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"C A S H - B U R N E R" |
Du bezahlst für die Werbung, die Dich terrorisiert |
Es ist ja eine Binsenweisheit, daß
die Konsumenten mit dem Kauf der beworbenen Produkte sowohl die Fernseh-
und Radioprogramme, als auch nervige Werbeminuten finanzieren.
Treten Sie einen Schritt zurück
und betrachten Sie das ganze Bild. Der Konsument bezahlt
indirekt die Produktionskosten von mehr oder weniger tollen
Fernsehsendungen, Kinofilmen, Radioprogrammen oder Zeitschriften etc.
Zusätzlich aber bezahlt er noch die florierende Werbeindustrie,
Werbeagenturen, Werbedesigner, Manager und Werbeleiter, die Plakatkleber,
die Darsteller der Werbespots und die Millionengagen von Promis, Sportlern
und anderen Werbeträgern. Die Werbeindustrie verzehrt wesentliche Teile
des Sozialprodukts; bei Markenprodukten macht der Anteil der Werbung am
Endpreis nicht selten über die Hälfte aus.
Wenn man sich nun den ganzen
Werbesektor einmal aus der Volkswirtschaft wegdenkt - das heisst: Null
Werbung in sämtlichen Medien - dann hätte man man auf einen Schlag ein
riesiges Potential kreativer Kräfte freigesetzt. Natürlich hätte man ein
Verteilungsproblem an finanziellen Mitteln, da sich viele Sparten (wie
z.B. das Privatfernsehen) wesentlich über Werbung finanzieren. Wenn jedoch
ein Weg gefunden würde, diese werbefinanzierten Bereiche anders zu
versorgen, dann hätten wir - auf die gesamte Volkswirtschaft bezogen -
eine Menge Ressourcen eingespart, die wir für sinvollere Dinge nutzen
könnten, als den Menschen Produktnamen ins Gehirn zu brennen.
In der heutigen Welt bleibt jedoch
die nüchterne Feststellung, daß wir Konsumenten, die wir tagtäglich von
Werbebotschaften bombardiert und terrorisiert werden, diese indirekt sogar
selbst bezahlen müssen!! |
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"C O N S U M O E R G O S U M" |
Leben heißt, sich durch individuelle Konsumtion zu
erhalten |
Die Werbung bekräftigt, daß der
Besitz und Gebrauch von Waren Glück bringe, und zwar umso mehr, je mehr
Waren produziert und konsumiert werden. Die Wohlstands- und
Konsumideologie übersieht nicht die zunehmende psychische Verelendung, sie
nimmt sie billigend in Kauf.
Dabei wird voll in die Trickkiste er
psychologischen Manipulation gegriffen. Es werden Stimmungen aufgebaut,
Sehnsüchte geweckt und Schuldgefühle hervorgerufen. Die Werbebotschaft
selbst zielt zum Beispiel bei hochwertigen, teuren
Aufruf an die Seelenmasseure:
IHR suggeriert
den Leuten die Bedürfnisse, die sie nicht haben. Ihr habt die Lüge
'consumo ergo sum' zur Wahrheit inthronisiert! Deshalb seid IHR DIE
PREDIGER DER UNTERDRÜCKUNG! WIR fordern euch auf: Hört auf mit der
totalen Manipulation des Menschen! Hört auf, die Menschen als eine
knetbare Masse zu betrachten, die dumpf Euren eingehämmerten
Befehlen gehorcht!
Aus einem
Flugblatt an den Kongreß der deutschen Werbeleiter und
Werbeberater, "Subversive Aktion", 1964
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Elektrogeräten eher
auf den Verstand. Werbung für Luxuswaren wie Parfüms oder Schmuck setzt
dagegen stärker auf Stimmungen. Es wird beispielsweise das Gefühl eines
Mangels und so indirekt eine positive Wunschwelt geschaffen. Manche
Werbung ruft sogar Schuldgefühle hervor. Es wird z.B. die Hausfrau
gefragt, ob sie die besten Produkte für ihre Familie kauft...
Millionen, die nach Gefühlen hungern,
werden abgespeist mit der billigen und unaufrichtigen Sentimentalität von
Film und Unterhaltungsmusik, von Konsumprodukten, die in 30 Sekunden die
Erfüllung von Sehnsüchten versprechen. Mit den magischen Worten "Freiheit"
oder "Individualität" als Etikett läßt sich alles mögliche verkaufen, was
nur beweist, daß an diesen Dingen ein Mangel besteht, an dem die Leute
leiden. Dieses Leiden wird ausgebeutet und damit nur vertieft.
Immaterielle Bedürfnisse werden durch Waren, also durch materielle Dinge
befriedigt. (Prestige in Form eines Rasierwassers)
Über die Entscheidung für eine Marke
erhalten die Menschen eine Ersatzidentifikation für verschwimmende
Zugehörigkeiten wie Familie, Schule und Nationalität. Die neue Gruppe
trägt dieselbe Markenkleidung oder fährt
dieselbe Automarke. Gleichzeitig
bekommt der Konsument eine Schein-Individualität vorgegaukelt, da er aus
einer Menge von Konsumentscheidungen seine ganz persönliche
Produktkombination auswählt ("Dein Duft", "Dein Outfit").
Dies führt bisweilen bei den
Betroffenen zu völligem Realitätsverlust: Die neben der schönen bunten
Werbewelt wenig attraktiv scheinende Realität wird als Fiktion
wahrgenommen und umgekehrt. Doch wie könnte man es also dem Menschen
verdenken, dass er - ökonomisch handelnd - Wege wählt, die schieren Konsum
und keine Eigeninitiative erfordern, die ihm das Dasein stark vereinfachen
und ihm das Denken und andere Unannehmlichkeiten abnehmen? Die Abschaffung
des Gifts der Massensuggestion würde bei den Konsumenten einen
Entzugsschock auslösen, der sich kaum von den Entzugssymptomen
Drogenabhängiger unterscheiden dürfte. |
| "K O N S U M S T R E S
S" |
Was nichts kostet, ist auch nichts
wert |
Konsumstress ist ein typisches
Phänomen für unsere Gesellschaft, gehört heute praktisch zum Alltag: Es
werden Kaufwünsche geweckt, die für den 'kleinen Mann' immer den Haken
haben, dass sie sein Budget arg strapazieren. Somit entscheidet er sich,
für die erstrebenswerten Konsumgüter gern etwas Stress hinzunehmen. Das
führt z.B. dazu, dass er sein Arbeitspensum über längere Zeit erheblich
steigert, um genügend Geld für eine Urlaubsreise zur Verfügung zu haben,
die er zu seiner Erholung nutzen will. Diese Erholung allerdings wird im
besonderen Maße erst durch das zusätzliche Arbeitspensum erforderlich. Und
eine Erholung im eigenen Garten/auf dem eigenen Balkon kommt als solche
nicht in Frage, da ja die Touristikbranche omnipräsent versichert, dass
nur unter südlicher Sonne - je mehr Flugmeilen zurückgelegt werden, desto
besser - eine echte Regeneration möglich ist. Der Erholungswert bemisst
sich hier also am Preis, der dafür entrichtet wurde.
Ebensolches gilt für zahlreiche
andere Dinge, die in einfacher - womöglich unentgeltlich erhältlicher -
Form keine Abnehmer finden, da diese nach permanenter Beeinflussung fest
auf dem Standpunkt stehen, dass Nutzen und Preis einer Sache sich stets
proportional zueinander verhalten und für den Erwerb grundsätzlich nur die
Marken-Variante in Frage kommt.
Wie sähe die Welt bloß aus, wenn der
durch Werbe-Dauerberieselung entstehende Konsumstress z.B. mal für einen
Tag ausbliebe? Viele Menschen, die sich auf den 'Informationsgehalt'
dieser Quellen verlassen und den Gebrauch des eigenen Urteilsvermögens
eingestellt haben, würden ernsthafte Probleme bekommen, weil sie plötzlich
nicht mehr zwischen 'richtig' und 'falsch' unterscheiden könnten. Sie
wären völlig hilflos - scheinbar eine Bestätigung für die Argumentation
der Werbenden, sie trügen zur 'Entscheidungsfindung' bei. Bei genauerer
Betrachtung jedoch wird dem Individuum genau an dieser Stelle sein Recht
auf Individualität entzogen - selbst wenn er objektive Informationen zum
Produkt erhielte, wäre er ob seiner geistigen Verarmung kaum in der Lage,
diese zufriedenstellend auszuwerten. Doch solches erwartet ihn ohnedies
nicht, sondern vielmehr ein raffiniert ausgeklügeltes psychologisches
Trommelfeuer, das - wenn er aufgrund der bewahrten kritischen Haltung den
Werbeinhalten gegenüber selbst darüber erhaben sein sollte - über seine
Umgebung (Freunde, Famile etc.) wiederum über ihn hereinbricht, und hier
womöglich in viel persönlicherer Weise an einem deutlich wunderen
Punkt.
Auch über eine moralische
Verantwortung der Werbung muß gesprochen werden, wenn leichtgläubige
Menschen mit Hilfe von Lockmitteln wie Konsumkrediten und Leasingverträgen
gar dazu verleitet werden, sich zu verschulden.
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| "I N F O R M A T I O N H I D I N
G" |
Werbung ist keine
Verbraucherinformation |
Werbung verfolgt nicht die Absicht,
die Menschen objektiv über ein Produkt zu informieren, wie dies bei
neutralen Warentests der Fall ist. Da jedes Produkt durch den eigenen
Hersteller beworben wird, ist das Ziel eines zufriedenen Kunden nur
insofern
interessant, daß derselbe Kunde an eine Marke gebunden wird. Vorwiegend
geht es darum, ein Produkt in möglichst hoher Stückzahl abzusetzen, daher
wird die Werbung einseitig: Vorteile werden übertrieben, Nachteile,
Nebenwirkungen und Schäden werden heruntergespielt oder auch verschwiegen.
(Paradebeispiel Zigaretten, Autos)
Besonders bei den Tabakkonzernen wird
deutlich, daß sich die werbenden Produkthersteller in erster Linie für
kurzfristige betriebswirtschaftliche Vorteile interessieren, anstatt auf
das langfristige Wohlergehen des Konsumenten Wert zu legen.
Durch starken Einsatz von Product
Placement (legales Mittel) wird die Realität verzerrt dargestellt - statt
wie bisher durch herausragende Eigenschaften werden die Produkte durch
massive subtile Bewerbung populär. Hierbei werden Markenartikel auf
raffinierte Weise scheinbar unauffällig in Spielfilmszenen eingefügt, ohne
direkt angepriesen zu werden. Dadurch wird weniger das Produkt als
vielmehr ein Lebensgefühl vermittelt. |
| "S C H A L L U N D R A U
C H" |
Die Verpackung dominiert das
Erzeugnis |
Eine Marke soll zwar gleichbleibende
Qualität gewährleisten, aber durch die Fixierung auf Markenprodukte rückt
die Qualität eigentlich in
den
Hintergrund und wird durch eine diffuse Mischung von Markenzwang, sozialen
Statussymbolen und gekauftem Lebensgefühl ersetzt.
Die Konsummenge wird nur zahlenmäßig
über den Verkaufspreis erfasst. Die Zahlen sagen aber nichts über Nutzen
und Genuß aus, den der Kauf bewirkt hat. Wie etwas wirklich 'ist' verliert
an Bedeutung. Entscheidend ist, wie sich etwas verkauft. Das kann der
Entwicklung der Produktqualität eigentlich nur abträglich sein.
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| "P E E R P R E S S U R
E" |
Markenzwang nicht nur an
Schulen |
Am begeistertsten konsumieren immer
diejenigen, die am leichtesten zu beeinflussen sind. Wer Probleme mit der
Identitätsfindung hat, was beim Menschen in bestimmtem Alter durchaus
üblich ist, wer sein Selbstbewusstsein durch von außen zugeführte Mittel
stärken muss, der ist empfänglich für jede Art der Beeinflussung.
Erfahrungsgemäß finden sich solche Verhaltensweisen mehr oder minder
ausgeprägt bei pubertierenden Jugendlichen. Bindungslosigkeit durch ein
Stadium zwischen der Familie der Eltern und der Gründung einer eigenen
Familie, Stimmungsschwankungen und Kurzschlussreaktionen, permanente
Unzufriedenheit und der Wunsch, alles auszuprobieren sind Merkmale dieser
schwierigen Phase des Erwachsenwerdens. Aber es sind auch Merkmale des
perfekten Konsumenten. Nirgendwo sonst fällt es so schwer, sich
dem Konsum zu entziehen. Wer in der Schule die falschen Hosen, Schuhe,
Jacken etc. trägt, wird im besten Falle von den anderen geschnitten, im
schlimmsten Falle schwersten psychischen und physischen Repressalien
ausgesetzt. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff 'peer pressure' bekannt
geworden, zu deutsch in etwa 'Gruppenzwang'.
Dieser Gruppen- und Markenzwang
überträgt sich offensichtlich auch auf die Eltern, die ihren Kindern einen
annehmbaren Sozialstatus in ihrem Umfeld bieten wollen und oft bis an die
Grenzen ihrer finanziellen Leistungs- bzw. Leidensfähigkeit gehen. Auch
dies ist sicher ein Grund dafür, daß Familien mit Kindern statistisch
gesehen deutlich stärker armutsgefährdet sind als kinderlose Paare, was
natürlich wiederum die demographische Entwicklung in den werbeverseuchten
Industrieländern erklärbar macht (Frauen bekommen durchschnittlich weniger
Kinder).
Auch im zunehmenden Alter gibt es
weiterhin Statussymbole, denen man sich schwer entziehen kann. Da auch ein
ausgewachsenes Individuum nur ungern als armer Verlierer dastehen möchte,
folgt die konsumierende Masse dem Rattenfänger namens Werbeindustrie, der
auch durch seine einzigartige Fähigkeit, frech-frivol und ungestraft Lügen
zu verbreiten, eine besondere Anziehungskraft entwickelt.
Durch die Definition des Ichs über
den eigenen Konsum werden solche Menschen, die weniger Mittel aufwenden
wollen, aber insbesondere die, die zwar wollen, aber nicht können,
besonders angegriffen. Letztere stehen durch ihren teilweisen Ausschluss
von vielerlei Arten des Konsums unter extremem Druck. Dem können sie mit
Hilfe der staatlichen Transferleistungen wie Arbeitslosenunterstützung,
Sozialhilfe etc. nicht nachkommen. Erhebliche Summen fließen dennoch quasi
direkt aus der Staatskasse in die Taschen der Manipulateure. Reichen die
staatlich unterstützenden Mittel nicht aus, wird zur Selbsthilfe
gegriffen, die sich entweder in Unbarmherzigkeit sich selbst gegenüber
(z.B. auf Essen wird für 'wichtige' Konsumgüter verzichtet; eher selten)
oder anderen gegenüber (Kriminalität wie Diebstahl, Raub, Erpressung,
Schwarzarbeit etc.; eher der Normalfall) äußern kann. In einer
Konsumgesellschaft gibt die Tatsache, kein Geld zu haben, den meisten
Menschen das Gefühl, übergangen worden zu sein, nicht existent zu sein.
Sein eigenes Geld zu besitzen, auch wenn man es nicht braucht, ist
geradezu eine Frage der Selbstachtung.
Hier helfen Kreditinstitute - teils
in Zusammenarbeit mit den Anbietern der Produkte - gern mit sogenannten
'Konsumentenkrediten' aus. Doch wie stellt sich die Situation dar, wenn
die 'attraktiven' Finanzierungsmöglichkeiten den arbeitslos gewordenen
Käufer schlichtweg überfordern? |
| "B I G B R O T H E R I S
W A T C H I N G Y O U" |
Der gläserne Konsument ist leichter
manipulierbar |
Kontrolle und Manipulation der
Nachfrage hat sich inzwischen zu einem ausgedehnten und rasch anwachsenden
Industriezweig entwickelt.
Manipulation der Nachfrage ist jede wirksame Beeinflussung der
Kaufentscheidungen. Das Management der Megamaschine sorgt mit einer
unermüdlichen Propaganda für nicht nachlassenden Konsum. Die Beeinflussung
der Konsumentennachfrage ist für eine wirtschaftliche Planung im
Industriesystem lebenswichtig.
Eine effiziente Umwerbung ist jedoch
nur machbar bei möglichst einsehbarer Klientel. Längst gehören
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Die
Belieferung des Publikums mit einer Hierarchie von Serienqualitäten
dient nur der umso lückenloseren Quantifizierung. Jeder soll sich
gleichsam spontan seinem vorweg durch Indizien bestimmten 'level'
gemäß verhalten und nach der Kategorie des Massenprodukts greifen,
die für seinen Typ fabriziert ist. Die Konsumenten werden als
statistisches Material auf der Landkarte der Forschungsstellen, die
von denen der Propaganda nicht mehr zu unterscheiden sind, in
Einkommensgruppen, in rote, grüne und blaue Felder,
aufgeteilt.
gefunden bei
sprachkritik.de |
Verbraucherstudien und die Analyse von
Konsumentenverhalten zum Standardvorgehen von Werbefachleuten, denn mit
dem Wissen über die Vorlieben potentieller Kundschaft läßt sich sowohl das
Produkt, als auch die manipulative Werbung besser auf die Menschen
zuschneiden.
Datenschutzrechtliche Bestimmungen
schützen den einzelnen Menschen zumindest auf dem Papier davor, daß ohne
eigenes Wissen ein Verbraucherprofil zusammengetragen wird, mit dessen
Hilfe speziell auf die Vorlieben einer bestimmten Person gezielt werden
könnte. Im Prinzip kann sich aber niemand dagegen wehren, daß auch über
die eigene Person massiv Daten gesammelt werden, die im Computerzeitalter
verstärkt genutzt werden.
Die Verletzung der Privatsphäre ist
hierbei keineswegs ausgeschlossen. Schon heute hinterlassen Menschen mit
Handys und Geldkarten eine elektronische Datenspur, wobei kein Mensch
weiss, ob, wie und wozu diese Daten gespeichert und ausgewertet werden.
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| "D U M M U N D G L Ü C K
L I C H" |
Volksverdummung als alltägliches
Ereignis |
Die Menschen werden durch
Massensuggestion beeinflußt; ihr Ziel ist es, mehr zu produzieren und mehr
zu konsumieren, und zwar als Selbstzweck. Jede Art von hypnoider
Suggestion versucht nun, ihre Objekte emotional zu
beeindrucken, um sie zu
veranlassen, ihren Verstand auszuschalten. Produkte lassen sich besser an
den Mann bringen, wenn keine rationale Entscheidungsbasis vorhanden ist.
Eine dauernde Werbeberieselung löst
gewisse Abwehrinstinkte bei vielen Menschen aus. Im Kreuzfeuer der
Kaufbefehle müssen die Menschen anfangen, die für sie wesentlichen
Informationen herauszufiltern. Damit die Konzerne dennoch die Klientel
erreichen, wird die Penetranz der dumpfen Werbebotschaften
entsprechend erhöht, was natürlich zu
verstärkter Abstumpfung führt. Ein Negativresultat dieser Entwicklung wäre
eine sich verbreitende Lernunfähigkeit bei Informationen, die wirklich von
Bedeutung sind.
Allgemein bekannt ist, daß junge
Leute und Menschen mit niedrigem Schulabschluß deutlich mehr Zeit vor dem
Fernseher verbringen. Da sich diese Gruppen erwiesenermaßen auch leicher
von Werbung beeinflussen und manipulieren lassen, sind sie natürlich als
Zielgruppe für die Werbenden besonders interessant. Die Fernsehsender sind
entsprechend interessiert daran, diese Gruppen zu erreichen und passen das
Programm intellektuell nach unten an (Beispiele: Big Brother, Soaps,
Talkshows). Klartext: Die Blöden machen das Programm!
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| "N I C H T S I S T H E I
L I G" |
Was sich vermarkten lässt, wird
vermarktet |
Die Geldzuhälter nehmen sich das
Beste, was unsere Herzen und Köpfe hervorbringen, verwandeln es in
Konsumentenprodukte, versehen es mit Preisschildern und verkaufen es als
Ware an uns zurück. Es gibt kaum Grenzen der Vermarktungswut: Jede
Emotion, die sich zu einer Kaufentscheidung umpolen läßt, wird ausgenutzt.
Berühmte Sportler werden zu Vasallen der Werbung; die Begeisterung der
Menschen für die sportliche Leistung wird umgehend in den Konsum
kanalisiert. Wenn das Brandenburger Tor als Werbefläche mißbraucht wird
und gar vor Schulen nicht haltgemacht wird, um Geld in die Kassen zu
kriegen, dann sind alle Hemmungen perdu. In diesem Kapitalismus wird alles
zur Ware: die lebendige Arbeit, das Gewissen, die Würde, das gesamte
Leben.
Sogar das Protestverhalten von
Jugendlichen wird automatisch in den Mainstream aufgenommen und
vermarktet. Jede Gruppierung erhält ihre eigene Mode und ihre eigenen
Rollenaccessoires, welche natürlich sämtlichst als Markenprodukte erworben
werden müssen.
Diese Mainstreamisierung hat
gleichzeitig zur Folge, das der "subversive" Code geknackt wird und damit
auch jeder Werbe- und Graphikagentur zur Verfügung steht. Wenn man sich
heute in der Werbung umsieht, hat man eine Menge Korporationen, die sich
die diese Systemkritik a priori einverleibt haben. Die Kampagnen von
Benetton z.B. sind Medien- und Gesellschaftskritik im besten
Sinne, nur besteht der "Prank" vor allem darin, dass die Company diese
Perspektive selbst einnimmt und als Image vermarktet. Das ist der wirklich
subversiven Praxis natürlich abträglich und führt außerdem zu einem
Ironie-Rollback, der auf lange Sicht Kritik in jeglicher Form zur bloßen
Attitüde verkommen lässt.
Der Konsumismus ist nichts anderes,
als eine neue Form des Totalitarismus. In den Kaufbefehlen der Reklame
liegt ein versteckter Terror. Die Propaganda der Werbung zeigt den Leuten,
wo es langgeht und wer nicht mitmacht, kann kein vollwertiges Mitglied der
Gesellschaft sein... |
| "L E I S T U N G S G E S E L L S C H A
F T" |
Der Werbeteufel scheisst auf den Großen
Haufen |
Wenn Spitzensportler, Prominente oder
weitere bekannte Gesichter aus Funk und Fernsehen ihren Namen für
Werbespots hergeben, dann
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Wenn du
ein Commercial machst, bist du von der Liste der Künstler
gestrichen. Du bist nichts weiter als ein korporativer
Büchsenschieber, eine weitere Hure in der kapitalistischen
Massenvergewaltigung. Wenn du ein Commercial machst, ist ein
Kopfgeld auf dich ausgesetzt, alles was du von jetzt an sagst, ist
verdächtig.
Bill
Hicks, verstorbener US-Kabarettist |
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drängt sich der Verdacht auf, daß bei den
entsprechenden Gagen nicht mehr leistungsbezogen bezahlt wird. Schon die
reinen Gehälter bei Sportlern weisen ja einen erheblichen Werbeanteil auf,
da sich z.B. ein Fussballverein mit bekannten Gesichtern im Kader besser
vermarkten lässt.
Diese Umverteilung von Konsumenten zu
den Stars durch Idolbildung und -vermarktung der Werbung verstärkt die
sozialen Spannungen und reisst die Schere zwischen Arm und Reich weiter
auf. Bei den überbezahlten Werbeträgern macht sich massiv unvernünftiger,
unökonomischer Umgang mit zufließenden Mitteln breit. Während auf der
einen Seite Luxusgüter verstärkt nachgefragt werden, bleibt an anderer
Stelle weniger übrig, weil mit dem Kauf von Promi-beworbenen
Markenprodukten mehr Mittel verbraucht werden als nötig.
Sämtliche Auftritte bestimmter
Spitzensportler etc. werden zur Werbung, da die Identifikation des
Sportlers mit einem Produkt die Zeit der Werbeberieselung überdauert.
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| "P U S H I N G T H E P R
O G R E S S" |
Werbung treibt uns voran - nur
wohin? |
Mit der Steigerung des täglichen
Konsums mag sich vielleicht der Lebensstandard erhöhen, nicht aber die
Lebensqualität. Die Werbung trägt zu der Überzeugung bei, daß der Besitz
und Gebrauch eines Gegenstandes Glück bringe und zwar umso mehr, je mehr
er konsumiert wird. In Anbetracht begrenzter Ressourcen wäre es jedoch
sinnvoller, die Menschen zu Sparsamkeit und vernünftigem Umweltbewusstsein
zu animieren, statt ihnen einzutrichtern, sie bräuchten ein PS-starkes
Auto unter dem Hintern.
Werbung erzeugt Wünsche, die vorher
nicht da waren, daher entstehen eventuell überflüssige Produkte ohne
eigentlichen Nutzwert. Es besteht die zunehmende Notwendigkeit,
Nicht-Notwendiges zu produzieren und zu konsumieren. Erst die Werbung
verleiht vielen Produkten ihre Bedeutung. Ohne Werbung wären viele Waren
nicht gefragt.
Die Werbung bestreitet den
Verbrauchern die Fähigkeit, selbst zu wissen, was sie wollen. Fortschritte
werden nicht durch die Nachfrage, sondern durch die Reißbretter der
Marketingabteilungen stimuliert. Ob dieser "Fortschritt" wirklich
wohlstandssteigernd ist, bleibt offen. Die Produkt- und Werbedesigner
entscheiden, wohin die Reise geht - immer dorthin, wo mit Hilfe von
Werbung am meisten abgesetzt werden kann.
Der passive Mensch wird einzig noch
als Kaufrealität verstanden, die zwischen Waren wählen kann. Wir sagen:
Der Mensch muß in den Vordergrund rücken, nicht die Ware.
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| "G E N E R A T I O N
M" |
Manipulation wirkt besser als
Zwang |
Werbung und Reklame verfolgen den
Zweck Waren zu verkaufen. Täuschung und Manipulation dienen diesem Zweck.
Der Geschmack wird dermaßen gleichgeschaltet, daß die Leute auf
vorauskalkulierbare und gewinnbringende Weise möglichst viel konsumieren -
die Werbung ist ein Instrument zur Steuerung des privaten Verbrauchers.
Die Werbung rückt den Konsum in den Mittelpunkt des Lebens.
Gegen Manipulation muß schon aus
Gründen der Würde des Menschen Stellung bezogen werden. Durch Manipulation
wird erreicht, was freiwillig nicht gegeben wird. Täglich wird uns
weisgemacht, die Entscheidungsfreiheit im Bereich des gewöhnlichen Konsums
sei das höchste an persönlicher Autonomie: Dieses oder jenes Waschmittel,
diese Sorte Schokolade oder eine andere wählen oder auch einmal darauf
verzichten zu können, soll das Gefühl geben, frei zu sein.
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Wenn
irgendein gewöhnlicher Unternehmer heute einen Teich mit
Menschenblut füllen wollte, damit reiche Leute darin baden könnten,
so wäre das ohne despotische Mittel auszuführen; man müßte nur die
Armen durch Hunger zur Hergabe ihres Blutes zwingen, die Gelehrten
veranlassen, den Nutzen der Sache zu beweisen, und die Geistlichkeit
einladen, den Teich kirchlich zu weihen.
gefunden bei
sprachkritik.de |
Wir kaufen, weil wir glauben, all
diese Dinge besitzen zu müssen. Allerdings steht es jedem frei, sich den
allgemeinen Trends zu widersetzen. Die hypnotische Wirkung vermag sich
nicht gegen einen willentlichen Widerstand durchzusetzen. Und dennoch
gilt: Private Protesthaltungen sind politisch irrelevant. Lassen wir es
uns gefallen, Tag für Tag von allen Seiten die Werbeberieselung ertragen
zu müssen? Lassen wir es uns gefallen, daß Freunde, Kinder und Bekannte
auf eine sehr fragwürdige Weise beeinflusst und manipuliert werden?
Unsere Volksvertreter auf der
Regierungsbank mußten vor ihrem Amtsantritt darauf schwören, ihre Kraft
"dem Wohle des Volkes" zu widmen und "Schaden von ihm abzuwenden". Auch
eine dauernde Gehirnwäsche durch Werbung zählt zu den möglichen Schäden,
die es abzuwenden gilt. Realistischerweise wird es kaum möglich sein, den
destruktiven Kommerz vollkommen aus unserer Gesellschaft zu verdrängen. Wo
dies jedoch möglich ist und andere Finanzierungsmöglichkeiten bestehen,
sollten regulative Maßnahmen - im Dienste des Menschen - die Werbeflut
soweit wie möglich einschränken. |
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