Wachstum bis die Umwelt stirbt - Welche Rolle spielt das Geld?
Von Helmut Creutz
Wasser- und Bodenvergiftung - Ressourcenverbrauch und Müll-Lawinen - Zerstörung
der Ozonschicht - Wald- und Artensterben - Gefahr einer Klimakatastrophe ...
Diese und ähnliche Hiobsbotschaften gehören inzwischen zum täglichen Vokabular
der Medien und Politiker. Jeder weiß von den Gefahren, die mit diesen
Informationen verbunden sind - trotzdem läuft alles in der gleichen Richtung
weiter. Wir verhalten uns wie Reisende in einem Bus, die sehenden Auges auf
einen Abgrund zurollen ohne zum Bremsen aufzurufen. Manche fordern sogar
lautstark ein Beibehalten der Richtung und bejubeln die zunehmende
Geschwindigkeit, mit der das Fahrzeug weiter in die Katastrophe fährt. - Ist
solch ein Verhalten eigentlich erklärbar? Können wir nicht anders reagieren als
die Lemminge, die sich selbstvernichtend in die Tiefe stürzen? Oder zwingen auch
uns bestimmte Mechanismen zu einem solchen Fehlverhalten?
Was sind die Ursachen?
Daß alle eingangs angesprochenen Problementwicklungen mit unserem materiellen
Verbrauch zusammenhängen, liegt auf der Hand. Verständlich, daß dafür bestimmte
Versorgungsgrößen notwendig sind und bei Mangel auch Leistungssteigerungen. So
mußten wir beispielsweise nach dem Krieg in die Hände spucken, um das sinnlos
Zerstörte wieder aufzubauen. Aber bereits in den sechziger Jahren war unsere
Versorgung mit allen Gütern wieder ausreichend gesichert. Die meisten Menschen
waren mit dem erreichten Wohlstand zufrieden, der damals schon denjenigen der
Vorkriegszeit übertraf. Warum mußten wir trotzdem die Mengen an produzierten und
verbrauchten Gütern noch einmal auf mehr als das Doppelte steigern? Ja, warum
mußte sich 1967, als die Bürger aufgrund der Sättigungen konsummüder wurden, der
Staat in einem Gesetz verpflichten, seinerseits für weiteres Wirtschaftswachstum
zu sorgen? Waren diese staatlichen Wachstumsförderungen, die nur mit unseren
Steuergroschen finanziert werden konnten, eigentlich in unserem Sinn? Die in den
Sand gesetzten Milliarden für den Schnellen Brüter, den Hochtemperaturreaktor,
die WAA in Wackersdorf und anderswo? Oder die Milliardenausgaben für den im
Weltall kreisenden Raumfahrtmüll, für die immer teurer werdenden Rüstungsgüter
oder den umweltzerstörenden Rhein-Main-Donau-Kanal, den selbst ein
Bundesminister einmal als "das dümmste Bauwerk seit dem Turm von Babel"
bezeichnet hat? Und nehmen die negativen Folgen und Folgekosten jedes weiteren
Wirtschaftswachstums nicht schon längst rascher zu als dessen fragwürdige
Vorteile? Warum setzen alle Regierungen in den Industrienationen, ob rot oder
schwarz, ob gewählt oder nicht gewählt, trotzdem immer weiter auf Wachstum? Und
warum zittern unseren Politikern bereits die Knie, wenn jemand für eine
stabilisierte Wirtschaftsleistung plädiert, die man bewußt mit dem Begriff
"Nullwachstum" diffamiert?
Es muß für dieses irreale Verhalten irgendwelche Gründe geben! Denn jeder Mensch
weiß schließlich, daß es ihm bei gleichbleibender Leistung und gleichbleibendem
Einkommen nie schlecht oder gar schlechter gehen kann. Er kann bei
gleichbleibendem Einkommen sogar seinen materiellen Wohlstand weiterhin
vergrößern, jedes Jahr seinen Kleider-, Bücher- oder Geschirrschrank noch mehr
füllen, sofern noch etwas hineinpaßt. Oder er kann, wenn ihm das Erreichte
genügt, seine Arbeitszeit verkürzen, weniger produzieren und damit die Umwelt
entlasten. Doch warum geht das heute nicht? Warum malen uns die Politiker Armut,
Arbeitslosigkeit und die Zerstörung der Gesellschaft an die Wand, wenn wir
unsere Leistung nicht laufend steigern? Und wie kommt es trotzdem zu einer
Zunahme von Armut und Arbeitslosigkeit, wie die Wirklichkeit in aller Weit
beweist?
Das Wachstum in der Natur
In der Natur gibt es kein grenzenloses Wachstum. Alle gesunden
Wachstumsvorgänge, so rasch sie auch beginnen mögen, tendieren vielmehr zur
Verlangsamung und kommen bei einer bestimmten optimalen Grenze schließlich zum
Stillstand. 'Kein Baum wächst in den Himmel', sagt bereits das Sprichwort. Auch
das Wachstum des Menschen, so explosiv seine Entwicklung im Mutterleib und den
ersten Lebensjahren auch verläuft, hört mit 18 oder 20 Jahren auf.
Und das aus gutem Grund! Denn würde der Mensch über seine optimale Größe hinaus
ständig weiterwachsen, würde er an seiner eigenen Übergröße zugrundegehen.
Irgendwann käme er nicht mehr vom Boden hoch und seine Organe würden sich
gegenseitig zerquetschen.
Wir können daraus die Regel ableiten, daß es für jedes natürliche und gesunde
Wachstum immer eine optimale Grenze gibt. Nur krankhafte Wachstumsprozesse, wie
z. B. bei Tumoren, mißachten diese Regel und zerstören damit sich selbst und den
Organismus, in dem sie angesiedelt sind.
In der Darstellung 1 ist der Ablauf eines natürlichen Wachstums jenem
krankhaften, sich beschleunigenden gegenübergestellt. Auch die dritte
dargestellte Möglichkeit, eine gleichbleibende lineare Entwicklung, ist in einer
begrenzten Welt bereits unmöglich.
All das gilt auch für die Entwicklung der Menschheit, wenn sie sich auf die
bisherige Weise weiterhin vermehrt. Das gilt jedoch genauso, wenn sie - ohne
eigene Vermehrung - ihre materiellen Ansprüche ständig auszuweiten versucht.
Bedenkt man, daß sich in den letzten 150 Jahren die Weltbevölkerung verfünffacht
hat, die Industrieproduktion jedoch verfünfzigfacht, wird die Bedeutung unserer
ständigen Mehransprüche für die Selbstgefährdung unseres Lebens erkennbar.
Es gibt jedoch noch eine zweite Regel, die wir der Natur entnehmen können:
Organismen bleiben nur stabil, wenn sich alle ihre Teile mit ihrer Entwicklung
am Ganzen orientieren. Das heißt, bei einem Baum müssen die Wurzeln, der Stamm
und die Krone im Gleichschritt miteinander wachsen, wie die Darstellung 2
schematisch wiedergibt. Wächst dagegen eines der drei genannten Teile alleine
weiter, wie die Krone in der Darstellung, muß der Baum zugrundegehen. Beim
Menschen trifft das für die Körperteile wie die inneren Organe genauso zu. Würde
die Leber beispielsweise rascher wachsen als der gesamte Organismus oder nach
dem zwanzigsten Lebensjahr alleine weiterwachsen, wären Komplikationen, Krisen
und der schließliche Kollaps unvermeidlich.
Die Regeln des Wachstums
Die in der Natur geltenden Wachstumsregeln kann man wie folgt zusammenfassen:
- In einem begrenzten Raum kann es kein grenzenloses Wachstum geben.
- Für jedes gesunde und natürliche Wachstum gibt es eine optimale Obergrenze.
- Alle Teile eines Organismus müssen sich in ihrer Entfaltung am Ganzen
orientieren.
- Alle Entwicklungen, die diese naturgegebenen Gesetzmäßigkeiten mißachten, sind
zum Zusammenbruch verurteilt.
Diese vorgenannten Wachstumsregeln gelten nicht nur für biologische Organismen.
Sie gelten auch für wirtschaftliche Organismen und Entwicklungen. Eingebunden in
die Umwelt, können sie sich den natürlichen Gesetzen und Rückkopplungsprozessen
nicht entziehen.
Untersucht man daraufhin die wirtschaftlichen Entwicklungen, dann zeigt sich,
daß im Geschehen der Wirtschaft diese Regeln allesamt mißachtet werden: Man
handelt trotz aller Erkenntnisse so, als ob die Erde endlos ist. Auch die
Entwicklung unserer Produktionsmengen läßt keine nachlassende Tendenz erkennen,
keine optimale Grenze, an der sie Halt gemacht hat oder Halt machen würde.
Verletzt wird ebenfalls die Regel, nach der sich alle Teile eines Ganzen im
Gleichmaß entwickeln sollen. Bezogen auf die Ansprüche aller
Wirtschaftsteilnehmer heißt das zum Beispiel, daß diese nur im Gleichschritt mit
der Wirtschaftsleistung wachsen dürfen. Nimmt das Sozialprodukt beispielsweise
um drei Prozent zu, dann dürfen auch die Kapital-, Arbeits- und Staatseinnahmen
nur um drei Prozent zunehmen. Stagniert die Zunahme, muß jeder mit einem
gleichbleibenden Anteil zufrieden sein. Vergleicht man jedoch die Ansprüche des
Geldkapitals mit der Wirtschaftsleistung, dann wird eine gravierende
Auseinanderentwicklung sichtbar.
Das Wachstum in der Wirbchaft
Wie aus der Darstellung 3 ersichtlich, ist das reale (also inflationsbereinigte)
Bruttosozialprodukt in der Bundesrepublik von 1950 bis 1995 auf das 6fache
angestiegen, die Geldvermögen jedoch auf das 23fache.
Diese Auseinanderentwicklung zwischen dem realen und dem monetären Bereich,
stellt eine Verletzung der eingangs genannten zweiten Wachstumsregel dar, nach
der sich alle Teile eines Ganzen im Gleichschritt miteinander entwickeln müssen,
wenn der ganze Organismus stabil bleiben soll. Die Verletzung dieser Regel führt
nicht nur zu zunehmenden Spannungen innerhalb des wirtschaftlichen Gefüges,
sondern hat auch gravierende Folgen für den sozialen wie den ökologischen
Sektor.
Die sozialen Folgen der Überansprüche des Geldkapitals
Einen Kuchen kann man nur einmal essen. Wird der zur Verteilung anstehende
Kuchen größer, können alle Anteilsberechtigten auch ein größeres Stück bekommen.
Verlangt jedoch einer ein noch größeres Stück, bleibt den anderen weniger übrig.
Das gilt auch für den Leistungskuchen, den wir jedes Jahr unter uns verteilen
können: Beansprucht davon einer der Beteiligten jedes Jahr ein größeres Stück,
ohne Rücksicht darauf ob der Kuchen ausreichend oder überhaupt gewachsen ist,
wird der Kuchenrest, den die anderen unter sich verteilen können, entsprechend
kleiner.
Da der Staat weitgehend nur im nachhinein an der Verteilung beteiligt ist, wird
der Wirtschaftskuchen weitgehend zwischen Kapital und Arbeit aufgeteilt. Dabei
hat das Kapital immer den Erstanspruch, da es ohne dessen Zurverfügungstellung
in unserer Wirtschaftsform zu keinen Investitionen und Produktionen kommt.
Außerdem liegt der Prozentsatz dieses Erstanspruchs, also der Satz mit dem es zu
verzinsen ist, schon vorher fest. Und dieser festgelegte Prozentsatz muß beim
Geldkapital unausweichlich eingehalten werden, da es sonst zu seinem Rückzug aus
dem Wirtschaftsgeschehen kommt. Da aber seit Jahrzehnten die Geldvermögen bei
uns rascher zunehmen als die Wirtschaftsleistung, beansprucht das Geldkapital
von Jahr zu Jahr einen höheren Anteil von dem Leistungskuchen. So mußten 1995
mit jeder Mark Sozialprodukt fast fünfmal so viele Zinsen erwirtschaftet werden
wie Anfang der 50er Jahre. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Sozialprodukt
ausreichend, ungenügend oder gar nicht gewachsen ist.
Die Verzinsung der Geldvermögen bewirkt also eine laufende Verschiebung der
Einkommen von den Arbeitenden zu den Besitzenden. Wollen die Arbeitleistenden
nicht ärmer werden, müssen sie also versuchen, den Leistungskuchen jedes Jahr
größer zu backen, mindestens um den Anteil, den das Geldkapital für seine
Verzinsung mehr davon verlangt. Die dazu erforderlichen Leistungssteigerungen
sind aber immer weniger möglich. Nicht nur weil der Arbeitsleistung des Menschen
wie auch seinen Ansprüchen Grenzen gesetzt sind, sondern vor allem wegen der
Umweltfolgen.
Welche Größenordnungen haben die Umverteilungen?
In welchem Umfang die Zinsbelastungen und damit die Einkommensumverteilungen
zugenommen haben, geht aus der Darstellung 4 hervor. In ihr sind die
durchschnittlichen verfügbaren Einkommen je Erwerbstätigen bzw. je
bundesdeutschen Haushalt den jeweils zu bedienenden Schuldensäulen
gegenübergestellt, die im Gleichschritt mit den Geldvermögen wachsen bzw.
wachsen müssen. Denn wenn die Einkommensüberschüsse, die sich vor allem durch
die Zinserträge bei Minderheiten sammeln, nicht wieder über Kredite in den Geld-
und Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden, kommt es durch Geldmangel zu
einer deflationären Rezession.
Wie aus der Darstellung ersichtlich, mußte 1950 jeder Arbeitleistende rund 200
DM für die Zinsbedienung des Geldkapitals bzw. der Verschuldungen
erwirtschaften, 1970 waren es bereits 2.100 DM und 1990 11.800 DM. Inzwischen
(1995) sind diese geldbezogenen Zinslasten je Erwerbstätigen auf rund 17.000 DM
angestiegen. Davon entfällt rund ein Viertel auf die Verschuldung der
öffentlichen Haushalte, das Gros jedoch auf die Bedienung der Schulden in der
Wirtschaft. Im Verhältnis zu den ebenfalls gewachsenen verfügbaren Einkommen,
muß heute jeder Erwerbstätige viermal so lange für diese zu erwirtschaftenden
Zinsen arbeiten wie Anfang der 50er Jahre. Während damals dafür noch drei Wochen
reichten, benötigte er 1970 sieben und 1990 bereits elf Wochen. Inzwischen sind
rund 13 Wochen erforderlich, also ein Vierteljahr.
All diese Zinsleistungen sind überwiegend in den Preisen, Steuern und Gebühren
versteckt. Lediglich 6 Prozent wird von den Endverbrauchern für die selbst
aufgenommenen Konsumentenschulden direkt aufgebracht. Und da mit den gezahlten
Schuldenzinsen die Zinseinkünfte bei jenen steigen, die bereits zuviel Geld
hatten und es verleihen konnten, kommt es zu einer weiteren beschleunigten
Zunahme und Konzentration der Geldvermögen bei den bereits wohlhabenden
Minderheiten.
Aufgrund dieser überproportionalen Entwicklung der Geldvermögen und Schulden
fallen die Arbeitseinkommen gegenüber den Zinseinkommen zwangsläufig immer mehr
zurück. Schon vor Jahren hat der damalige Gewerkschaftsvorsitzende, Ernst Breit,
die Zunahme der "verschämten Armut" wie des "unverschämten Reichtums" beklagt,
wenn auch ohne Benennung der Ursachen. Auch der Sozialsenator der Stadt Hamburg,
Ortwin Runde, stellte im Jahr 1994 die Überzunahme der Sozialhilfeempfänger wie
der Millionäre in seiner Stadt fest. Wenn diese Diskrepanzzunahme zwischen Arm
und Reich nicht abzubremsen sei, so meinte er weiter, würden uns bald
"lateinamerikanische Verhältnisse" drohen.
Und die Folgen für die Umwelt?
Da mit dieser Scherenöffnung zwischen Vermögen und Leistung, Arm und Reich die
Spannungen zunehmen, ergibt sich für die Politik ein mehrfaches Dilemma:
Führt man die Geldvermögenszuwächse aus Zinsen in Höhe von fast einer Milliarde
DM täglich nicht über Kreditausweitungen wieder in die Wirtschaft zurück, kommt
es zu der bereits erwähnten deflationären Rezession. Weitet man jedoch die
Verschuldung in Wirtschaft und Gesellschaft jeden Tag in diesem Rahmen aus,
führt das zu einer immer größeren Überschuldung mit weiter steigenden
Einkommensumschichtungen und damit zum sozialen Kollaps. Versucht man dieser
Zwickmühle durch ein immer größeres Wirtschaftswachstum zu entkommen, droht uns
der ökologische Zusammenbruch. Da man jedoch den sozialen Kollaps mehr fürchtet
als jenen der Natur (die sterbenden Bäume haben bei den Wahlen keine Stimme!),
macht man vor den Folgen in der Umwelt die Augen zu und setzt auf weiteres
Wachstum.
Aus unserer Geldordnung resultiert also nicht nur ein Zwang zur Überschuldung,
sondern ebenso ein Zwang zu dauerndem Wirtschaftswachstum. Dieser Wachstumstrend
wird von den Politikern jedoch nicht nur unterstützt um die sozialen Spannungen
noch eine Weile erträglich zu halten, sondern auch um die laufend größer
werdenden Zinsbelastungen des Staates tragbarer zu machen. Der größte Zwang zum
Wachstum ergibt sich jedoch bei den Verschuldeten. Gleichgültig ob Privatmann,
Unternehmer oder Staat: Sie alle haben immer nur die Wahl entweder die Leistung
zu steigern oder den Gürtel enger zu schnallen, bis hin zum Offenbarungseid.
Doch da alle die zweite Alternative fürchten, versuchen sie den Wachstumsweg zu
gehen.
Die Ursache unserer vielschichtigen Probleme und Problemzunahmen ist also nicht
nachlassendes Wirtschaftswachstum (wie Politiker und Wirtschaftswissenschaftler
immer wieder behaupten!), sondern der Tatbestand, daß die Zinssätze - und damit
die Wachstumsraten der Geldvermögen und Schulden - nicht mit der
Wirtschaftsleistung absinken!
Wenn wir eine weitere Zunahme der Probleme verhindern wollen und eine
ökologische Kreislaufwirtschaft anstreben, kommen wir um eine Befassung mit
unserer Geldordnung nicht herum. Denn ohne eine Korrektur der darin enthaltenen
Fehlstrukturen können die zunehmenden sozialen Spannungen nicht überwunden
werden. Und ohne Überwindung der sozialen Spannungen besteht keine Hoffnung, den
Wachstumswahn zu überwinden, der uns heute täglich mehr in den ökologischen
Kollaps treibt. Das heißt: Nur bei einem Zins um Null ist eine wachstumsfreie
Wirtschaft ohne ökonomische und soziale Krisen möglich. Nur dann erhält die
Umwelt und wir selber eine Überlebenschance.
Der schweizerische Ökonom, Hans-Christoph Binswanger, ein
Wirtschaftswissenschaftler, der sich intensiver mit Umweltfragen befaßt, hat die
vorgenannten Notwendigkeiten bereits vor einigen Jahren auf den Punkt gebracht:
"99 Prozent der Menschen sehen das Geldproblem nicht. Die Wissenschaft sieht es
nicht, die Ökonomie sieht es nicht, sie erklärt es sogar als nicht existent.
Solange wir aber die Geldwirtschaft nicht als Problem erkennen, ist keine
wirkliche ökologische Wende möglich."
Jeder kann mithelfen, daß diese Erkenntnis Raum gewinnt!
--------------------------------------------------------------------------------
Literaturhinweise:
Werner Onken (Hrsg.): Perspektiven einer ökologischen Ökonomie, vier Aufsätze,
Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 1992
Helmut Creutz: Das Geldsyndrom - Wege zu einer krisenfreien Marktwirtschaft,
Ullstein-TaschenbuchVerlag, Frankfurt/M-Berlin 1994
Margrit Kennedy: Geld ohne Zins und Inflation, Goldmann-Taschenbuch, 1991
Die in diesem Aufsatz abgebildeten Darstellungen entstammen dem oben genannten
Buch von Helmut Creutz
--------------------------------------------------------------------------------
Dieser Text wurde ins Netz gebracht von: W. Roehrig. Weiterverbreitung
ausdrücklich erwünscht.