich wußte nur wenig über Religion, und das Wenige war Unfug.
Je mehr ich die Zusammenhänge verstand und je
mehr mein Bewußtsein sich entwickelte, um so absurder erschien mir Religion,
Moral, Gesetz, Wirtschaftsordnung und vieles mehr. Gelegentlich aber ertappte
ich mich selbst dabei, wie ich gegen meine eigenen Bedürfnisse handelte,
falschen Idealen anhing und das Verhalten anderer Menschen kopierte. Je mehr ich
meine eigenen Ziele und Werte entwickelte, um so mehr spürte ich, wie sehr meine
Handlungen und Entscheidungen bislang durch andere fremdbestimmt waren. Um mich
von dieser Fremdbestimmung zu befreien, untersuchte ich die Methoden dieser
Manipulation.
(zum Seitenanfang)
Inzwischen sind seit der Fertigstellung des
Manuskripts mehrere Jahre vergangen. Mittlerweile hatte ich es mehrfach
weitergegeben und es kursierten unterschiedliche Varianten im Internet.
Eigentlich hatte ich das Buch ursprünglich primär nur für mich selbst
geschrieben und nie eine richtige, offizielle Veröffentlichung geplant. Es war
so etwas wie mein ganz persönlicher Befreiungsschlag gegen die eigene
Fremdbeeinflussung. So hatte ich auch nie aktiv einen Verlag gesucht. Als ich
jetzt trotzdem von „Kunst, Lyrik & Anarchie“ angesprochen wurde, was ich von
einer Veröffentlichung in Papierform hielte, las ich nun mein Werk selbst noch
einmal durch und war eigentlich überrascht, wie viel Wut ich im Nachhinein darin
spürte – eine Wut auf all jene, auf deren Manipulationen ich vorher selbst
reingefallen war. Aber diese Wut war sicher auch notwendig und wichtig, um
diesen geistigen Befreiungsschlag überhaupt möglich zu machen.
Aus der heutigen Perspektive rückwirkend
betrachtet war dieses Buch für meine eigene persönlichen Entwicklung ein ganz
wichtiger Schritt. Mit dem Schreiben analysierte ich gleichzeitig mein eigenes
Verhalten und hinterfragte meine eigenen Handlungsweisen. Das Bewußtwerden und
Abstreifen fremdbestimmter Ideale und Ziele bewirkte damit bei mir auch
Selbsterkenntnis und Selbstfindung. Das ist die
Frage. In einer Zeit, wo die Eliten das Nationalitätsgefühl vertreiben wollen
(Globalisierung), kommen viele Menschen auf die Idee, sich wieder um die
Selbsterkenntnis zu kümmern. Aber das sieht wieder so nach indischem Einfluß
aus. Tatsache ist leider, daß die Eliten kein Nationalitätsgefühl mehr haben.
Das ist bei denen ganz sekundär oder tertiär.
Auch wenn ich heute in Nachhinein manche Dinge
inzwischen gelassener sehe, denke ich, daß dieses Buch auch anderen bei diesem
Weg helfen kann – bei einer Befreiung von der Fremdbestimmung und beim Aufspüren
der eigenen Ziele. Daher freut es mich, daß schließlich aus dem Manuskript doch
noch ein richtiges Buch wurde und daß diese Gedanken auf diese Weise andere
Menschen erreichen können. Ich bin gespannt, ob der
Autor hier FREMDBESTIMMUNG die psychischen Muster meint, an die man glaubt, also
auch an GLAUBENSSÄTZE.
(zum Seitenanfang)
Manipulation ist völlig normal, es gab sie
immer und es wird sie immer geben. Immer dann, wenn eine Person versucht ihre
Interessen durchzusetzen, wird sie selbstverständlich alle zur Verfügung
stehenden Mittel anwenden. Schon ein Kind versucht durch Trotz und Heulen seine
Eltern so zu beeinflussen, daß diese das gewünschte Verhalten zeigen. Gegen
Manipulation ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, solange alle mit
gleichen oder ähnlich effektiven Mitteln vorgehen. Die Durchschnittstricks der
Normalbürger können auch in der Familie oder am Arbeitsplatz nur einen
begrenzten Schaden anrichten, weil die Wirkung dieser Tricks sich fast aufhebt,
da jeder Manipulierte mit gleicher Stärke wiederum versucht, seine Interessen
trickreich durchzusetzen.
Nun ist es aber leider so, daß es auch hier
Amateure und Profis gibt. Der Normalbürger hat oftmals weder das Wissen noch die
finanziellen Möglichkeiten, die Durchsetzung seiner Interessen im großen Stil zu
planen. Einflußreiche Gruppen haben hingegen sehr wohl das Geld, sich sowohl die
Profi-Manipulierer zu leisten als auch die erarbeiteten Pläne zur Manipulation
in die Tat umzusetzen. Hier ist die Gleichheit der Mittel nicht mehr gegeben.
Die Amateure sind den Profis hoffnungslos unterlegen und letztere nutzen diesen
Zustand schamlos aus. Das stimmt nur für die Amateure,
deren Subjektivität unterentwickelt ist. Alle Manipulationstätigkeiten bzw. –strukturen
und –strategien werden von intellektuell geschulten Menschen entwickelt. Diese
Leute gehen davon aus, daß die meisten Menschen das Intellektuelle, Objektive
akzeptieren. Weil das meistens so ist, funktionieren auch diese
Manipulations-techniken. Doch die, die nicht intellektuell entwickeln bzw.
intellektuell angepasst sind, da funktioniert es nicht, auch bei denen nicht,
wie schon erwähnt, die subjektiv, irrational entwickelt sind, denn mit solchen
Menschen können die Manipulierer nichts anfangen, sie verstehen sie einfach
nicht.
Wenn ein Normalbürger mit seinem PKW
unzufrieden ist, kann dafür möglicherweise ein Profi-Manipulierer verantwortlich
sein, der für eine Firma arbeitet, die PKWs produziert. Diese Firma ist daran
interessiert, neue PKWs zu verkaufen und ein potentieller Kunde, der mit seinem
alten PKW noch voll zufrieden ist, wird sich keinen neuen kaufen. So wird dem
Kunden eingeredet, daß er mit seinem alten Auto der Umwelt schadet, daß es
unverantwortlich ist, den Beifahrer nicht mit einem Airbag zu schützen, daß sein
alter PKW auf Dauer durch Reparaturen und den hohen Benzinverbrauch viel zu
teuer ist und vieles andere mehr. Gleichzeitig reden einem die Betreiber von
öffentlichen Verkehrsmitteln ein, daß es sowieso unverantwortlich sei, mit dem
privaten PKW zu fahren und der Supermarkt wirbt mit seinem großen Parkplatz
direkt vor der Tür. Kommunalpolitiker sagen ihrem Volk, daß es bei der Fahrt zur
Arbeit doch die S-Bahn statt des PKWs verwenden soll und planen gleichzeitig
Industriegebiete ohne jeden Anschluß an irgendein öffentliches Verkehrsmittel.
Genau so ist es. Und was macht der unzufriedene
Normalbürger mit seinem PKW? Er hat einen Zielkonflikt, aber das ist schließlich
sein Problem und als mündiger Bürger darf er selbst entscheiden. Was bleibt, ist
die Unzufriedenheit mit seinem alten PKW. Kaum einer macht sich Gedanken
darüber, warum er eigentlich unzufrieden ist, wer ihn unzufrieden macht und wer
daran ein Interesse hat, ihn unzufrieden zu machen.
Und genau hier ist mein Ansatzpunkt. Für den
Manipulierenden ist es sehr wichtig, daß möglichst wenige Menschen die
Manipulation als solche erkennen. Ich versuche in diesem Buch alle die Methoden
der Manipulation darzustellen, die mir im Laufe der Zeit aufgefallen sind. Es
geht mir dabei nicht darum, einzelne Personen, Parteien, Firmen, Konzerne,
Kirchen, Sekten, Interessenverbände und andere einflußreiche Gruppen zu
attackieren und aktuelle, konkrete Manipulationen aufzudecken. Mir ist es
wichtig die Methoden zu erarbeiten, die immer wieder angewendet werden und
angewendet werden könnten. Dieses Vorgehen hat mehrere Gründe:
- Durch die ungeheuere
Informationsflut interessiert sich morgen keiner mehr für die Manipulation von
gestern. Die Methoden bleiben aber auch übermorgen noch aktuell.
- Eine konkrete Manipulation
kann man immer erst nachher aufdecken. Um eine neue Manipulation sofort zu
erkennen, muß man mit der angewandten Methode vertraut sein.
- Ich habe nicht die
geringste Lust, wegen jeder einzelnen Behauptung zu einer aktuellen und
konkreten Manipulation von der verantwortlichen Gruppe, Firma, Kirche oder
Partei in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden. Daher erkläre ich auch
hiermit, daß alle in diesem Script aufgeführten Beispiele erfunden sind und
nur zur Veranschaulichung einer Methode dienen.
Die Methode einer Manipulation ist
grundsätzlich wertneutral. Sie kann guten wie auch schlechten Zielen dienen.
Wenn ich eine Methode der Manipulation darstelle, hat das nichts mit meiner
Meinung gegenüber der Zielsetzung des Manipulierenden zu tun. Doch was ist
überhaupt ein gutes oder ein schlechtes Ziel? Ich bin der festen Überzeugung,
daß das größte Unheil auf der Erde immer von Menschen angerichtet wurde, die ihr
Vorgehen und ihre Ziele für gut hielten. Das ist ein
Glaubenssatz, der die dualistische, primitivste Wertung von GUT und BÖSE trägt,
wo die meisten Menschen drauf reinfallen. Träger und Verursacher dieses
Glaubenssatzes von Gut und Böse ist in den letzten 2000 Jahren die Katholiche
Kirche gewesen. Sie entwickelte die ersten, gewollten, konzipierten Methoden der
Manipulation, die sie ausschließlich für die gewaltsame Bekehrung der
germanischen Stämme verwende und später im 1. und 2. Weltkrieg vor allem als
Hetzpropaganda über die polnischen Priester gegen die Deutschen einsetzte. Kaum
ein Mensch ist sich bewußt, welche Hetzparolen der Vatikan unter dem Polen Karol
Woityla gegen Deutschland aufgebaut wurden. Das liegt auch daran, daß in Europa
sich kaum für die polnische Sprache interessiert. Professionelle
Manipulation betrachte ich daher auch dann kritisch, wenn sie scheinbar guten
Zielen dient. Weiterhin wird jeder Manipulator versuchen, sein Ziel als das
einzig gute darzustellen. Mir ist es daher immer angenehmer, wenn jemand seine
Gründe und Ziele offenlegt, anstatt daß er versucht, mit Tricks seine Ziele durchzusetzen. Denn ich habe nichts dagegen,
mit guten Argumenten überzeugt zu werden. Es stört mich hingegen sehr, wenn ich
spüre, das faule Tricks angewendet werden. Es ist daher Ziel dieses Scripts,
diese faulen Tricks zu enttarnen.
Im Allgemeinen bezeichnet das Wort
"Manipulation" jede Form von Handlung bzw. Behandlung. Wer also seinen Fernseher
einschaltet, manipuliert ihn entsprechend dieser allgemeinen Bedeutung des
Wortes. Ich gebrauche in diesem Buch das Wort "Manipulation" in der allgemein
üblichen, eingeschränkten Wortbedeutung. Demnach ist Manipulation in diesem Buch
definiert als trickreiche Beeinflussung einer Person oder einer Gruppe, mit der
Zielsetzung der Herbeiführung einer Meinung oder einer Handlung, welche den
Zielen des Manipulierenden dient. In dieser Definition sind die wichtigen Punkte
bereits erwähnt: Wer manipuliert wen, warum, mit welchen Methoden um was zu
erreichen?
Jede einzelne dargestellte Methode erscheint
im ersten Moment geradezu primitiv. Die Kunst des Manipulators ist die
Kombination der Methoden, so wie ein Komponist aus einfachen Tönen Symphonien
zusammensetzt. Das ist kein
gutes Beispiel. Ein Komponist arbeitet, wenn er künstlerisch arbeitet und keine
Auftragsarbeit hat, subjektiv und emotional. Ihm selbst muß das Stück zuerst
gefallen. Er hat nicht die Absicht, daß sein komponiertes Werk alle anderen
Menschen überzeugen sollen.
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Macht wird immer als etwas Relatives
empfunden. Der Abteilungsleiter kommt dem Arbeiter mächtig vor, obwohl der
Abteilungsleiter wiederum den Vorstand als mächtig empfindet. Jeder wird die auf
seiner Stufe verfügbaren Machtinstrumente und Methoden der Manipulation
benutzen. Jeder ist somit mehr oder minder mächtig und jeder setzt somit auch
seine Macht ein und versucht entsprechend zu manipulieren.
Es stimmt nicht, das JEDER seine Macht einsetzt. Eine
der Manipulationsinhalte der Industrie und der Politik ist, den Leuten zu
suggerieren, daß sie gar keine Macht haben. Diese Technik funktioniert auch,
denn viele sagen schon von selbst „Da kann man dagegen nichts machen.“, weil sie
glauben, sie hätten keinen Einfluß, keine Kompetenz. Macht sollte hier besser
definiert werden. Da die in diesem Buch erarbeiteten Methoden eine
gewisse Allgemeingültigkeit haben, gelten sie mit Einschränkungen auch für die
kleinen Manipulationen in der Familie oder in der Firma. Da aber diese
Manipulationen durch mangelnde Professionalität und mangelnden Umfang nur eine
geringe Wirkung zeigen, möchte ich sie in diesem Zusammenhang bewußt ausklammern
und mich somit nur auf professionelle Manipulationen beschränken.
Hier sollte auch ein Unterschied aufgezeigt werden, wie
die Wertigkeiten von MACHT und MANIPULATION liegen. Ein mächtiger Mensch ist
der, der eine große Wirkung verursacht. Er muß dabei sich keiner professionellen
Manipulationstechnik bedienen. Wenn Alan Greenspan in einem Interview „nebenbei“
erwähnt, daß er glaubt, daß der Zinssatz in der nächsten Woche um 1/3 %
angehoben wird, dann hat diese enorme Wirkungen an der amerikanischen und somit
auch für die europäischen Börsen. Und man sollte bedenken, daß die
physikalisch-biologische Manipulation ein Themengebiet ist, welches von der
Allgemeinheit gar nicht wahrgenommen wird, beispielsweise die Manipulationen
über ELF-Wellen, oder noch subtiler: über die Musik. Warum läuft denn bei den
Amerikanischen und englischen Hits immer so ein strammer Beat?! Diese Art der
Manipulation ist mächtiger, als die, die man mit Worten oder Bildern erreichen
kann. Da die meisten Menschen physikalisch nicht geschult sind, keinen
Oszillographen haben, können sie beispielsweise nicht nachprüfen, wenn über die
Handies von Vodafon noch andere Frequenzen ins Ohr, also in den Kopf eindringen,
während man telefoniert. Und wer kennt sich schon biologisch mit den Hirnwellen
aus, die auf diese Weise manipuliert werden?
Wenn ich daher in diesem Buch von den
Mächtigen rede, meine ich die wirklich Mächtigen: Konzerne, Banken, Kirchen,
Militär, Parteien, Adel, einzelne Politiker und Industrielle. Dabei bleibt
unberücksichtigt, daß diese Mächte wiederum Opfer noch mächtigerer
Organisationen und Personen sind. Wegen der Allgemeingültigkeit der Methoden
stellt das aber keine Einschränkung dar.
(zum Seitenanfang)
Manipulation kann in verschiedenen Stufen
vorkommen, die sich darin unterscheiden, wie direkt bzw. indirekt der
Manipulator auftritt. Die direkte Manipulation hat gegenüber der indirekten
einige entscheidende Nachteile:
- Der Manipulator ist als
solcher erkennbar.
- Er unterscheidet sich von
anderen Menschen dadurch, daß er eine andere Meinung vertritt.
- Als einzelner muß er somit
seine Meinung begründen bzw. gegen die Meinung der Mehrheit durchsetzen. Das
gelingt jedoch nur sehr charismatischen Persönlichkeiten.
- Der Manipulator ist daher
daran interessiert, selbst nicht direkt in Erscheinung zu treten und statt
dessen andere Personen, Gruppen, Bürgerinitiativen, Interessenverbände,
Institute, Vereine und Politiker für seine Ziele einzuspannen. Für den
Manipulierten ist der Manipulator somit nicht direkt erkennbar. Er hört nur
von unterschiedlichen Personen oder Gruppen indirekt die Botschaft des
Manipulators. Wenn es dem Manipulator gelingt, Gruppen für seine Ziele
einzuspannen, die allgemein und offiziell als anerkannt gelten oder durch
entsprechende Bezeichnungen (z.B. Institut) diese Eigenschaft vorgaukeln, so
ist für den Manipulierten die Manipulation als solche kaum noch zu erkennen.
Es gibt zwischen der direkten Manipulation und der indirekten viele
Zwischenstufen:
- Die direkteste Form der
Manipulation ist die persönliche Beeinflussung einer Person durch
Scheinargumente, Fehlinformationen, Drohung, Lob und Tadel. Der
Zeitschriftenverkäufer an der Tür versucht es nach dieser Methode, indem er
dem potentiellen Kunden erklärt, daß er eine schwere Kindheit hatte (z.B.
vorbestraft) und durch den Verkauf von Abonnements wieder auf den rechten Weg
zurückfinden kann, sofern man ihm natürlich ein Abonnement abkauft. Doch
genaugenommen handelt es sich bei den Zeitschriftenverkäufern auch nur um eine
Gruppe, die wiederum von anderen für deren Ziele benutzt wird.
- Etwas indirekter ist die Werbung im Fernsehen, in Zeitschriften, auf Plakaten, auf Postwurfsendungen
und im Kino. Der Manipulator und sein Ziel sind immer noch klar erkennbar.
Durch den Einsatz von Medien kann er seine Botschaft aber häufiger an
sein Opfer richten. In einer Werbeunterbrechung im Privatfernsehen kann es
schon vorkommen, daß die Werbung für ein Produkt gleich mehrmals kurz
hintereinander gesendet wird. Durch diese Häufigkeit soll sich die Botschaft
fest im Unterbewußtsein verankern. Das ist wieder so
ein Glaubenssatz, daß durch häufiges Wiederholen ein Produkt sich ins
Unterbewußtsein einprägt. Tatsache ist die, daß ein Mensch, der weis, was er
will, nicht manipulierbar ist. Er kann 1000 Mal sehen, daß diese Zahnpaste die
beste und gesündeste sei. Er wird sie nicht kaufen, wird eher schon nach dem
3. oder 4. Mal den Fernseher ausschalten oder grundsätzlich das Fernsehen
abschaffen. Man kann nur die manipulieren, die innerlich nicht gereift sind.
Und das sind nun mal die jungen Menschen und die, die nicht erwachsen werden
wollen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode liegt darin, daß der
Manipulierte nicht widersprechen kann. Er kann sich mit dem Manipulator nicht
auf sachlicher Ebene über dessen Thesen unterhalten und braucht sich somit
über Gegenargumente erst gar nicht den Kopf zu zerbrechen. Er ist somit auf
eine passive Rolle beschränkt. Das stimmt.
Weiterhin hat der Manipulator den Vorteil, daß er
- beliebig viel Zeit hat,
das Plakat oder den Werbespot unter psychologischen Gesichtspunkten optimal zu
gestalten und Spezialisten bei der Gestaltung hinzuzuziehen.
- Ein Manipulator kann zur
besseren Verbreitung seiner Botschaft eine Gruppe weiterer Manipulatoren
bilden und diesen dann durch intensive Schulung seine Argumente und
Methoden vermitteln. Diese Gruppe ist sich dabei über das Ziel ihrer
Ausbildung und Tätigkeit bewußt. Das klassische Beispiel hierfür sind
Staubsaugervertreter oder Vertriebsbeauftragte. Heute
sind es die Programmgestalter des Fernsehens und Rundfunks und die
Veranstalter von Großveranstaltungen.
- Es gibt auch Personen,
Gruppen, Institute und Parteien, die sich durch Spenden oder andere
Zuwendungen für die Ziele des Manipulators einsetzen lassen.
Forschungsinstitute leiden oftmals unter chronischem Geldmangel und sind somit
daran interessiert, für die Industrie gegen Bezahlung Gutachten zu erstellen
bzw. von der Industrie Forschungsaufträge zu erhalten. Man kann davon
ausgehen, daß Firmen selbstverständlich den Instituten ihre Forschungsaufträge
bzw. die Aufträge für Gutachten übergeben, die sich am meisten für die Ziele
dieser Firmen einsetzen. Die Ziele der Firmen bekommen somit die
wissenschaftliche Absegnung bzw. Unbedenklichkeitsbe-stätigung.
Diese Manipulation funktioniert deshalb, weil bereits
durch die Katholische Kirche vorgegeben wurde, daß Geschriebenes einen höheren
Wert hat als Gesprochenes. Nach dem Machtverlust der Katholischen Kirche im
Bereich der Wissenschaften ist über mehrere Jahrhunderte der Bürger schon zum
Glaubenssatz hingeführt worden, daß wissenschaftliche Untersuchungen mehr Wert
und höhere Wichtigkeiten hätten, als das eigene Urteil. Die größte
Manipulation ist daher auf dem Gebiet der Glaubenssätze zu finden. Die
Manipulatoren, die es schaffen, daß die Menschen an bestimmte Dinge glauben,
haben den größten Effekt erzielt.
- Wesentlich trickreicher
ist die Auswahl von Personen, die bereits ohne Beeinflussung Ziele
verfolgen, die dem Manipulator dienen. Keine Behauptung ist so absurd, als
daß es nicht doch irgendwo jemanden gibt, der genau diese Behauptung mit aller
Entschiedenheit vertritt. Der Manipulator hat somit eigentlich nur das
Problem, den zu finden, der genau sein Ziel verfolgt. Diesen kann man dann
unterstützen, fördern und gewährenlassen. Und falls er sich nun irgendwann
anders besinnt, kann der Manipulator ihn einfach fallenlassen. Die ausgewählte
Person ist bei ihrer Tätigkeit jedoch immer davon überzeugt, daß sie ihrem
eigenen Ziel dient. Die wirklichen Ziele des Manipulators sind ihr nicht
bekannt. Genau, und dies ist deshalb möglich,
weil der Manipulierte an etwas GLAUBT, der Manipulator aber nicht. Er braucht
also den Glaubenssatz der Manipulierten, um seine Anliegen durchzusetzen.
Auch für die eigentliche Zielgruppe der Manipulation, die wiederum von
der ausgewählten Person manipuliert werden soll, ist der wirkliche Manipulator
nicht erkennbar. Die Zielgruppe nimmt nur wahr, daß es immer wieder
Persönlichkeiten gibt, die für eine gewisse Zeit ein Ziel verfolgen und
irgendwann wieder verschwinden.
- Besonders günstig ist es
für den Manipulator, wenn es bereits Gruppen (z.B. Bürgerinitiativen) gibt,
die sich völlig unabhängig entwickelt und etabliert haben und zufällig seinen
Zielen dienen. Hier fällt es ihm sehr leicht, den Zusammenhang zwischen seinen
Zielen und den Zielen der Gruppe zu leugnen. Es reicht für ihn aus, daß die
Gruppe bestehen bleibt und weiterhin seine Ziele verfolgt. Diese Unterstützung
kann z.B. durch Spenden, durch die Zuverfügungstellung von Räumen und Material
und gezielte Finanzierung von Einzelaktionen stattfinden.
- Sofern es solche Gruppen
nicht gibt, kann der Manipulator auch solche künstlich schaffen, indem er die Voraussetzungen zur Selbstorganisation von Gruppen schafft. Durch
gezielte Propaganda muß zuerst das notwendige Bedürfnis nach einer solchen
Gruppe geschaffen werden, um dann im zweiten Schritt erste Ansätze zur Bildung
von Gruppen durch die Presse hervorzustellen, teilweise vielleicht auch mit
Übertreibung und Fehlinformation. Genau das ist der
Punkt: ein „notwendiges Bedürfnis schaffen“ ist nichts anderes, als eine
intellektuelle Situation zu schaffen, wo der zu Manipulierende an etwas
GLAUBT. Das Wort BEDÜRFNIS kommt aus der Sozialpsychologie und wurde auf der
politischen Ebene beispielsweise für die Umerziehung der Deutschen im großen
Maßstab von 1946-1980 eingesetzt. Die „Bedürfnisse“ sind in Wirklichkeiten
geistige Inhalte, die eine Art Hirnwäsche oder Charakterwäsche zur Folge hat.
Wird man über Jahre hirnge-waschen, verändert sich der Charakter. Daher
spricht man auch im sozialpolitischen Bereich von CHARAKTERWÄSCHE. Diese
erfahren vor allem erst mal die Politiker in unserem Land, bevor sie auf die
Bevölkerung losgelassen werden. Bedürfnisse zu wecken ist daher immer eine
Form von Willkür dem Manipulierten gegenüber, was bedeutet, daß die freie
Willensentscheidung des Menschen schwindet und irgendwann mal ganz
verschwindet. Diese ist es aber gerade, die ihn vom Menschen unterscheiden
könnte. Da die meisten Menschen keine freien Willensentscheidung mehr haben,
sind sie tatsächlich schlimmer dran als Tiere, denn die haben ja wenigstens
noch einen Instinkt, der sie warnt und ihr Überleben regelt. Der manipulierte
Mensch hat diesen Instinkt nicht mehr und erkennt daher die Gefahren für sich
und seine Umwelt nicht mehr. Diese ersten Ansätze wirken dann wie
Kristallisationskeime. Im Kapitel "Kostenlose Helfer" stelle ich eine Variante
dieser Methode vor. Man braucht diese Methode nicht unbedingt nur im Bereich
von Geheimdiensten und Wirtschaftsverbänden zu suchen. Die kostenlosen Helfer
sind nämlich nichts anderes als Gruppen, deren Selbstorganisation gefördert
wird. Die Beispiele können unter Umständen auch so banal sein wie das Sammeln
von Briefmarken, Telefonkarten oder dem Inhalt von Überraschungseiern. Der
Sammeltrieb des Menschen ist schon vorhanden und setzt nur voraus, daß es
etwas gibt, was man sammeln kann. Wenn man nun einem Produkt etwas beilegt,
was den Sammeltrieb auslöst und dieses durch Werbung bekannt gibt, so werden
mit Sicherheit Sammel- und Tauschclubs sich selbst organisieren. Indem nun der
Produzent Treffen dieser Sammelclubs unterstützt und die Presse von solchen
Treffen berichtet, werden diese Clubs als kostenlose Helfer für das Produkt
Werbung machen und andere von der Sammelleidenschaft anstecken.
- Alle bislang geschilderten
Stufen der Manipulation setzen zur Erreichung eines Ziels aktives Handeln
voraus. Manchmal gibt es für den Manipulator auch ohne eigenes Zutun
vorteilhafte Bedingungen, Voraussetzungen, Vorurteile und Gesetze. Hier fällt
es dem Manipulator besonders leicht, seinen Einfluß auf diese Zustände zu
leugnen, vor allem dann, wenn die Zustände schon sehr lange unverändert
existieren. Es reicht in diesem Fall für den
Manipulator aus, die Änderung der Zustände zu verhindern. Das aktive Handeln
beschränkt sich dabei oftmals auf die Betonung der konservativen Werte und
die Verunglimpfung der neumodischen Ansichten.
- Wenn man eine gegnerische
Gruppe schädigen will, kann man die moralisch schlechten Ziele dieser
Gruppe stärken durch gezielte Unterstützung oder durch
Einschleusung von Personen in diese Gruppe. Dann fällt es einfacher, diese
Gruppe in der Öffentlichkeit zu verunglimpfen.
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Zuerst möchte ich die Begriffe klären. Eine
Reaktion ist eine Handlung als Folge eines Reizes. Ein solcher Reiz kann
von außen über die Sinnesorgane kommen oder von innen durch Hunger,
Durst, Sodbrennen, Müdigkeit. Es gibt dabei noch eine wichtige Mischform von
Reizen: solche, auf die wir konditioniert werden. Als Beispiel für diese
Mischform möchte ich den Anblick einer Radarfalle nennen, die an sich nicht
sonderlich bedrohlich wirkt, einem trotzdem einen Schreck einjagen kann. Die
Wahrnehmung der Radarfalle ist zwar ein äußerlicher Reiz, da wir sie über unsere
Augen wahrnehmen, jedoch der Schrecken kommt erst durch die Verbindung des
Anblicks einer Radarfalle mit einer möglichen Strafe. Der angstauslösende Reiz
kommt somit vom Gehirn.
Im Gegensatz dazu ist autonomes Handeln
nicht die Folge eines Reizes, sondern die Folge einer Überlegung, also nicht
fremdbestimmt. Autonomes Handeln ist viel häufiger
die Folge einer subjektiven, irrationalen Wahrnehmung als einer Überlegung, die
ja Rationalität voraussetzt, die aber bei den wenigsten Menschen entwickelt ist
und daher als Ideal des „wahren Menschenseins“ geglaubt wird. Das
Hauptproblem bei der Abgrenzung des Begriffs sind dabei die durch Erziehung
und Manipulation verankerten Verhaltensweisen. Es
ist besser, das Wort VERHALTENSWEISEN durch BEWEGUNGSWEISEN auszutauschen, weil
man dann der Wahrheit näher ist. Statt VERHALTENSWEISEN bzw. BEWEGUNGSWEISEN ist
es noch besser das Wort GLAUBENSSÄTZE einzuführen, weil dann erkannt wird, daß
gerade über diese, eine Bewegung, ein Verhalten im Menschen ein gewünschtes
Resultat hervorruft. „Erziehung“ ist nichts anderes als permanente Einfließen
von GLAUBENSSÄTZEN. Wir sollen an dieses und jenes glauben, damit wir dann jenes
und dieses tun sollen. Das ist für ein Kind und Jugendlichen eine Möglichkeit,
sich zu orientieren. Wenn der Mensch dann das Glück haben sollte, einen Freien
Willen zu bekommen, dann wird er die Glaubenssätze seiner Erziehung fallen
lassen und einen eigenständigen Weg gehen. Aber auch die Vorstellung von einem
EIGENSTÄNDIGEN WEG ist in unserer Gesellschaft ein Glaubenssatz und ein
GLAUBENS-IDEAL. Wir werden gelobt, wenn uns Menschen sagen, daß wir unseren
eigenen Weg gefunden haben. Jeder wünscht sich, selbständig zu sein, unabhängig
von anderen, autark. Doch Tatsache ist, daß wir nicht allein auf der Welt leben,
sondern unser Dasein noch mit 7 Milliarden anderer Menschen und den
Aberbillionen tierischer Lebewesen teilen müssen. Das Thema der GLAUBENSSÄTZE
halte ich für außerordentlich hoch. Darüber könnte man selbst Bände schreiben.
Weil Werbung auf GLAUBE aufgebaut ist, kann die Manipulation funktionieren. Doch
der Grund, warum sie über den Glauben funktioniert liegt in den Machenschaften
der Katholischen Kirche, die schon rund 2000 Jahre dafür gesorgt hat – also die
Menschen dort hingeführt hat -, zu glauben, nicht zu kontrollieren oder
überprüfen, sondern zu glauben und immer wieder zu glauben. So ist die
Gewöhnung, daß man an etwas glauben soll, schon im heutigen Menschen angelegt
und die Manipulatoren können auf diese katholische Grundlage aufbauen. Im
Moment des Handelns liegt zwar kein unmittelbarer Einfluß von außen vor, dennoch
kann man dieses Handeln nicht als wirklich autonom bezeichnen. Schon dieses
Problem der Abgrenzung macht deutlich, wie selten wirklich autonomes Handeln
vorliegt. Aber auch dann, wenn es wirklich autonomes Handeln kaum gibt, so gibt
es doch Handlungen, die weniger fremdbestimmt sind, als reine Reaktionen auf
diverse Reize. An dieser Stelle ist zu überlegen, warum
eine Fremdbestimmung möglich ist. Aus meiner Erfahrung deshalb, weil die meisten
Menschen nicht wirklich wissen, was sie wollen. Daher nehmen sie alles Mögliche
auf. Eine der Hauptmanipulation ist, die Massen der Menschen in eine Situation
zu bringen, wo sie niemals wissen und auch nicht wissen sollen, was sie
eigentlich wirklich wollen. Das finden wir auf der wirtschaftlichen und
politischen Eben besonders. Ein weiteres Problem der Abgrenzung ist die
Tatsache, daß kaum einer in der Lage ist, anerzogene Werte, Bedürfnisse und
Verhaltensweisen von seinen eigenen zu unterscheiden. Vieles, was man für
seine eigene Meinung hält, ist fremdbestimmt. Das
sehe ich auch so. Und wenn man sich mal die Mühe macht und auch den Mut dazu
hat, zu hinterfragen, was eigentlich nicht an einem fremdbestimmt ist, dann wird
man einsehen müssen, wenn man ehrlich genug zu sich selbst ist, daß vielleicht
rund 99% aller Verhaltens- und Denkweisen fremdbestimmt sind. Im Kapitel
"Wie man Meinung macht" wird intensiver auf dieses Thema eingegangen.
Für den Manipulator hat autonomes Handeln der
Opfer gegenüber Reaktionen einen entscheidenden Nachteil: Autonomes Handeln
ist nicht vorhersagbar. Reaktionen sind hingegen sehr wohl vorhersagbar.
Stimmt. Wenn man jemand anspricht, wird dieser
einen daraufhin wahrscheinlich anblicken. Es ist unwahrscheinlich, daß der
Angesprochene wegläuft, gähnt oder anfängt zu
jodeln. Der äußere Reiz, angesprochen zu werden, hat die vorhersagbare Folge,
daß einem etwas Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wenn der Manipulator nun keine
weiteren Reize parat hat, so wird sich der Angesprochene wieder seinen eigenen
Zielen widmen. Was muß der Manipulator also tun? Er muß sein Opfer so heftig
mit Reizen überhäufen, daß dieses ständig reagiert. Würde er nachlassen, so
würde sein Opfer wieder seine eigenen Ziele verfolgen. Ein einfaches Beispiel
hierfür ist der pausenlos redende Vertreter an der Haustür. Sofern der
Manipulator ein guter Rhetoriker ist, kann er das Opfer durch das Gespräch
führen. Ein anderes Beispiel ist die pausenlos auf ihr
Kind einredende Mutter – und dies die ganze Kindheit hindurch!
Die Reizüberflutung in der Fernsehwerbung hat das gleiche Ziel. Der Zuschauer wird mit so vielen Reizen überlastet,
daß er nur noch reagieren kann. Solange er nur reagiert, kann sein Verhalten
gesteuert werden. Richtig.
Und nun kommt der wichtigste Punkt: Für den
Manipulator ist jede Form der Reizüberflutung seines Opfers nützlich. Es
spielt dabei keine Rolle, ob nun alle Reize unmittelbar seinen Zielen dienen
oder nicht. Wirklich wichtig ist für ihn nur, daß das Opfer nicht zum
autonomen Handeln zurückkehrt. Daher soll das Opfer möglichst ständig
beschäftigt sein. Durch unterschiedliche Aktivitäten kommt das Opfer nicht zur
Ruhe:
- Ständige Musikberieselung:
Supermarkt, Autoradio
- Fernsehen, Kino, Theater,
Museen, Volksfeste, Stammtisch, Sportveranstaltungen
- Weihnachtsrummel,
Kaufrausch, Konsum
- Hobbys, Lesen, Sport,
Reisen, Vereine
- Verpflichtungen: Familie,
Wohnung, Kirche
- Gelderwerb, Arbeit, Kurse,
Weiterbildung, Arbeitsweg
- Der Manipulator braucht
nur noch diese Aktivitäten zu fördern durch:
- Förderung von Vereinen,
Sportveranstaltungen, Volksfesten
- Schaffung weiterer
Fernsehkanäle
- Werbung zur Steigerung des
Kaufrauschs
- Schaffung von
Jugendzentren, Discos, Sportgeländen
- Schaffung neuer
Verpflichtungen, Steuern
- Schaffung neuer
Bedürfnisse (CD-Player, Walkman, Gameboy)
Die Römer hatten den Begriff "Brot und
Spiele". Die Bedeutung ist: Das Volk ist dann ruhig, wenn die elementaren
Bedürfnisse gestillt sind (Brot) und es beschäftigt ist (Spiele).
Der Unterschied zwischen Roms Zeiten und heute liegt
darin, daß der Römer immer noch besinnliche Möglichkeiten in einer nicht
zerstörten Natur bzw. Umwelt hatte. Er konnte sich von seinen Spielen erholen.
Das kann der heutige Mensch mit seiner Reizüberflutung kaum noch. Dadurch wird
ein massenpathologischer Schaden provoziert, den wir nicht mehr kontrollieren
geschweige denn therapieren können.
Wenn jemand erst einmal daran gewöhnt ist, nur
noch zu reagieren, so wird er auch dann nicht autonom handeln, wenn er
kurzfristig dafür Zeit hätte. Wie ein Süchtiger wird er nach neuen Reizen
suchen, auf die er dann wieder reagieren kann. Wenn im Fernsehen nichts kommt,
dann geht man halt ins Kino, anstatt über seine wirklichen Ziele nachzudenken
und entsprechend seinen Zielen zu handeln. Es geht
sogar noch schlimmer: Wenn man dann doch mal etwas Freizeit hat, auch wenn nur
für einige Minuten, dann nehmen viele eine Zeitung oder Zeitschrift und blättern
drin herum, schauen sich die Bilder und natürliche Werbespots an, wie in den
Wartesälen der Ärzte beispielsweise. D.h.: die Freizeit wird dafür verwendet
schon ganz verselbständig zur Werbung zu greifen, um weiter sich mit Werbung
berieseln zu lassen. Dies ist eine geglückte, mediale klassische Form der
Fremdbestimmung.
In manchen Fällen werden vom Manipulator noch
weitere Maßnahmen ergriffen, die zum Ziel haben, daß autonome Handeln
auszuschalten:
- Das Militär setzt
hauptsächlich auf Begriffe wie Befehl, Gehorsam, Autorität, Pflicht und
auf ein stark hierarchisches Konzept. Der Untergebene hat zu regieren
und zu funktionieren. Selbständiges Handeln ist nicht erwünscht. Ähnliche
Methoden findet man ebenfalls in der katholischen Kirche und in autoritär
geführten Firmen. Damit auch Befehl und Gehorsam
„funktionieren“ muß vorher aber erst das RECHTSBEWUSSTSEIN ausgeschaltet
werden. Solange ein Bewußtsein über Recht und Unrecht vorhanden ist, solange
werden Gehorsam und Pflichterfüllung nicht funktionieren. Julius Cäsar hatte
dies als erste Politiker erkannt und schuf einen Beamtenstaat mit dem Sinn,
daß diese Beamten ein enormes Pflichtgefühl dem Staat gegenüber haben sollen,
aber kein Rechtsbewusstsein. Dies ist einer der Gründe, warum beispielsweise
die Spezies der Polizeibeamten und Finanzbeamten in der Exekutive
Pflichtbewusstsein mit Rechtsbewusstsein verwechseln, ja sogar glauben, daß
sie ein Rechtsbewusstsein hätten, welches weit über das der Bevölkerung läge.
Der Beamte ist die klassische Form der Fremdbestimmung.
- Durch Sachzwänge,
Bürokratie und Gesetze kann dem Bürger eigenes Handeln als aussichtslos
erscheinen. Hier wirkt das Frustrations-Prinzip.
Je mehr Gesetze, desto mehr wird der
Handlungsspielraum eingeengt. Die BRD schafft jedes Jahr fast 100 neue
Gesetze. Die EU wird ihre 580 Gesetze noch mehr ausweiten und
„differenzieren“, wenn diese erst mal ratifiziert werden. Der
Handlungsspielraum wird so eng werden, daß aus diesem sich dann die weltgrößte
Befreiungsaktion der Menschheitsgeschichte entwickelt wird. Das wissen auch
die Eliten der Welt.
- Religiöse Gemeinschaften
können das selbständige Handeln der Mitglieder und Angestellten (Laien und
Priester) beschränken, indem sie auf den göttlichen Ursprung ihrer Regeln
verweisen. Jedes autonome Handeln ist somit gegen Gott.
Als konkretes, lebendiges Beispiel schauen wir uns
die „Geschichte“ der Polen an. Dieses Volk ist dermaßen von der Katholischen
Kirche drangsaliert worden seit dem 10. Jahrhundert, daß es niemals in der
Lage war, einen eigenen souveränen Staat aus sich selbst zu erschaffen. Polen
musste von den damaligen Großmächten proklamiert werden. Was die
Manipula-toren oft übersehen ist, daß eine ständige „Erziehung“ zum Gehorsam
Gottes gegenüber den Minderwertigkeitskomplex dieser Menschen äußerst
aktiviert, was tiefenpsychologisch bedeutet, daß diese Menschen einen
kolossalen Größenwahn predigen. Dazu braucht man sich nur einmal die
Größenwahnvorstellungen der polnischen Eliten anschauen, wie die gerne Europa
hätten. Damit werden wir aber noch reichlich in Konflikt kommen, denn nun sind
die Polen ja in der EU.
- Sofern sich das Opfer für unfähig oder unwürdig hält, ist es bereit, Experten, Vorgesetzte und
Autoritäten anzuerkennen, anstatt sich auf seinen eigenen Verstand zu
verlassen und entsprechend zu handeln. Immer dann,
wenn man minderwertige Gefühle und Gedanken hat, anerkennt man Autoritäten,
auch falsche. Das ist das Problem. Es ist somit Ziel des Manipulators,
das Opfer in Unwissenheit zu halten, den eigenen Wissensvorsprung zu betonen,
sich durch ein entsprechendes Fachchinesisch (oder Latein) vom Opfer abzuheben
und dem Opfer seine Minderwertigkeit und diverse Schuldgefühle einzureden. Das
kirchliche Sündenbekenntnis und die Beichte verstärken diese Schuldgefühle.
Richtig. Aber dem Manipulator geht es heute nicht nur
darum, seinen Wissenvorsprung zu erhalten. Es geht ihm auch um Macht, deshalb
gehen die Manipulatoren in erster Linie soweit, daß die Desorientierung das
Wichtigste in der ganzen Manipulation ist. Eine sehr wirkungsvolle Technik
hierfür ist die Verbreitung von VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN, die meistens von den
Machteliten selbst kommen. Wer also an Verschwörungen glaubt wird, ohne es zu
merken, seiner geistigen autonomen Tätigkeit beraubt. Das ist natürlich
besonders schlimm für unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ja im
Aufbau ihrer eigenen Welt begriffen sind. Mittels der Verschwörungstheorien
können diese jungen Menschen sofort „außer Gefecht“ gesetzt werden. Man
erwartet dann kein autonomes Handeln von ihnen. Und sie sind leicht zu
kontrollieren.
- Durch Erziehung und
Schule lernt man bereits frühzeitig, nicht aus der Reihe zu tanzen, brav zu sein und sich der Gemeinschaft anzupassen.
- Bei Verhandlungen kann man
seinen Gegenüber durch Fragen dirigieren. Das ist eine der Botschaften,
die Vorgesetzte auf Managementkursen lernen. Das ist
eine Technik, die von Aristoles kommt. Wir werden daher heute noch vom
griechischen Bildungssystem manipuliert. Der Untergebene stellt
oftmals nach einem Gespräch mit seinem Chef fest, daß das Gespräch nicht so
lief, wie er es geplant hatte. Alle zurechtgelegten Sätze konnten nicht so
angewendet werden. Schon damit, daß der Chef fragte "Was wünschen Sie?", wird
der Untergebene in die Position des Reagierenden gebracht. Und Vorgesetzte
haben ein großes Repertoire an solchen kurzen Fragen, mit denen sie ihre
Untergebenen in einem Gespräch pausenlos beschäftigen können: "Was schlagen
Sie vor?", "Wie haben Sie das festgestellt?" Der Untergebene
ist so damit beschäftigt, die Fragen zu beantworten, daß er sein eigenes Ziel
nicht verfolgen kann. Mit jeder Antwort gibt er dem Vorgesetzten neue
Möglichkeiten für weitere Fragen. Nun braucht der Vorgesetzte nur noch den
Untergebenen durch Fragen auf ein Thema dirigieren, das den Zielen des
Untergebenen entgegensteht. Auf jeden Fall ist aber das vom Untergebenen
zurechtgelegte Konzept dahin. An dieser Stelle ist es
nützlich, daß Buch von Elias Canetti MASSE UND MACHT zu lesen. Er geht noch
viel weiter als hier gerade beschrieben: Er erkannte, daß jeder Befehl, auch
wenn er noch so weich und versteckt vorgetragen wird, im Menschen einen
Stachel (einen psychischen Stachel) ins Herz rammt, wenn er nicht bereit ist
oder wahr, den Befehl zu folgen. Wenn beispielsweise eine Frau zu ihrem Mann
sagt: Ach Liebling, kannst du so nett sein und mir den Nagel hier in die Wand
schlagen – dann kann er dies tun, weil er selbst vor hatte, dort einen Nagel
zu placieren, um ein schönes Bild aufzuhängen. Er wird keinen seelischen
Schaden durch das Nagel-in-die-Wand-Einschlagen bekommen. Wenn der Mann aber
gerade mit einer Arbeit beschäftigt war, aus dieser herausgerissen wird,
diesen Nagel in die Wand also schlägt, obwohl er es ja eigentlich nicht
wollte, dann hat er einen Stachel abbekommen, auch wenn nur ein ganz kleiner.
Diese Stacheltheorie von Elias Canetti ist ein nützliches Modell, um
beispielsweise zu erklären, warum die Menschen so und so werden. Man kann sich
auf diese Weise sehr gut vorstellen, daß Menschen in ihrer Kindheit und
Jugendzeit so viele Stachel abbekommen haben, daß ihr Herz wie ein Igel
aussieht. Das Problem ist, daß nun die Menschen auf unbewusste Art und Weise
versuchen, diesen Stachel oder die Stachel wieder loszuwerden, indem sie
unbewusst Situationen schaffen, die der ähnlich war, als sie den Stachel
bekommen hatten. So entstehen die sogenannten BEZIEHUNGS-KISTEN, die für die
Manipulatoren der Industrie und Politik ein gefundenes Fressen sind. Denn wenn
man fremdbestimmt ist, dann kauft man Dinge, die man nicht kaufen wollte. Man
führt also einen Befehl aus und mit jedem Kauf bekommt man einen Stachel mehr
ins Herz gesetzt. Das ist auch der Grund, warum manche Hausfrauen nach einem
Großeinkauf sich richtig schlecht fühlen, obwohl ihn doch die Werbung Glück
versprochen hatte.
(zum Seitenanfang)
Würde der Manipulator seinem Opfer sagen, daß
er es nun für seine Ziele benutzen will, so würde das Opfer sich
selbstverständlich dagegen wehren. Eine Manipulation wirkt am besten, wenn der
Manipulierte:
- die Manipulation nicht
bemerkt,
- die Ziele des Manipulator
für seine eigenen hält,
- das Ziel der Manipulation
nicht kennt,
- den Manipulator nicht
wahrnimmt.
- Selbst dann, wenn der
Manipulierte bemerkt, daß er etwas gegen seine Vernunft tut, aber keinen
äußeren Verursacher dieser Handlung ausmachen kann, ist es unwahrscheinlich,
daß der Manipulierte sein Handeln ändert, sofern diese Tätigkeit allgemein
üblich ist. Würde man den Manipulierten auf die Widersinnigkeit seines
Handelns hinweisen, bekäme man bestimmt zur Antwort: "Wenn man über alles
nachdenken würde, dann darf man ja gar nichts mehr machen." Daraus kann man
nun zwei mögliche Schlußfolgerungen ziehen:
Die Ausschaltung zum autonomen Handeln
wird durch das Wort ALLES provoziert. Natürlich weiß jeder, daß man nicht über
alles nachdenken kann. Die geglückte Manipulation liegt darin, daß durch dieses
Wort ALLES er dann überhaupt nicht mehr nachdenkt, also ALLES Denken
ausschaltet. Es ist dieses ALLES ODER NICHTS-Prinzip, welches immer wieder von
den Werbespezialisten eingesetzt wird. Inzwischen kommt noch der
größenwahnsinnige Aspekt der Werbung hinzu, eingeleitet mit den Worten: ICH WILL
MEHR oder ICH WILL ALLES UND JETZT GLEICH. Diese Sprüche funktionieren bei all
den Menschen, die schon ein beträchtliches Potential von
Minderwertigkeitsgefühlen bzw. einen starken Minderwertigkeitskomplex aufweisen.
Es ist besser, wenn man über bestimmte, wenige Dinge nachdenkt, denn dann ist
der Denkprozeß im Fluß. Wenn man suggeriert wird und glaubt, daß man über ALLES
doch nicht nachdenken könnte, hat man verloren.
- erstens: man hört auf,
darüber nachzudenken,
- zweitens: man hört auf,
entsprechend widersinnig zu handeln. Wenn man aufhört, darüber nachzudenken,
hat der Manipulierer gewonnen und man bleibt brav sein Opfer. Der Manipulierer
unternimmt selbstverständlich alles in seiner Macht stehende, das Nachdenken
über die Manipulation so schwer wie möglich zu machen, indem er seine
- Ziele und Methoden geheim
hält. Nun könnte man entgegnen, daß in der Fernsehwerbung die Ziele ganz offen
genannt werden und das Geheimhaltungsprinzip somit hier nicht gilt. Das stimmt
auch. Das Ziel (ist)
liegt wirklich offen und die Werbung ist als solche erkennbar. Es ist aber
nicht das Ziel der Fernsehwerbung, daß wir vom Fernsehsessel aufspringen, in
den nächsten Laden rennen und das Produkt kaufen. Das wäre illusorisch und nur
ein sehr kurzfristiger Erfolg. Das Ziel ist der dauerhafte Erfolg, den man nur
erreicht, wenn der Kunde glaubt, daß es sein eigener Wille ist, ein
bestimmtes Produkt zu kaufen, weil dieses ihm aus unterschiedlichen Gründen
(Preis, Umweltschutz, Gesundheit) anderen Produkten überlegen scheint. Und
derjenige, der glaubt, er würde nicht auf die Manipulation der Werbung
hereinfallen, sondern aus eigener Entscheidung ein Produkt kaufen, sollte
immer prüfen, ob seine Meinung auch wirklich seine eigene Meinung ist und die
Fakten, die er zur Bildung seiner Meinung heranzog, auch wirklich stimmen.
Aus diesem Absatz geht ja gut hervor, daß es um einen
GLAUBEN geht, ganz gleich, ob es der eigene Glaube oder der aufoktroyierte
ist. Das religiöse Bekenntnis der christlichen Kirche der letzten 2000 Jahre
ist auf den Verkauf von Produkten übergegangen. Es geht nicht mehr um den
Glauben an Gott, sondern um den Glauben an das Produkt in Verbindung mit dem
eigenen oder oktroyierten Glauben. Aus diesem Grunde ist die Diskussion um
Glaubensätze ganz wesentlich, weil sich darum die gesamte Werbung, die gesamte
Manipulation dreht. Was lernt man daraus? Auch wenn das Ziel
scheinbar offen liegt, so kann doch noch ein nicht ganz so offensichtliches
Teilziel geben. Auch sollte man zwischen den Wörtern
MEINUNG und ARGUMENT unterscheiden. Und zwar deshalb, weil das Wort MEINUNG
inzwischen zu viele negative Assoziationen beinhaltet und die Demokratie als
solche ja schon lange nicht mehr existiert in der BRD, jedenfalls von dem
Zeitpunkt an, wo die Karlsruher Richter (Judikative) Urteile fällen über die
Streitigkeiten im Bundestag (Exekutive) und im Bundesrat (Legislative). Daher
muß das Wort MEINUNG analysiert werden. Heute ist eine MEINUNG ein Konglomerat
aus vielen Einflüssen, worunter auch eigene Vorstellungen sein könnten. Aber
die sogenannten MEINUNGSMACHER wissen bereits, daß eine Meinung niemals etwas
Persönliches, sondern immer etwas Gemachtes ist, welches man unbewusst
aufnimmt und sich damit identifiziert. Ein MEINUNG ist wie ein Produkt mit
einer Verpackung: Entweder man kauft es den Manipulateuren ab oder nicht. Es
kommt also auf die Verpackung und dem Werbespruch an.
Demgegenüber steht das ARGUMENT,
welches ich so definiere, daß es sich aus autonomen Entscheidungen entwickelt
hat. Ein ARGUMENT durchläuft vorher eine persönliche Entwicklung zu irgendeinem
Thema. Ein MEINUNG hat keine persönliche Entwicklung erfahren. Andere waren es,
die diese konstruiert und in die Welt gesetzt haben.
- Eine Methode, Ziele und
Methoden zu verstecken, ist die Überlastung des Manipulierten durch zu
viele Fakten, Bilder und Manipulationen. Besonders in der Fernsehwerbung wird
der Zuschauer mit so vielen Manipulationsversuchen überhäuft, daß er diese
nicht behalten oder gar analysieren kann. Auch Gesetzestexte kann man so
formulieren, daß der Leser durch Satzstellung, Querverweise und Fachausdrücke
so überlastet ist, daß der eigentliche Inhalt des Gesetzes übersehen wird.
Genau. Das ist absichtlich so gewollt, weil dadurch
eine konkrete Macht über den Bürger ausgeübt werden kann. Gerade bei
Gesetzestexten kann man sehen, wie der Intellektualismus gegen die Bevölkerung
missbraucht wird. Und Machtmißbrauch bei den Eliten gehört nicht nur zur
Tagesordnung sondern schon zur Stundenordnung.
- Durch die Nennung von
Alibizielen wird die Faulheit des Manipulierten ausgenützt, über weitere
Ziele nicht nachzudenken. Wenn eine Regierung in einer Region ein politisches,
wirtschaftliches oder militärisches Interesse hat und daher militärisch
angreift, kann sie statt der Nennung ihrer wahren Ziele auf unterschiedliche
Alibiziele ausweichen, indem sie vorgibt, eine bedrohte Minderheit zu
schützen, der von einer Hungersnot bedrohten Bevölkerung zu helfen
oder die Welt vor der großen Gefahr zu schützen, die von dieser Region
ausgeht. Es ist bei den Manipulierern besonders beliebt, solche moralisch
hochstehenden Alibiziele zu nennen. Das macht es einfacherer, die Gegner der
eigenen Ziele als unverantwortlich und unmenschlich darzustellen.
- Richtig zur Wirkung kommt
die Methode der Alibiziele erst dann, wenn für unterschiedliche Teilziele
eines Gesamtplans unterschiedliche Alibiziele genannt werden, die von
unterschiedlichen Gruppen verfolgt werden. Der Gesamtplan wird dadurch
vollständig versteckt. Jede Gruppe dient dabei einem Alibiziel, das sie für
das eigentliche Ziel ihrer Tätigkeit hält. Sie nimmt möglicherweise die
anderen Gruppen wahr, die andere Ziele verfolgen, hält sie aber für unabhängig
und glaubt nicht, daß alle Ziele in Wirklichkeit einem Gesamtplan dienen. Wenn
sich durch das gemeinsame Wirken der unterschiedlichen Gruppen quasi zufällig
und scheinbar nicht geplant eine Situation entwickelt, die für die Mächtigen
sehr angenehm ist, so scheint es eher eine Nebenwirkung zu sein als das
eigentliche Ziel. Diese Methoden wurde aus der
Geheimdiensttätigkeit abgeschaut bzw. entwickelt. Dem ganzen dienlich ist die
Psychoanalyse von Freud, die in den USA großen Anklang fand, und zwar deshalb,
weil sich Soziologen mit dem Thema der Umerziehung der Deutschen
auseinandersetzten. So entwickelte sich die politische Sozialpsychologie, die
an Deutschland bis zum heutigen Tag praktiziert wird. Die Produkt-Werbung
spielt hierbei eine entscheidende Rolle. - Man sollte hier erwähnen, daß die
Geheimdienstätigkeit von Hochschulprofessoren entwickelt wurden und werden,
heute in Verbindung mit Sozialpsychologen und Physikern. Die CIA wurde
beispielsweise von einem amerikanischen Hochschuldozenten entwickelt, der
anfangs seiner Karriere ein Trotzkist war, später Abstand von Trotzki nahm,
Ästhetik unterrichtete und aus einem persönlichen Bedürfnis seiner politischen
Tätigkeit dahinter kam, eine Organisation zu gründen, die Amerika vor den
Kommunisten schützen soll. So dachte sich dieser Professor alle möglichen
Manipulationsmechanismen aus, von der Fälschung von Dokumenten bis zum
revolutionären Sturz irgendwelcher Staaten, die die US-Regierung im Auge
hatte. Wir kennen heute diese Machenschaften des CIA. Die anderen Geheimbünde
der Welt sind ähnlich aufgebaut, was dazu führte, daß die Agententätigkeit
seit 1990 dermaßen in der Welt zugenommen hat, daß politisch kein vernünftiger
Mensch mehr orientiert ist bzw. sein kann. Die Agententätigkeit ist darüber
hinaus so unkontrolliert geworden, daß die USA der Welt vor rund drei Wochen
vorgeschla-gen hat, eine Struktur der Agententätigkeiten zu schaffen, damit
noch ein Überblick vorhanden ist. Die Regierungen blicken selbst nicht mehr
durch, welcher Agent welchen umbringt, welche Agenten wo und wann Bomben in
die Luft jagen. – Interessant ist auf alle Fälle die Tatsache, daß die
Psychoanalyse von S.Freud wesentlich dazu beigetragen hatte, die CIA zu
gründen, und nicht die Analytische Psychologie von C.G.Jung.
- Stark hierarchische
Strukturen begünstigen die Geheimhaltung der Ziele der Mächtigen gegenüber den
Personen am unteren Ende der Hierarchie. Geheimbünde sind oftmals nach diesem
Schema aufgebaut. Wenn ein Neuling mit diesem Geheimbund in Berührung kommt,
trifft er zwar auf andere Personen, die länger diesem Geheimbund angehören,
die aber selbst noch nie die Möglichkeit hatten, sich mit dem Leiter des
Bundes über dessen Ziele zu unterhalten. Diese untere Hierarchiestufe dient
eigentlich nur Alibizielen. Der Neuling soll hier nur beobachtet werden,
inwieweit er für die Ziele des Bundes brauchbar ist. Jemand, der das wirkliche
Ziel schon etwas besser, aber noch lange nicht im vollen Ausmaß kennt, wählt
dann aus den Neulingen die brauchbarsten aus und hebt sie auf seine
Hierarchiestufe. Die Unbrauchbaren kann er bedenkenlos auf der unteren
Hierarchiestufe lassen. Da diese Unbrauchbaren glauben, das wirkliche Ziel des
Bundes zu kennen und diese Alibiziele gegenüber anderen Neulingen auch nennen,
dienen sie dem Bund dadurch bei der Verschleierung seiner Ziele. Es bleibt für
die Leiter des Geheimbundes offen, ob sie unbekannt bleiben wollen oder ob sie
sich gelegentlich, zum Beispiel an hohen Feiertagen den Angehörigen der
unteren Hierarchiestufen zeigen. Das klingt so, als
ob es so gewollt wäre. Tatsächlich ist es aber so, daß diese „Geheimbünde“
nicht aus logisch-rationalen Gründen geschlossen bzw. aufgebaut werden,
sondern aus Angst. Die Machteliten sind die Volksgruppe innerhalb eines
Volkes, was die größten Ängste aushalten müssen. Sie tun daher Dinge, die mit
Kontrolle und Manipulation sehr viel zu tun haben. Aber sie denken nicht
daran, einen Geheimbund aufzubauen. Es ergibt sich aus ihrer Angst und der
ständigen Geheimhaltung ihres Tuns, daß es äußerlich wie ein Geheimbund
aussieht. Jeder weiß, daß die CIA Geheimtätig-keiten ausüben. Und so tut es
jede Firma, der Mensch, der glaubt, etwas verbergen zu müssen, weil er Angst
hat, daß etwas entdeckt werden könnte. Das Prinzip der Geheimbünde und
Manipulation ist begründet auf der tiefen, meist unbewussten Angst der
Machteliten.
(zum Seitenanfang)
Die Chaos-Theorie behandelt Probleme
nicht-berechenbarer Abläufe. Ein Ablauf gilt als nicht berechenbar, wenn minimal
andere Anfangsbedingungen zu einem vollkommen anderen Ergebnis führen. Wenn man
einen Gummiball auf den Boden fallen läßt, kann man bestimmen, wie hoch er
hüpfen wird. Wenn man diesen Versuch beliebig oft wiederholt, kommt immer das
gleiche Ergebnis mit nur minimalen Unterschieden. Läßt man hingegen den
Gummiball eine Treppe hinunterkullern, so ist die Bahn des Gummiballs nicht mehr
bestimmbar, denn minimale Unterschiede bei der Startgeschwindigkeit führen zu
einem völlig anderen Ergebnis bezüglich der Bahnkurve des Gummiballs.
Chaos-Theoretiker versuchen in chaotischen Abläufen, Strukturen zu erkennen.
Das stimmt, sie „versuchen“ es. Doch ist die gesamte
Chaos-Theorie eine Art Beschäftigungstherapie von rationalen Menschen, deren
Intellekt gut entwickelt ist. Chaos ist bedeutungsmäßig identisch mit dem
Unbewussten, oder dem kollektiven Unbewussten, oder dem morphogenetischem Feld.
Das Chaos zeichnet sich dadurch aus, daß es Chaos ist, das es eben nicht
berechenbar ist. Ist es berechenbar, wäre es kein Chaos mehr. Tatsächlich ist
die gesamte Chaos-Theorie ein Irrwitz, der in den USA aufgebaut wurde, um
bestimmten Wissenschaftlern und Industriellen Steuergelder für eine Forschung
zukommen zu lassen, die sinnlos ist. Leider begreifen dies nur wenige.
Auch Menschen in Ihrer Gesamtheit verhalten
sich nicht berechenbar und somit chaotisch. Und genau
das ist der Zustand, wovor die Eliten Angst haben. Ihre Angst äußert sich in
einem aberwitzigen Kontrollwahn, der auf der unbewussten Seite dazu beitragen
wird, daß das gesamte System, welches sie kontrollieren, sich auflösen wird. In
der übermäßigen und perfekten Kontrolle steckt immer der Untergang, weil das
dualistische Prinzip in dieser Welt extreme Einseitigkeiten durch Zerstörung
ausgleicht. Massen sind nur dann zu kontrollieren, wenn sie alle das gleiche
denken, fühlen, empfinden und intuieren. Aber das gerade ist nicht der Fall,
daher bringt die Chaosforschung für die Eliten keinen Gewinn sondern Fakten, die
ihrem eigenen Untergang dienen. Würden die Chaostheoritiker wissen, daß die
Natur, das Universum, eingeschlossen die menschliche Natur, durch Primzahlen
aufgebaut ist (nicht durch Dezimalzahlen), dann würden sie ihre schwachsinnige
Tätigkeit sofort einstellen. Es mag zwar durchaus interessant sein,
hinter dem Verhalten von Menschen Strukturen zu suchen, für den Manipulator
zählt hingegen eine andere Fragestellung:
- Wie beeinflußt man
chaotische Vorgänge?
- Wie kann man chaotische
Vorgänge für eigene Ziele nutzen?
These 1: Chaotische Systeme lassen sich
ausrichten.
Ein einfaches chaotisches System ist ein
vibrierendes Tablett mit Erbsen. Die Erbsen tanzen darauf wild umher und ihre
Bahn ist unbestimmbar. Wer sich mit der neuen Physik
bzw. dem Global Scaling auskennt, wird wissen, daß die Erbsen nicht „wild umher“
springen und ihre Bahn sehr wohl zu bestimmen sind! Wenn man das Tablett
nur minimal schräg stellt und weiterhin vibrieren läßt, werden zwar die Erbsen
weiterhin wild umherhüpfen und die Bahn einer Erbse wird weiterhin unbestimmbar
sein, aber die Summe aller Bewegungen aller Erbsen wird eindeutig auf das
Gefälle hinzeigen. Die Bewegung der Erbsen in Richtung des Gefälles würde
geringer, sofern man die Vibration oder die Neigung verringert. Das heißt jedoch
nicht, daß durch eine beliebige Erhöhung der Vibration die Bewegung sich
beliebig steigern läßt. Ab einem bestimmten Wert würden die Erbsen vom Tablett
hüpfen. Den Eliten, ihren Untergebenen, wie
beispielsweise die Forscher und Wissenschaftler der Chaos-Theorie, aber auch die
vielen Techniker und Ingenieure wissen nicht, daß die Natur des Universum wie
auch die Natur der Welt und die Natur der Menschen sich tatsächlich
HYPERBOLISCH-LOGARITHMISCH verhält. Dies ist eine irrationale Funktion, mit der
die meisten Forscher überfordert sind, weil ihr gesamtes Denken EINSEITIG-LINEAR
ausgerichtet. Wer also natürlich, scheinbar chaotische Prozesse linear
beobachtet, wird Fehler in seinen Interpretationen machen. Die Elite der
Wissenschaftler ist noch sehr weit davon entfernt, hyperbolisch-logarithmisch zu
denken. Sie tun sich deshalb auch schwer damit, weil sie nicht akzeptieren
wollen, daß die Natur-prozesse in erster Linie auf irrationalen Prozessen
aufgebaut ist. Die Natur bevorzugt irrationale Prozesse. Logische, rationale
Prozesse duldet sie und löscht sie beizeiten aus. Das wir eine Welt haben, die
immer mehr in Richtung Zerstörung geht, hängt damit zusammen, weil die Eliten
glauben, logisch, rational bzw. vernünftig vorgehen zu müssen.
These 2: Chaotische System lassen sich
steuern
Chaotische Systeme lassen sich möglicherweise
sogar sehr gut steuern. Das ist der schönste Aberglaube
der modernen Naturwissenschaften. Die Summengeschwindigkeit aller Erbsen
steht im Zusammenhang mit Frequenz und Amplitude der Vibration und der Neigung
des Tabletts, sofern sich alle Werte in einem begrenzten Wertebereich befinden.
Die Variation eines Wertes erzeugt eine bestimmbare Änderung der
Geschwindigkeit. Das stimmt – solange man
einseitig-linear, also eindimensional denkt.
Was hat nun der Manipulator von beiden Thesen?
Er will Menschen zu einer Handlung bewegen. Würde er nun versuchen, Menschen zu
beeinflussen, die feste Ansichten und Ziele haben, so wäre dieser Versuch
bestimmt nicht erfolgreich. Die Beeinflußbarkeit ist um so höher, je mehr
Verwirrung gestiftet wurde. Das Chaos im menschlichen Verhalten nutzt also
dem Manipulator, sofern es sich in gewissen Grenzen abspielt. Das Experiment
mit dem Tablett und den Erbsen zeigt uns noch etwas sehr wichtiges: Bereits eine
sehr leichte Neigung des Tabletts reicht aus, um eine eindeutige Bewegung zu
erzeugen. Für den Manipulator bedeutet das: Wenn das Chaos den optimalen
Punkt erreicht hat, kann minimale Beeinflussung bereits zum Erfolg führen.
Die Methode "Chaos mit geringer Beeinflussung" hat enorme Vorteile gegenüber der
Methode "starke Beeinflussung ohne Chaos":
- Der Manipulator und sein
Ziel sind schlechter erkennbar.
- Durch das Chaos fällt es
gar nicht auf, daß ein klares Ziel überhaupt existiert. Die Handlungen wirken
unkoordiniert.
- Das Prinzip ist
fehlertolerant. Komplexe Planungen können an einem einzigen schwachen Punkt
scheitern. Das Chaos-Prinzip nutzt die Fehler und Abweichungen zur
Verschleierung des Ziels.
- Auch wenn viele einzelne
Handlung das Ziel zu widerlegen scheinen, so wird es doch erreicht.
- Wo kein Ziel erkennbar
ist, gibt es keine Gegner, die das Ziel behindern können.
Man kann daran glauben, was in
diesem letzten Absatz gezeigt wurde. Doch das Erbsenbeispiel hinkt enorm:
Überall dort, wo Chaos provoziert wird, spielt das Unbewusste mit. Im
Kollektiven Unbewussten, wenn es dann provoziert wird, steigen neue
Eigenschaften, neue Dinge hervor, die anfangs gar nicht ins Kalkül genommen
werden konten. Beispiel: Nach dem 2. Weltkrieg war das Chaos so groß, daß die
politischen Sozial-psychologen glaubten, die gesamte Bevölkerung umzuerziehen,
daß die Deutsschen irgendwann mal niemals mehr Soldaten haben werden, niemals
mehr Waffen produzieren können, daß sie ein Minimum eines Lebens-standartes
haben werden, welches die Deutschen schwach und krank hält, damit sie niemals
mehr zu den Waffen greifen können. – Nun sind rund 60 Jahre politische
Sozialpsychologie auf die deutschen Generationen eingedroschen worden. Und es
stellt sich immer häufiger die kritische Frage: Wer hat eigentlich wen
umerzogen? Die BRD stellt wieder Waffen her, ein Heer spielt auch Krieg in
verschiedenen Regionen der Welt und die BRD entwickelte sich zu einer
Wirtschaftskraft, woran die politischen Sozialpsychologen nicht mal im Traum
gedacht hatten. „Es kam ganz anders“ -, als sie glauben. Und genau das ist der
Punkt, wenn man versucht, ein künstliches bzw. gewolltes Chaos zu provozieren.
Der Schlag kann auch nach hinten losgehen.
Eine Variante des Chaos-Prinzips sind
chaos-freie Gebiete im chaotischen Umfeld. In unserem Beispiel würde das
bedeuten, daß wir aus dem Tablett ein Stück rausschneiden und fest anbringen, so
daß dieses Stück im Gegensatz zum Rest des Tabletts nicht vibriert. Das Tablett
sei in diesem Beispiel nicht geneigt. Die Erbsen würden auf dem Rest des
Tabletts weiterhin wild umherhüpfen. Sobald aber eine Erbse auf dem nicht
vibrierenden Stück landet, bleibt sie dort liegen. Die Folge daraus ist, daß
sich dort durchschnittlich mehr Erbsen ansammeln als auf dem Rest des Tabletts.
Gelegentlich würde aber eine landende Erbse andere Erbsen von diesem
chaos-freien Gebiet wegstoßen, was sich verhindern läßt, sofern man eine kleine
Barriere um dieses Gebiet baut, über die die Erbsen von der vibrierenden Seite
aus gerade noch hüpfen können. Für den Manipulator bedeutet das, daß er in einem
chaotischen Umfeld Aufgaben, Ziele und Einrichtungen schaffen kann, die den
Menschen Halt geben. Radikale Parteien oder strenggläubige Sekten können solche
Punkte sein, die den Menschen meistens durch vereinfachte Weltbilder ein
geordnetes und somit ein nicht-chaotisches Umfeld geben. Ein solcher Ort der
Ruhe kann aber auch der Drogenkonsum sein. Das vereinfachte Weltbild heißt in
diesem Fall: Glücksgefühl durch Drogenrausch. Auch
dieses Beispiel hinkt, zumal es gekünzelt ist. Alle theoretischen Überlegungen,
die als Beispiele für bestimmte Erklärungen dienen sollen, sind fehlerhaft. Es
gibt beispielsweise niemals vereinfachte Weltbilder. Das ist nur die Behauptung
von Intellektuellen, die glauben, vereinfachte Weltbilder zu erkennen. Wer sich
ernsthaft mit den Weltbildern sogenannter primitiver Stämme Afrikas
auseinandersetzt wird erkennen, daß diese alles andere als einfach sind. Der
Intellektualismus besitzt in sich eine Überheblichkeit und Arroganz und schafft
auf diese Art und Weise Feindschaft und Ungerechtigkeiten. Logik und Vernunft
funktionieren gut beim Schachspiel, aber nicht in Anwendung mit dem Chaos. Denn
es ist die Logik, die Vernunft, der Verstand, der Intellekt, der aus dem Chaos
geboren wird. Chaostheoretiker und ihre Gläubigen sind wie Säuglinge, die mit
ihrem Schreien die Mutter manipulieren wollen. Sie sind abhängig von der Mutter,
ob das Schreien beantwortet wird oder nicht. Die Mutter wird tun, was sie für
richtig fühlt und nicht, was ihre Säugling für richtig fühlen.
Eine weitere Variante des Chaos-Prinzips möchte
ich als "legislativen Darwinismus" bezeichnen. Darwins These besagt, daß
sich die Vielfalt aller Lebewesen durch Mutation und Selektion entwickelte. Die
Mutationen treten zufällig, also chaotisch, auf. Auch
dies ist ein Irrglaube, der sich ulkigerweise bis ins 21. Jahrhundert erhalten
hat. Die Selektion bewirkt, daß nur die am besten angepaßten Arten
überleben. Die gleiche Methode läßt sich auch auf die Gesetzgebung anwenden.
Selbst dann, wenn ein Parlament unabhängig von den Interessen der Mächtigen
wäre, würden die von ihm geschaffenen Gesetze gelegentlich den Zielen der
Mächtigen entsprechen. Der Gesetzgeber übernimmt dabei die Funktion der
Mutation. Nun müssen die Mächtigen nur noch die Selektion übernehmen, um die
Gesetze abzuschaffen oder auszuhöhlen, die ihren Zielen zuwider laufen. Die
Gesetze, die den Zielen der Mächtigen am besten entsprechen, überleben also. Es
gibt genügend Methoden, Gesetze nachträglich abzuändern, beispielsweise eine
Klage vor dem Verfassungsgericht. Natürlich könnten auch Normalbürger vor dem
Verfassungsgericht klagen, doch sie sind aus unterschiedlichen Gründen
unterlegen, schon alleine deshalb, weil sie im Gegensatz zu den Mächtigen keine
Juristen ständig bezahlen können, die sich unentwegt für ihre Ziele einsetzen.
Um eine Klage beim „Verfassungsgericht“ einzubringen,
muß der normale Mensch erst einmal 250.000 Euro hinblättern, damit seine Klage
überhaupt angenommen wird. Wer kann das? – Der Vergleich mit der Mutation bzw.
der Selektion hinkt auch hier kräftig. Gesetze sind keine Menschen und Menschen
keine Gesetze. Gesetze sind willkürliche Produkte, die in erster Linie denen zum
Vorteil gelangen, die sie geschaffen haben. Die Realität ist so, daß der
einfache Bürger keine Chance hat, beispielsweise gegen den Staat zu
prozessieren. Jeder Anwalt, Richter, Rechtsanwalt weiß, daß Recht haben und
Recht bekommen, zweierlei Dinge sind. Leider ist es so geworden und alle finden
es ganz „normal“. Es ist nicht normal bzw. das Wort NORMAL bekommt einen Inhalt,
wo der gesamte Abschaum der Menschheit enthalten ist. Darwin war ein einfacher
Mensch, der linear dachte. Und so gibt es tatsächlich Menschen, die glauben, daß
sie von den Affen abstammen.
(zum Seitenanfang)
Die Mächtigen verdanken ihre Macht gewissen
Umständen und sind somit nicht daran interessiert, daß sich die Situation
ändert, sofern das nicht von ihnen geplant ist und ihren Zielen dient. Alle
nicht geplanten Veränderungen werden durch Einsatz des Trägheitsprinzips
verhindert oder verlangsamt. Je langsamer eine Entwicklung ist, um so einfacher
kann man eingreifen und um so leichter können sich die Mächtigen den neuen
Entwicklungen anpassen.
Wenn ein Mächtiger selbst eine Änderung geplant
und erreicht hat, so ist es sein Ziel, den nun erreichten Zustand zu sichern,
damit nicht der ursprüngliche Zustand zurückkehrt. Auch hier wird der Mächtige
Methoden verankern, die schnelle Veränderungen verhindern.
Ich verstehe, was der Autor MEINT, bin aber nicht
seiner Ansicht, weil die Machteliten der Welt sich nicht um die Trägheitsgesetze
kümmern, sondern ihr Handeln in erster Linie durch ihre Angst bestimmt wird und
in zweiter und dritter Linie durch ihr kapitalistisches Profitdenken. Angst ist
der Motor, der sie veranlasst, massenhafte Manipulationen vorzunehmen.
Kontrollzwang und der Hang zu Perfektion sind daher nur Kompensationen ihrer
Angst, damit sie glauben können, alles im Griff zu haben, damit sie sich
„sicher“ fühlen. Das aber das „System“ Mensch überwiegend den archetypischen
Gesetzes des Universums „gehorcht“, nicht den Ängsten der Eliten: deshalb wird
jede Macht irgendwann einmal vergehen. Das wissen auch die Eliten. Die
archetypischen Gesetze gehorchen nicht den von Menschen geschaffenen Gesetzen.
Diese sind ja meistens rational und sind zweckorientiert. Die Natur verhält sich
nicht so. Sie rechnet nicht mit maximalen Gewinnen, sie rechnet nicht mit
Dezimalzahlen, sondern mit Primzahlen. Aber das ist schon eine starke
Überforderung der Wissenschaftseliten.
• Im Kapitel "Untergrabung der Demokratie" sind
einige Methoden aufgeführt, wie ein politisches System trotz Demokratie
stabilisiert werden kann.
(zum Seitenanfang)
Mitunter kann der Mächtige seine Opfer nicht
dazu zwingen, sich in seine Abhängigkeit zu begeben. Keine Bank kann ihre Kunden
dazu verpflichten, einen Kredit aufzunehmen. Das ist
nur eine Frage der „Zeit“ (Zeit ist ein Bewusstseinszustand, der fließt. Wenn
man das wirklich weiß und begriffen hat, altert man nicht mehr!). Damals, 1968
behauptete man, daß die Banken den Bürger nicht zwingen könnten, daß sein Gehalt
auf eine Bank überwiesen werden soll. Und dennoch wurde die Lohntüte
abgeschafft. Die Mächtigen können aber "Fallen aufstellen", in die ihre
Opfer treten sollen.
- Banken können zum Beispiel
die Vergabe von Krediten vereinfachen. Bereits ein Euroscheck ist ein kleiner
Kredit für die Zeit zwischen Ausstellung und Abbuchung des Schecks.
Überziehungskredite für das Girokonto werden bewußt unkompliziert geregelt. So
wird die Hemmschwelle zur Aufnahme eines Kredits zum Kauf eines Autos oder für
einen Urlaub gesenkt. Wer nun einen Kredit aufnimmt, ist selber schuld, wenn
er sich überschuldet, schließlich wird keiner gezwungen, einen Kredit
aufzunehmen.
- Bei der Bundeswehr muß man
sich auf einige Jahre verpflichten, um dort Karriere zu machen oder um dort
studieren zu können. Niemand muß sich verpflichten. Wer es tut, ist selber
schuld. So wird einem zumindest die Schuld
eingeredet.
(zum Seitenanfang)
Der Normalbürger glaubt oftmals in völliger
intellektueller Selbstüberschätzung, er könne sich über viele Dinge selbst eine
Meinung machen. Dabei ist es für die Mächtigen so einfach, die Meinung der
Normalbürger zu beeinflussen, so daß dieser glaubt, es sei seine eigene Meinung.
Stimmt. Doch möchte ich erwähnen, daß die Eliten von
einer wesentlich höheren intellektuellen Selbstüberschätzung leiden, wie es sich
der Bürger niemals vorstellen kann.
- Die Mächtigen können durch
gezieltes öffentliches Totschweigen verhindern, daß sich zu viele Leute
über ein Thema Gedanken machen. Der Normalbürger lebt in einer ständigen
Überflutung an Eindrücken, die er verarbeiten muß, so daß es ihm gar nicht
auffällt, daß es auch Themen gibt, über die offiziell geschwiegen wird.
Ständig werden Statistiken veröffentlicht, wie viel wir verdienen, wie viele
arbeitslos sind, wie hoch die Inflation ist, wie viele am Rauchen, an Drogen,
an AIDS und im Straßenverkehr sterben und wie viele Ehen geschieden werden. Da
fällt es gar nicht auf, daß keine Statistiken veröffentlicht werden, wie viele
Zwangsrekrutierte der Bundeswehr Selbstmord begehen, wie viele durch
Hochspan-nungsmasten krank werden und wie viele Priester Kinder sexuell
mißbrauchen. Über diese Themen wurde bislang öffentlich geschwiegen. Würden
diese Statistiken monatlich veröffentlicht werden, so wäre die Meinung der
Normalbürger wohl klar. Auch die Verhinderung dieser Meinung ist
Meinungsmache! Totschweigen und Tabuisierung
bestimmter Themen sind nur für eine gewisse Zeit wirkungsvoll. Denn die Natur
des Menschen ist es, daß gerade verbotene Themen einen gewissen Reiz haben,
sie zu entdecken, sie zu untersuchen.
- Dem öffentlichen
Totschweigen sehr ähnlich ist die Vorenthaltung von Information.
Während beim öffentlichen Totschweigen ein Thema erst gar nicht untersucht
wird und es somit auch keine Informationen gibt, können Informationen
überhaupt erst dann vorenthalten, wenn es sie gibt, sie also gesammelt wurden.
Eine KFZ-Versicherung untersuchte einst anhand von Schadensberichten, wie hoch
die Todesrate bei Unfällen in Abhängigkeit vom Modell des Autos ist. Diese
Untersuchung wurde nicht veröffentlicht, obwohl sie doch für die Käufer von
Neuwagen sehr interessant sein könnte. Auch eine Versicherung müßte doch
eigentlich daran interessiert sein, daß es weniger Todesfälle gibt, da diese
doch für die Versicherung Kosten verursachen. Offensichtlich hat die
Versicherung auch noch andere Interessen.
- Überlastung
ist die Kehrseite der Medaille beim Thema Schweigen bzw. Vorenthaltung von
Information. Die Überlastung an Nachrichten hat zu Folge, daß über alte,
unbewältigte Skandale bald keiner mehr redet.
- Durch Tabuisierung
verhindern die Mächtigen, daß sich bestimmte Meinungen in der Bevölkerung
durchsetzen. Wenn immer wieder behauptet wird, daß jeder, der gegen den
ständigen Zuzug von Ausländern nach Deutschland ist, ein Ausländerfeind sei,
so soll damit verhindert werden, daß diese Meinung zu oft geäußert wird. Diese
Meinung wird somit tabuisiert. Der brave Bürger möchte natürlich kein
Ausländerfeind sein, empört sich auch
- völlig zu Recht über die
Straftaten von wirklichen Ausländerfeinden und könnte vor seinem eigenen
Gewissen nicht verantworten, eventuell auch so ein schändlicher Ausländerfeind
zu sein, der sich gegen den Zuzug von Ausländern wehrt. Bei dieser moralischen
Tabuisierung des Themas gehen die wirklichen Gründe der Mächtigen völlig
unter. Unser Wirtschaftssystem ist nach dem Wachstumsprinzip organisiert. Es
bricht zusammen, wenn nicht ständig der Bedarf steigt. Wenn man schon die
Kauflust der Bürger nicht steigern kann, so kann man doch durch Zuzug die
Menge der Bürger steigern. Auch unser Rentensystem ist nach dem
Wachstumsprinzip organisiert. Es bricht ebenso zusammen, wenn es nicht genug
Beitragszahler gibt. Wenn nicht genug Kinder geboren werden, müssen halt
ausländische Arbeitnehmer zuziehen. Ausländer arbeiten oftmals für weniger
Geld und nutzen daher der Industrie beim Drücken der Löhne. Das
Wachstumsprinzip hat nur einen gewaltigen Fehler: Ständiges Wachstum führt zum
Kollaps, denn unser Land wächst nicht mit!!!
Das
stimmt. Das Wachstumsprinzip sagt es schon selbst als Wort, daß es nur ein
Prinzip ist, welches der Realität nicht entspricht. Aber Intellektuelle
klammern sich wie Kletten an Prinzipien und Theorien.
- Bereits tabuisierte Themen
und Personen lassen sich zur Ausweitung der Tabuisierung auf weitere Themen mißbrauchen. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Sterbehilfe. Der
medizinische Fortschritt ermöglicht es, daß Menschen oftmals unter größten
Schmerzen weiterleben müssen, obwohl eine Heilung ausgeschlossen ist (z.B.
Krebs im Endstadium). Viele Leidende haben daher den Wunsch zu sterben, da sie
bessere Zeiten sowieso nicht mehr erleben werden. Von Gegnern der Sterbehilfe
wird oftmals ein Zusammenhang zwischen Sterbehilfe und Euthanasie konstruiert.
Die Tabuisierung der Euthanasie wird damit auf die Sterbehilfe ausgedehnt.
Beide Themen unterscheiden sich aber in einem Punkt grundsätzlich: Bei der
Sterbehilfe entscheidet einer selbst, daß er sterben will. Bei der Euthanasie
entscheidet ein anderer, welches Leben lebensunwert ist.
- Eine frei erfundene
Behauptung wird bei ständiger Wiederholung immer glaubhafter. Seit
Jahren kommt die Kirchensteuer immer wieder ins Gerede. Manche würden sie
gerne abschaffen, was natürlich die Finanzierung der Kirchen deutlich
erschweren täte. Die Kirchen wehren sich dagegen mit der ständigen
Wiederholung der Behauptung, daß viele soziale Einrichtungen bei einer
Abschaffung der Kirchensteuer in Gefahr wären. Das klingt auch im ersten
Moment logisch, ist aber eine hinterhältige Manipulation. Die kirchlichen
Altersheime, Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen werden nämlich nur zu
einem sehr geringen Prozentsatz von der Kirchensteuer bezahlt. Die Hauptlast
tragen der Staat, die Krankenkassen (somit die Beitragszahler) und bei
Kindergärten auch die Eltern. Geradezu haarsträubend wird diese Manipulation,
wenn konservative, kirchentreue Politiker behaupten, auch Konfessionslose
sollten ersatzweise eine Sozialsteuer in gleicher Höhe wie die Kirchensteuer
entrichten, um ebenfalls an den sozialen Einrichtungen beteiligt zu werden.
Der Zusammenhang zwischen Kirchensteuern und sozialen Einrichtungen wird so
oft wiederholt, daß die meisten Menschen davon tatsächlich überzeugt sind.
- Wenn man eine
Behauptung von vielen, scheinbar unabhängigen Seiten hört, so klingt sie
glaubhaft. Was alle relevanten Experten sagen, kann doch nicht falsch sein.
Wenn eine Talk-Show oder Podiumsdiskussion ein Thema behandelt, kann der
Veranstalter schon durch die Zusammensetzung der Experten eine
Mehrheitsmeinung und eine Außenseiterposition im Voraus festlegen.
- Manchmal reicht es dem
Manipulator sogar, eine frei erfundene Behauptung ohne jede Untermauerung
oder zusätzliche Tricks zu veröffentlichen. Vielleicht wird sie irgendwann
widerlegt, aber es finden sich bestimmt einige, die trotzdem felsenfest davon
überzeugt sind. Viele Überzeugungen halten sich, obwohl sie eigentlich klar
widerlegt sind, doch sehr hartnäckig. Manche wollen auch, nachdem sie sich
erst eine Meinung gebildet haben, davon nicht wieder abweichen. Manche kriegen
auch gar nicht mit, daß das, woran sie glauben, schon längst widerlegt ist.
- Die Vermischung einer
Aussage mit ähnlichen, aber völlig absurden Aussagen hilft dem
Manipulierer bei der Verunglimpfung dieser Aussage bzw. Meinungsäußerung. Als
Beispiel möchte ich das UFO-Phänomen nennen. Es gibt Fotos, Berichte von
Entführten unter Hypnose, Ufos, die von vielen Menschen gleichzeitig gesehen
wurden, Radaraufzeichnungen und vieles mehr. Eigentlich dürfte die Beweislage
doch klar sein. Trotzdem macht man sich immer noch lächerlich, wenn man sich
dazu bekennt, daß man das UFO-Phänomen als real betrachtet. Es reicht für die
Manipulierer hierbei schon völlig aus, einige offensichtlich gefälschte Bilder
zu veröffentlichen und einige Spinner und Wichtigtuer in Talk-Shows
vorzuführen. Für den Betrachter, der sich mit dem Thema nicht ernsthaft
beschäftigt hat, erscheint das Ganze dann ziemlich lächerlich und die wenigen
Fakten gehen bei den vielen Pseudofakten unter.
- Eine Steigerung ist die
Desinformations-Politik, die gezielt falsche Informationen verbreitet.
Wenn einem Nachrichtenmagazin eine geschickt gefälschte Urkunde zugeschoben
wird, welche die Verstrickung eines Politiker in eine strafbare Handlung
beweisen soll, und das Nachrichtenmagazin dieses scheinbare Wissen zu
Umsatzsteigerung veröffentlicht, kann das dem Ruf dieses Politiker schon
deutlich schaden, auch dann wenn die Fälschung später entdeckt wird.
- Es gibt für den
Manipulator diverse Methoden, eine Aussage zu verfälschen. Durch
Simplifizierung kann er die Aussage je nach Zielsetzung schnell beweisen
oder widerlegen. Durch Überspitzung kann er sie ad absurdum
- führen. Durch
Verkomplizierung oder Mystifizierung kann er von der eigentlichen Aussage
ablenken und den Manipulierten verwirren. Mit Polemik und rhetorischen
Tricks kann er die Aussage lächerlich machen.
- Eine Wahrheit läßt sich
verfälschen, indem man von der Unwahrheit mehrere Varianten in Umlauf
bringt. Wer sich eine Meinung bilden will, wird sie unter den Unwahrheiten
suchen, denn die Wahrheit stellt eine Außenseiterposition dar. Es kann aber
auch für den Manipulator sinnvoll sein, von der Wahrheit mehrere Varianten,
die alle etwas Unwahrheit enthalten, in Umlauf zu bringen. Dadurch kann er
die Aussage verwässern. Welcher Version soll man denn glauben? Die Wahrheit
geht in beiden Fällen unter.
- Wenn der Manipulierer die
Meinungsäußerung eines Menschen sachlich nicht oder schlecht entkräften kann,
so wird er auf einen Nebenschauplatz ausweichen. Die Glaubwürdigkeit dieses Menschen soll erschüttert werden. Jede mögliche Schwäche kann dabei
ausgenützt werden, sei es eine Vorstrafe, die (zeitweise) Zugehörigkeit zu
einer radikalen Gruppe, Zitate aus früheren Interviews, die aus dem
Zusammenhang gerissen ein falsches Bild ergeben oder Veröffentlichungen über
seine Sexualpraktiken.
- Ein Manipulator kann eine
Gruppe, die ihm wenig Möglichkeiten zur Verunglimpfung gibt, unterwandern
und radikalisieren. Dadurch kann er erst Argumente schaffen, die gegen
diese Gruppe sprechen. Eine Variante wäre, die schlechten Eigenschaften dieser
Gruppe zu fördern. Die Problematik mit der Wahrheit
bzw. Unwahrheit ist deshalb so gegeben, weil die neuen Eliten nach der
Machteinbuße der Katholischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert die sogenannte
VERNUNFT, das INTELLEKTUELLE, das PRÜF-, KONTROLLIER- und BEWEISBARE als das
Maß aller Dinge in die Welt setzte. Wer sich ausschließlich auf die Vernunft
verlässt, wird Fehler über Fehler begehen, obwohl er sie doch vermeiden
wollte. Warum ist das so?: Weil der Mensch eine viel ältere psychische
Funktion hat, als das Denken. Es ist das Intuieren und Empfinden. Das sind
zwei irrationale Funktionen, aus denen der Mensch sofort „entscheiden“ kann,
ob eine Sache wahr oder unwahr ist. Genau genommen „entscheidet“ er mit diesen
Funktionen nicht. Er tut einfach etwas. - Solange wir uns auf den
Intellekutalismus verlassen bzw. falsch anwenden, ihn überbewerten, solange
haben wir keine Chance zu erkennen, was wahr und unwahr ist. Aus diesem Grunde
sind Menschen, die eine gut entwickelte subjektive Seite aufzeigen, die gut
irrational entwickelt sind, die besten Chancen, sofort zu ahnen, zu empfinden,
wo die Wahrheit liegt. Mit der Forderung nach VERNUNFT und RATIONALITÄT ist
seit dem 16. Jahrhundert die subjektive, irrationale Seite verstümmelt. Diese
verstümmelten Seiten zeigen sich dann in Kriegen, in den Massakern an der
Zivielbevölkerung, mit der Folge, daß fast alle Soldaten von solchen Massakern
traumatisiert zurückkommen, wenn sie überleben sollten. Nach einer Studio
eines amerikanischen Psychoanalytikers sollen die 18-21jährigen US-Soldaten,
die den Vietnamkrieg überlebt haben, ca. 90% kriegstraumatisiert sein. Der
Intellektuelle, der auf Rationalität durch sein Schulsystem getrimmt ist, kann
sich nicht vorstellen, wir er bei sich Subjektivität und Irrationalität
schulen soll. Ich will hier meine Ausführungen nicht weiter ausdehnen und
verweise auf C.G.Jung.
- Die Neugier von Menschen
kann der Manipulator durch Scheinwahrheiten befriedigen, damit diese
Menschen aufhören, nach den wirklichen Wahrheit zu suchen.
- Wenn eine Beeinflussung
direkt schwer zu erreichen ist, so kann der Manipulator indirekt
vorgehen. Eine Variante ist die Meinungsbildung über das Gegenteil.
Will ein Manipulator einem einreden, daß man mit einem Duftwässerchen besser
riecht, so wird das mögliche Opfer vielleicht der Meinung sein, auf diesen
Duft verzichten zu können. Wenn man aber den unangenehmen Körpergeruch in der
Werbung betont, so ist es unwahrscheinlich, daß das Opfer der Meinung ist,
diesen üblen Geruch behalten zu wollen. Eine weitere Variante ist die Bildung
von Meinungen zu unterschiedlichen Einzelthemen, die in der Summe zu
einem gemeinsamen Ziel führen. Für einen Hersteller von PKWs ist es wohl kaum
möglich, mit einer einzelnen Werbekampagne ein neues Modell so überzeugend
darzustellen, daß ein Normalbürger spontan bereit wäre, ein Jahresgehalt für
das neue PKW-Modell auszugeben, obwohl sein alter PKW noch sehr gut fährt.
Statt dessen werden dem Opfer häppchenweise und gut verdaulich die einzelnen
Argumente geliefert, zu denen er sich eine Meinung machen soll. Kann man als
Deutscher ein ausländisches Auto kaufen, wo doch im Inland viele Arbeitsplätze
direkt und indirekt an der Automobilherstellung hängen? Wie lange möchte man
noch mit dem Risiko leben, keinen Airbag zu haben? Wenn man schon eine
Neuwagen kauft, soll man dann auf einen Full-Size-Airbag verzichten? Wie lange
kann man es noch verantworten, ein Auto ohne Katalysator zu fahren? Was
passiert, wenn man mit einem ausländischen Auto eine Panne hat und man findet
keine Werkstatt? Die Liste an Einzelthemen könnte man beliebig fortsetzen. Der
Unterschied zwischen echten Argumenten und unhaltbaren Pseudoargumenten ist
oftmals nicht klar erkennbar. Das ist eben so, weil
man sich ausschließlich auf sein Intellektualismus verlässt, anstatt die
anderen psychischen Wahrnehmungsfunktionen zu verwenden. Nachdem die
Manipulation der Meinung durch Artikel in Fachzeitschriften und durch
Fernsehsendungen zu diversen Einzelthemen erfolgreich war, darf sich das Opfer
zum Thema Autokauf nun seine eigene Meinung machen und glaubt wahrscheinlich
sogar, daß es wirklich die eigene Meinung ist. Die Werbung braucht die Themen
nur noch aufzugreifen.
- Sofern man direkt seine
Meinung äußert, so muß man sich für diese Meinung eventuell rechtfertigen, da
ein Widerspruch möglich ist. Einfacher ist es da schon, die Meinung eines
Anderen zu äußern, denn für diese braucht man sich weder zu rechtfertigen noch
zu entschuldigen. Der Widerspruch kann einen nicht treffen. Wenn man es gar
schafft seine Meinung durch das Zitieren allgemein anerkannter Autoritäten
darzustellen oder sogar aus der Bibel, so ist Widerspruch kaum zu
erwarten. Die Meisten kennen ohnehin nicht alle Textstellen so genau, daß sie
erkennen würden, daß sehr selektiv aus dem Zusammenhang heraus zitiert
wurde. Auch Gutachten, Gerichtsurteile und Statistiken sind hierfür
geeignet. Beliebt im Fernsehen ist die Umfrage auf der Straße. Durch
gezielte Auswahl der Antworten kann man eine Meinung des Volkes beliebig
vorgaukeln. Solche Zufallsumfragen mit Kindern erwecken den Eindruck,
daß sie wirklich ehrlich sind und so elementar, daß jedes Kind es
kapiert. Eine Häufung der gewünschten Meinung bei Straßenumfragen läßt sich
erreichen, indem die Umfrage an einem Ort durchgeführt wird, wo eine
bestimmte Meinung zu erwarten ist, etwa am Rande einer Demonstration oder
vor einer Kirche nach dem Gottesdienst. Journalisten haben die Möglichkeit,
ihre Meinung durch gezielt ausgewählte Fallbeispiele und Interviews zu
beweisen. Wenn man Personen zitiert, so sollten sie allgemein anerkannt sein,
doch hierfür gibt es kein absolutes Kriterium. Gerne werden verliehene
Preise, Titel und frühere Leistungen hierfür herangezogen. Es klingt doch
ganz anders, ob ein Herr X etwas sagt oder der Sonstwas-Preisträger und Leiter
des Dingenskirchen-Instituts Prof. Dr. X.
An dieser
stelle kann ich einfügen, daß all die Preisträger aus Politik, Sport,
Wirtschaft, Film und Kunst „aufgebaute“ Persönlichkeiten sind, die gezielt für
die Meinungsmache eingesetzt werden. Da gibt es nur einen gesunden
Menschenverstand: Wenn einer von einem bekannten Institut oder einer bekannten
bzw. anerkannten Persönlichkeit einen Preis erhält, dann sollte man sofort auf
ALARM-STUFE-ROT schalten. Ist der Preis auch noch mit einem hohen Geldpreis
bedacht, dann erst recht. Und wenn diese Persönlichkeit sehr viele Preise hat,
dann können wir davon ausgehen, daß diese Person keinen eigenständigen,
autonomen Charakter besitzt und ausschließlich den Machtinteressen dient, also
eine politische Marionette, die ein wahnsinnig hohen Anteil einer
Schattenpersönlichkeit besitzt.
- Ungewünschte Meinungen
können am wirksamsten schon dann bekämpft werden, wenn sie der Bevölkerung
noch nicht voll bewußt sind. Wenn ein
Politiker seinen Wählern zu kalt und herzlos erscheint, so kann durch eine
Sendung, bei der er im Kreis seiner Familie als fürsorglicher Familienvater
gezeigt wird, diese
Meinung korrigiert werden. Glauben die Wähler,
er sei von der Wirklichkeit abgehoben, so zeigt man, wie er am Supermarkt in der
Warteschlange an der Kasse steht. Die Kunst des Manipulators ist es hierbei, die
Meinung der Bevölkerung zu erkennen und zwar schneller als es die Bevölkerung
selbst tut. Durch tiefenpsychologische Interviews von repräsentativ ausgewählten
Gruppen ist dieses relativ einfach. Diese Art der Manipulation ist dadurch
besonders erfolgreich, weil sie mit geringen Mitteln auskommt, denn es muß nicht
gegen ein gefestigtes Vorurteil vorgegangen werden. Diese geringen Mittel fallen
als Manipulation nicht auf.
(zum Seitenanfang)
Das Wirtschaftlichkeitsprinzip heißt:
"Erreiche das beste Ergebnis mit dem geringsten Aufwand". Sofern es genau ein
definiertes Ziel gibt, gilt das Sparsamkeitsprinzip: "Erreiche das definierte
Ziel mit dem geringsten Auffand." Beide Prinzipien sind also in etwa
gleichwertig. Das Sparsamkeitsprinzip ist nur ein Sonderfall des
Wirtschaftlichkeitsprinzips. Da auch dies Prinzipien
sind, an die die intellektuelle Elite glaubt, wird sie uns in die nächsten
Krisen schicken. Tatsache ist, daß die Natur für die Menschen im Überfluß zur
Verfügung steht. Doch durch die Machtstrukturen und der Angst der Eliten, werden
künstliche Situationen erzeugt, die Mangel und Überfluß bewirken.
(zum Seitenanfang)
Manipulation ist ein aufwendiges Geschäft.
Wenn jemand Werbung für sein Produkt betreibt, hat er das Ziel, durch die
Werbung mehr zu verdienen. Doch die Werbung kostet erst einmal Geld. Es liegt
daher im Interesse des Manipulierenden, mit dem geringsten Aufwand den größten
Erfolg zu erreichen. Besonders angenehm ist es für ihn, wenn er kostenlose
Helfer hat, deren Manipulation einfacher ist als die Manipulation der
eigentlichen Zielgruppe. Ein Beispiel hierfür ist Werbung für Herrenmode in
Modezeitschriften für Damen. Manche Männer sind für Mode schwer zu begeistern.
Diese Zielgruppe ist somit über Werbung direkt nur mit sehr großem Aufwand zu
erreichen. Aber diese Männer haben möglicherweise Ehefrauen, deren modische
Beeinflussung deutlich einfacher ist und die dann wiederum ihre Männer
beeinflussen. Diese Frauen werden somit als kostenlose Helfer mißbraucht und
sind sich oftmals dieser Aufgabe noch nicht einmal bewußt. Die kostenlosen
Helfer glauben sogar, daß es ihre eigenen Interessen sind, welche sie verfolgen.
Aber auch derjenige, der eine Revolution plant
oder eine Religion oder Weltanschauung über die Welt verbreiten will, braucht
diese kostenlosen Helfer. Alleine sind solche Pläne nicht durchführbar.
Beispiele:
- Eine besonders bibeltreue
Sekte erwartet von ihren Mitgliedern, daß diese regelmäßig
Missionierungsarbeit leisten. Schließlich müsse doch die Menschheit errettet
werden und das sei doch die Aufgabe eines jeden wahrhaft Gläubigen. Die
Mitglieder werden somit als kostenlose Helfer benutzt.
- Bei den großen Kirchen
wird die Manipulation von Kindern oftmals von kostenlosen Helfern erledigt.
Das ganze wird hier als Jugendarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit bezeichnet.
Auch Eltern helfen hier kostenlos mit, indem sie ihren Kindern den Kirchgang,
die Werte und die Ziele der Kirche nahelegen. Und so wird die nächste
Generation an Kirchensteuerzahlern herangezogen.
- Kinder werden zum
kostenlosen Helfer der Industrie, indem sie ihren Eltern einreden, daß das
Schaumbad mit dem Quietsche-Entchen viel besser riecht und auch nicht so in
den Augen brennt, wie das Konkurrenzprodukt ohne das Spielzeug.
- Frauen werden zum
kostenlosen Helfer der Industrie, indem sie ihren Männern einreden, daß deren
alter Anzug nun wirklich nicht mehr modisch sei.
- Männer werden zum
kostenlosen Helfer der Industrie, indem sie lernen, gegenüber ihrer Familie zu
rechtfertigen, daß alle zwei bis drei Jahre unbedingt das neueste Auto
angeschafft werden muß. Über entsprechende Fachzeitschriften, die fast
ausschließlich von Männern gelesen werden, gibt es die notwendigen
Argumentationshilfen (Airbag, Sicherheitsfahrwerk, Benzinverbrauch,
Pannenstatistik).
- Mitglieder der Ortsgruppe
einer Partei helfen kostenlos beim Wahlkampf mit, indem sie kostenlos Plakate
kleben und Zettel verteilen.
- Reporter, die immer auf
der Suche nach dem neuesten Skandal sind, und Politiker, die alles ausnutzen,
was dem politischen Gegner schadet, sind die kostenlosen Helfer für die
Abteilungen für Desinformations-Politik in den Geheimdiensten feindlich
gesinnter Staaten bzw. Organisationen, denn sie machen aus einem gefälschten
Dokument erst den politischen Skandal, indem sie ohne Prüfung der Echtheit
dieses Dokument für ihre Ziele ausnutzen.
Und was haben alle diese kostenlosen Helfer
gemeinsam? Alle glauben, daß sie im eigenen Interesse handeln oder ihre
Tätigkeit einem höheren Ziel dient. Die wenigsten erkennen, daß sie für die
Ziele eines anderen benutzt werden.
(zum Seitenanfang)
Man täuscht sich, wenn man glaubt, man würde
immer mit dem Verstand entscheiden. Daher richtet sich Werbung und Produktdesign
oftmals nach Kriterien, die wir bewußt gar nicht wahrnehmen. Wir haben nicht die
chemischen Grundkenntnisse, um das beste Waschmittel anhand der chemischen
Zusammensetzung auszuwählen. Minimale Unterschiede durch eigene Tests selbst zu
erkennen, ist kaum möglich. Wie sollten wir Sauberkeit mit Umweltschutz abwägen?
Es gibt zwar Tests in Zeitschriften, doch alle kommen zu einem anderen Ergebnis.
Manchmal bleibt der Preis als einziges Kriterium. Doch ist es richtig, daß
billigste zu nehmen? Trotzdem treffen wir Entscheidungen. Aber nach welchen
Kriterien? Warum kaufen wir eigentlich ein bestimmtes Ketchup, Waschmittel, Deo
oder Fertigmenü? Da diese Entscheidungen nicht
mit dem Verstand getroffen werden, kann man mit Hilfe des Verstandes nur schwer
die Motive ergründen, die einem zum Kauf bewogen haben.
Man kann mit dem Verstand grundsätzlich keine tiefenpsychologischen Gründe
wahrnehmen. Der Verstand kann nur erklären und rechtfertigen. Wenn man
darüber nachdenkt, sucht und findet man bestenfalls neue Argumente, aber nicht
die ursprünglichen Motive.
Ein Fertigmenü kann durchaus einfacher
zuzubereiten sein als ein Halbfertigprodukt, bei dem die Hausfrau noch die
Komponenten mischen muß oder würzen soll. Aber kann eine Hausfrau ein Fertigmenü
genauso stolz präsentieren wie etwas, das sie selbst gekocht hat und sei es auch
nur wenig gewesen, was sie machen mußte. Die Hausfrau wird eine unterschiedliche
Erfahrung machen, wenn sie ein Fertigmenü präsentiert oder ein selbst gekochtes
Mittagessen aus Halbfertigprodukten. Beim nächsten Kauf wird sie sich
entsprechend entscheiden. Sie wird die Halbfertigprodukte kaufen, aber nicht das
Fertigmenü. Würde man sie nach dem Grund fragen, so wäre die Antwort, daß die
Halbfertigprodukte ihrer Familie besser schmecken. Das ist auch natürlich so.
Schließlich kann man von keinem Familienangehörigen verlangen, daß er sie wegen
eines Fertigmenüs lobt.
Wenn dieses Prinzip erst einmal vom Hersteller
der Halbfertigprodukte bzw. der Werbeagentur erkannt ist, so wird dieses
Vorurteil durch die Werbung unterstützt. Man zeigt, was die Hausfrau durch
minimale Zutaten alles aus dem Produkt machen kann und wie sie dafür gelobt
wird. Der oberflächliche Betrachter mag das vielleicht für die Anpreisung des
Produktes halten, die zeigt, wie vielfältig das Produkt nutzbar ist, aber er
sieht nicht, daß die eigentliche Kernaussage lautet: Mit diesem Produkt hast du
selber gekocht und somit gilt das ganze Lob der Familie dir.
Wie wir an diesem Beispiel sehen, geht es gar
nicht um den Geschmack, sondern um Anerkennung und Lob. Eigentlich wollen fast
alle Menschen immaterielle Güter wie: Lob, Anerkennung, Liebe, Zärtlichkeit,
Freiheit, Würde, Gerechtigkeit, Ruhe, Frieden, Erkenntnis, Macht und Abenteuer.
Das tückische an diesen immateriellen Gütern ist: Man sehnt sich nach ihnen,
kann sie aber nicht kaufen. Diese Sehnsucht ist fast immer unbefriedigt,
gleichzeitig aber sehr intensiv. Sie ist daher ein guter Köder für die Werbung,
deren Ziel es ist, zwischen den immateriellen Gütern und konkreten Produkten
einen Zusammenhang herzustellen.
- Willst du gelobt werden?
Dann koche dieses Produkt.
- Suchst du Zärtlichkeit?
Schau her, wie zart diese Seife zu deiner Haut ist.
- Bist du einsam? In einer
Kneipe mit einem XYZ-Bier kommt man sich gleich viel näher.
- Fühlst du dich unfrei? Mit
einem Geländewagen kannst du der Zivilisation entfliehen.
- Bist du unruhig? Mit einem
Weinbrand kannst du dich entspannen?
- Bist du ein Morgenmuffel?
Mit dem richtigen Kaffee kann ein Frühstück herrlich sein.
Die meiste Werbung ist nach diesem Prinzip
aufgebaut. Die Kunst der Werbeagentur ist es, diese Botschaft glaubhaft den
Kunden einzuhämmern. Der Manipulator muß überlegen, welche Elemente in einem
Werbespot zu sehen sein müssen, damit das Gesamtbild stimmt. Was braucht man zum
Beispiel für Ruhe und Gemütlichkeit? Weiche Farben, ruhige Musik, Holzmöbel,
Pendeluhren, Zierschrift (Schreibschrift oder Fraktur), ein räkelnder Hund,
Pflanzen (alte Bäume), aber bloß keine Technik. Die Kunst ist es, diese Liste so
lang wie nur möglich zu kriegen und möglichst viel davon möglichst unauffällig
in den Werbespot einzubauen. Zweitens muß klar gemacht werden, daß das Produkt
zu diesem Gesamtbild zwingend hinzugehört. Es ist hier
interessant, die Untersuchungen einer schwedischen Gruppe hinsichtlich der
Effektivität der Werbung zu zeigen. Zusammengefasst: Wenn man davon ausgeht, daß
die Werbung psychologisch aufgebaut ist, auch gut gemacht, gute Tonqualität,
gutes Bild, richtiger Schnitt, dann hat die Werbung auf junge Menschen eine
Wirkung. Bei Erwachsenen hat sie nur dann eine Wirkung, wenn deren Bewußtsein
schwach entwickelt ist. Menschen mit überdurchschnittlichen Bewußtsein können
1000 mal und mehr ein Produkt hören oder sehen und sie werden es dennoch nicht
kaufen. Menschen mit höherem Bewußtsein, teilte der Sprecher der
Untersuchungsgruppe mit, scheinen die Fähigkeit zu haben, die Werbung aus ihrem
Leben auszublenden.
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- Der Gebrauch eines
bekannten Begriffes für etwas Neues erweckt die Illusion, als ob es sich
um etwas Bekanntes bzw. Vertrautes handelt. Schönhuber nutzte diese Methode
bei der Wahl des Namens "Die Republikaner", der aus den USA schon vertraut
ist.
- Der Gebrauch eines
neuen Begriffes für etwas Altes soll bewirken, daß es als etwas Neues oder
Besonderes empfunden wird. Im Buch Dianetik wird dieser Trick pausenlos
angewendet, indem psychologische Banalitäten in neue Begriffe verpackt werden
(z.B.: Engramme), wodurch die Illusion entstehen soll, als habe man etwas
neues zu bieten.
- Englisch klingt modern,
besonders bei technischen Dingen. Selbst ein Begriff wie "Kassettenrecorder"
klingt nicht mehr modern genug und muß in "Tape-Deck" umgetauft werden. Was
spricht eigentlich gegen den Begriff "Kompaktbandgerät"? (Ich möchte betonen,
daß Deutschtümelei nicht in meinem Interesse liegt.) Ein weiteres Beispiel ist
das Wort "CD-Player". Allerdings gehört die
Verenglischung der deutschen Sprach zum alliierten Erziehungs-programm. Und
sie haben es ja auch geschafft. Mit 5835 englischen Wörtern ist die deutsche
Sprache bereits durchsetzt. Dies soll den Vorteil haben, daß die Deutschen
ihrer Sprache sich nicht mehr bewußt werden sollen, um die Identität mit dem
Deutschen zu verlieren. Ferner soll es den amerikanischen und englischen
Firmen erleichtern, in Deutschland ihr Unternehmen aufzubauen. Immerhin gibt
es rund 106.000 amerikanische Unternehmen in Deutschland.
- Noch vor einigen Jahren
mußten neue Dinge griechische oder lateinische Bezeichnungen enthalten
oder Bezeichnungen, die so klingen. Dabei entstanden auch so Wortungetüme wie
"Automobil" (griechisch-lateinisches Kauderwelsch). Harmlosere Worte waren
"Video" und "Audio".
- Verharmlosende Begriffe
werden gewählt, um auf weniger Widerstand zu stoßen. Das Wort
"Entsorgungspark" klingt doch angenehmer als "Mülldeponie".
- Der Gebrauch übermäßig
harter Begriffe soll Empörung erzeugen oder Personen ausgrenzen. Etwas
lächerlich wirkt das ganze schon, wenn man jemanden, der mit Tempo 60 im Ort
geblitzt wird, bereits als "Raser" bezeichnet. Auch die Behauptung, daß
Soldaten "potentielle Mörder" seien, nutzt diese
Methode.
- Der konsequente
Mißbrauch bzw. die falsche Anwendung eines Begriffes kann zur Wandlung
der Bedeutung führen. Das Wort "Idiot" stammt vom griechischen "idiotes",
das "Privatmann" oder "gewöhnlicher, einfacher Mann" bedeutet. Von
Geisteskrankheit ist da keine Spur.
- Durch konsequenten
Mißbrauch kann ein Begriff auch einen Beigeschmack bekommen. Das
Wort "Demagoge" (= Volksführer) hat einen Beigeschmack, den das Wort
"Pädagoge" (=Kinder-/Knabenführer) nicht hat. Warum ist ein Pädagoge denn
harmloser? Weil Demagogen ihre Macht wesentlich
häufiger