USA nach 1945
1945, Deutschland: Der US-Geheimdienst CIC baut aus
Spezialisten der SS und Nazi-Kollaborateuren eine Söldnerarmee von 35.000 Mann
für den Guerillaeinsatz gegen die Sowjetunion auf. Die CIC übernimmt die
Nazi-Spionageabteilung "Fremde Heere Ost" als "Organisation
Gehlen" und beginnt mit ihrer Hilfe eine zielgenaue Sabotage- und Destabilisierungsstrategie
in Osteuropa. Die "Organisation Gehlen" wird später als "BND
-Bundesnachrichtendienst" der offizieelle Geheimdienst der Bundesrepublik
Deutschland. Zu den zahlreichen SS- und Gestapo-Spezialisten, die vom
US-Geheimdienst übernommen und vor Verfolgung geschützt werden, gehört auch
Klaus Barbie, der von Lyon aus die Deportation der französischen Juden in die
deutschen Vernichtungslager organisiert hatte. 1951 wird Barbie von der CIA
unter dem Namen "Klaus Altmann" nach Bolivien gebracht, von wo aus er
im CIA-Auftrag Todeskommandos gegen linke Politiker und Gewerkschafter in ganz
Lateinamerika dirigiert.
1945/49, China: Im chinesischen Bürgerkrieg greifen die USA auf der
Seite Chiang Kai-sheks gegen die Kommunisten ein. Dazu setzen sie japanische
Soldaten ein, die sie nach der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg gefangen
genommen haben.
1945/53, Philippinen: Gegen die linksgerichteten Huks gehen US-Truppen
schon zu der Zeit vor, als die philippinischen Widerstandskämpfer noch gegen
die japanischen Invasoren kämpfen. Nach dem Krieg werden die Huks brutal
niedergeschlagen. Die USA setzen eine Reihe von Marionetten ein, schließlich
machen sie Ferdinand Marcos zum starken Mann.
1947/48, Italien: Die US-Geheimdienste rüsten die Mafia als Terrorgruppe
der Rechten gegen Kommunisten und Sozialisten auf. Zu diesem Zweck werden
Gangsterspezialisten aus den USA nach Italien gebracht.
1946/49, Griechenland: Zusammen mit britischen Truppen sorgen
US-Einheiten und US-Waffen im "griechischen Bürgerkrieg" für die
Niederlage der antifaschistischen Widerstandsbewegung, die in Kampf gegen die
deutsche Besatzung die Hauptlast getragen hatte. Die CIA baut die berüchtigte
interne Sicherheitspolizei KYP auf.
1950, USA: Der Nationale Sicherheitsrat (NSC) legt unter dem Aktenzeichen
NSC 68 eine neue Sicherheitsstrategie vor, wonach revolutionäre Veränderungen
in der Welt nicht auf binnengesellschaftliche Ursachen sondern auf den
"Sowjetimperialismus" zurückzuführen seien. Auf der Grundlage von
NSC 68 stationieren die USA über eine Million Soldaten auf 675 Militärbasen in
Übersee. Bis 1975 kommt es weltweit zu 2l5 militärischen Interventionen der
USA.
1950, Puerto Rico: US-Kommandotruppen schlagen eine Rebellion für die
nationale Unabhängigkeit nieder.
1950/53, Korea: Im Konflikt zwischen dem stalinistischen Nordkorea und
der Syngman-Rhee-Diktatur in Südkorea intervenieren die USA auf der Seite des Südens
und setzen dafür die Zustimmung im UN-Sicherheitsrat durch. Die US-Luftwaffe
zerstört fast 120.000 Einrichtungen in Nordkorea. Der Sprengstoffeinsatz der
USA entspricht fast der Hälfte aller von den USA im Zweiten Weltkrieg
verwendeten Bomben und Munition. In Südkorea kommen über 500.000, in Nordkorea
über zwei Millionen Menschen ums Leben.
1953. Iran: Die gewählte Regierung Mossadegh hat 1951 die
Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company beschlossen. Im August 1953 wird
sie in einer Volksabstimmung mit 99,4 Prozent der Stimmen bestätigt. Zwei
Wochen später führt das von der CIA ausgebildete und kontrollierte
Offizierskorps einen Putsch durch. Die zuvor englischen Ölfirmen werden von
einem US-Konsortium übernommen. Die USA holen den Schah ins Land zurück und
liquidieren die iranische Demokratie.
1954, Guatemala: Die CIA organisiert den Putsch gegen die rechtmäßige
Regierung Arbenz in Guatemala, die im Rahmen der Bodenreform die US-Firma United
Fruit Company verstaatlichen will. Unter der von der CIA ins Amt gehievten Militärdiktatur
werden 140.000 Indios umgebracht oder verschwinden spurlos.
1956, Ägypten: US-Regierung und CIA wollen die Herrschaft von Präsident
Nasser destabilisieren, der sich zu einem der Führer der blockfreien Länder
aufgeschwungen hat. Im Juli 1956 ziehen die USA ihre Anleihe für den
Assuan-Staudamm zurück, das zentrale Projekt zur Entwicklung der ägyptischen
Landwirtschaft. Daraufhin kündigt Nasser die Verstaatlichung des Suezkanals an,
um selbst über die Gebühren zu verfugen. England, Frankreich und Israel
greifen Ägypten in konzertierten Militäraktionen an. Im Gefolge der
"Suez-Krise" übernehmen die USA die Rolle der Nummer eins im Nahen
Osten, die bis dahin England gespielt hatte.
1958, Libanon: 14.000 US-Marines besetzen das Land.
1961, Kuba: Am 1.1.1959 hat sich die von Fidel Castro geführte
Revolution gegen den Diktator Batista endgültig durchgesetzt. Als die
Revolution ihr Versprechen wahrmachen und den Großgrundbesitz reduzieren will,
wird Kuba von den USA mit einem Embargo und vielfältigen Sabotageaktionen überzogen.
Im März 1960 wird der französische Frachter "Coubre" im ,Hafen von
Havanna von CIA-Agenten in die Luft gesprengt; 81 Menschen kommen ums Leben, über
300 werden verwundet. In Guatemala trainiert die CIA eine Söldnerarmee, die im
April 1961 die Invasion in der Schweinebucht im Osten Kubas unternimmt. Zwei
Tage zuvor haben US-Flieger die Abwehrstellungen der Kubaner bombardiert. Die
Transportschiffe von Söldnern und Waffen werden vom US-Großkapital, vor allem
von der United Fruit Company finanziert, die größter Grundbesitzer im
vorrevolutionären Kuba gewesen war. Als die Invasion scheitert, gehen die USA
zu einer scharfen Blockadepolitik über, die Kuba nach dem Wegfall der
sozialistischen Länder in akute Versorgungsnot bringt.
1961, Kongo/Zaire: CIA-Söldner ermorden den ersten nachkolonialen Präsidenten
Lumumba, der eine antiimperialistische Position bezogen hatte, die Söldnertruppen
übernehmen nach und nach die Macht; 1965 wird Mobutu Präsident von Gnaden der
USA, der ein Jahrzehnte währendes Schreckensregiment errichtet.
1962, Laos: Obwohl das Genfer Abkommen die Anwesenheit ausländischer
Truppen in Laos verbietet, baut die CIA im Auftrag der Kennedy-Regierung eine
geheime Armee, "US-Armee Clandestine", auf, die auch in Vietnam
eingreift. Ihr gehören 35.000 Angehörige der opiumanbauenden Bergstämme an.
Die Kosten der Armee werden zum Teil aus den Profiten des Drogengeschäfts
finanziert.
1963-1975, Vietnam: Im Genfer Indochina-Abkommen wird 1954 festgelegt,
dass sich die Truppen der Demokratischen Republik Vietnam zunächst auf den
Norden des Landes, die Truppen Frankreichs auf den Süden zurückziehen sollen.
Die Schlussbemerkung des Abkommens sieht die Vereinigung des Landes vor. Die USA
erkennen diese Schlusserklärung nicht an. In Südvietnam setzen sie ihnen
genehme Satrapen ein, 1963 eine offene Militärdiktatur. 1964 inszenieren sie
den "Zwischenfall in der Tonkinbucht" in der Nähe der
nordvietnamesischen Hauptstadt und bombardieren ab 1965 Nordvietnam. Insgesamt kämpfen
in Vietnam 2,6 Millionen US-Soldaten. Die Sprengkraft ihrer Bomben und Raketen
übertrifft die des Zweiten Weltkrieges um das Dreifache. Flächenbombardements
mit Napalm und Chemiewaffen hinterlassen weite Gebiete von verbrannter und
verseuchter Erde. In Vietnam kommen drei Millionen Menschen zu Tode, eine halbe
Million werden verkrüppelt. 900.000 Kinder bleiben als Waisen zurück.
1963-1990, Südafrika: Mit ihren Aufklärungssystemen unterstützt die
CIA die Jagd auf Gegner des Apartheidsystems. 120.000 Anhänger des ANC werden
getötet. Auch die Festnahme von Nelson Mandela wird von der CIA organisiert.
1964, Brasilien: Der 1961 gewählte Präsident Joao Goulart setzt
vorsichtige soziale Reformen in Gang. Als er Höchstgrenzen für den Abfluss von
Profiten ins Ausland erlässt und eine Tochter des US-Konzerns ITT
verstaatlicht, organisiert die CIA einen Putsch und verhilft einer Militärjunta
zur Macht.
1965, Dominikanische Republik: Der 1963 demokratisch gewählte Präsident
Juan Bosch wird wegen seiner sozialreformerischen Pläne vom Militär
weggeputscht. Als eine wachsende Volksbewegung seine Rückkehr fordert, schicken
die USA 23.000 Mann auf die Insel und schlagen den Aufstand nieder.
1965, Indonesien: Gegen den antiimperialistischen Kurs von Präsident
Sukarno bringt die CIA die von ihr kontrollierte Armee in Stellung. Als die
linke "Volksfront", die stärkste Stütze des Präsidenten, versucht,
die Armeeführung zu entmachten, kommt es zum lange geplanten
"Gegenschlag". Hunderttausende Anhänger Sukarnos werden ermordet. An
die Stelle Sukarnos tritt Suharto, ein bedingungsloser Gefolgsmann Washingtons.
1967, Griechenland: Wenige Wochen vor den Wahlen inszeniert die CIA den
"Obristen-Putsch" gegen die demokratische Regierung Papandreou. Allein
im ersten Monat danach kommen 8.000 Menschen zu Tode. Es beginnt eine siebenjährige
faschistische Herrschaft.
1967, Bolivien: Die CIA dirigiert den Kampf der bolivianischen Armee
gegen die aufständische Guerilla und auch die Festnahme der Gruppe von Che
Guevara, der ermordet wird.
1970-1973, Chile: 1970 erhält der Kandidat der "Unidad Populär",
Salvador Allende, bei den Präsidentschaftswahlen die Mehrheit. Als der Chef der
chilenischen Armee, Rene Schneider, sich dem Drängen der USA widersetzt, einen
Militärputsch durchzuführen, wird er von einem von der CIA organisierten
Kommando ermordet. Nach dreijährigen Sabotage- und Destabilisierungsaktivitäten
führt der Nachfolger Schneiders, General Pinochet, den CIA-Putsch durch. Präsident
Allende wird ermordet, das Fußballstadion in Santiago wird zum Gefangenenlager
für Zehntausende Anhänger des demokratischen Präsidenten. Tausende Aktivisten
linker Parteien und Gewerkschaften werden von Todeskommandos gejagt und
umgebracht. US-Außenminister Kissinger kommentiert das Vorgehen seiner
Regierung so: "Ich sehe nicht ein, dass wir zulassen sollten, dass ein Land
marxistisch wird, nur weil die Bevölkerung unzurechnungsfähig ist."
1972 ff., Honduras: Nach direkten Interventionen der USA und Militärputschen
1972, 1975 und 1978 oktroyieren die USA eine Verfassunggebende Versammlung, zu
deren Wahl Christdemokraten, Sozialisten und Kommunisten nicht zugelassen sind
(1980).
1974, Zypern: Zusammen mit der faschistischen griechischen Junta
organisieren die CIA und das US-Außenministerium einen Putsch gegen den
demokratisch gewählten Präsidenten des Inselstaates, Erzbischof Makarios. Der
Präsident kann dem Attentat entkommen. Als die Demokraten in Athen die
Obristenjunta verjagen, wechselt US-Außenminister Kissinger auf die Seite der Türkei,
die Zypern überfallen hat. Tausende werden getötet, 200.000 Menschen verlieren
ihre Heimat.
1975, Osttimor: Die USA weigern sich, die von der Befreiungsbewegung
Fretilin ausgerufene Republik (vorher eine Kolonie Portugals) anzuerkennen und
unterstützen die Invasion des Landes durch das indonesische Suharto-Regime, das
selbst wirtschaftlich und militärisch von den USA ausgehalten wird. In den
anschließenden Massakern werden 200.000 getötet.
1976, Argentinien: Unter Anleitung der CIA findet ein Militärputsch
gegen die zivile Regierung statt. Todesschwadronen im Auftrag des Videla-Regimes
terrorisieren das Land. Tausende werden ermordet oder verschwinden für immer.
Die CIA baut Buenos Aires zu ihrer Zentrale aus, von wo sie Mordkommandos gegen
missliebige Personen und Gruppen in ganz Lateinamerika entsendet.
1976/82, Angola: Die USA unterstützen mit Waffen und Spezialkommandos
die auch vom rassistischen Südafrika ausgerüsteten Rebellen gegen die
Regierung der nationalen Befreiung. Das Land versinkt in einem selbstzerstörerischen
Bürgerkrieg.
1980-1988, Iran/Irak: 1979 muss im Iran der US-Statthalter Shah Reza
Pahlewi dem Shiitenfuhrer Ayatolla Chomeini Platz machen. US-Präsident Carter
stellt daraufhin die nach ihm benannte Doktrin auf: "Ein Versuch einer
dritten Macht, Einflussnahme im Persischen Golf zu erreichen, wird als ein
Anschlag gegen lebenswichtige Interessen der Vereinigten Staaten gewertet und
wird mit allen notwendigen Mitteln, einschließlich militärischer Gewalt, zurückgeschlagen."
Die USA rüsten den Irak mit modernsten, auch chemischen Waffen zum Angriff auf
den Iran aus. Mit Beginn der Offensive 1980 wird der Irak auch mit Aufklärungsmaterial
von Satelliten und Awacs-Flugzeugen unterstützt. In dem achtjährigen Krieg
kommen Hunderttausende ums Leben,. 1984 schießen die USA zwei iranische
Kampfflugzeuge über dem Persischen Golf ab, 1987 holt das US-Kriegsschiff
"Vincennes" einen iranischen Airbus runter - 270 Zivilisten finden den
Tod. Durch die militärische Unterstützung der USA wird der Irak zur regionalen
militärischen Großmacht.
Gleichzeitig unterstützen die USA den Iran mit dem Ziel, dass die beiden Länder
sich gegenseitig matt setzen. Über Israel werden Waffen im Wert von 80
Milliarden Dollar an den Iran geliefert. Das Waffengeschäft mit dem Iran wird
am US-Kongress vorbei abgewickelt. Mit den iranischen Milliarden kann die
Reagan-Regierung in aller Welt "Contras", Söldnereinheiten gegen
missliebige Regierungen, unterhalten.
1980-1990, Afghanistan: Die CIA heuert aus allen arabischen Ländern
Aktivisten des islamischen Fundamentalismus an, um sie als "Heilige
Krieger" gegen die von den Sowjets gestützte Regierung in Afghanistan
einzusetzen. Zu den von der CIA ausgebildeten Terroristen gehört auch bin
Laden, dessen Organisation ,,Al-Qaida - Die Basis" unter der Ägide der CIA
entsteht. Zur Finanzierung der Guerilla organisiert die CIA zusammen mit dem
pakistanischen Geheimdienst den Drogenanbau in Pakistan und den
"befreiten" Gebieten Afghanistan. Der Drogenhandel in alle Welt wird
mit Hilfe der CIA-Logistik bewerkstelligt. Die "arabischen Afghanen"
der CIA finden nach der Niederlage der Sowjetunion in den USA ein neues Ziel
ihres "Heiligen Krieges".
1981/85, Nicaragua: Aus dem Waffengeschäft mit dem Iran finanziert d
US-Regierung den Aufbau und Unterhalt einer Söldnertruppe in Nicaragua, die
sich v allem aus Soldaten und Offizieren der Armee des früheren Diktators
Somoza zusammensetzt. Dieser Einsatz von mehreren tausend "Contras"
widerspricht einer ausdrücklichen Festlegung des US-Kongresses. Die US-Piloten
schaffen über Costa Rica, Honduras und Panama Waffen heran, auf dem Rückflug
mit die USA nehmen sie Drogen mit, die auf diese Weise in die USA gelangen.
Partner der CIA ist das Drogenkartell von Medellin. 1986 stellt der
Internationale Gerichtshof in Den Haag fest, dass die paramilitärischen
Aktionen der USA das Völkerrecht verletzt haben.
1981/92 ff., El Salvador: Die FMLN (Nationale Befreiungsfront Farabundo
Marti) wird zur bestimmenden Kraft gegen die von den USA eingesetzte Regierung.
Der CIA-Agent Roberto d'Aubuisson gründet die ARENA, deren Todesschwadronen
Tausende Regimegegner umbringen, darunter den Erzbischof Oscar Romero. Auch nach
dem Friedensschluss 1992 setzt die ARENA ihre Mordaktionen fort, was von den UN
mehrfach verurteilt wird.
1982, Falklands/Malvinas: Die USA unterstützen Großbritannien im
Feldzug zur Wiedererlangung der Inseln vor Argentinien mit Satellitenaufklärung
und anderen technologischen Einrichtungen. 750 argentinische und 250 britische
Soldaten kommen bei der Aktion ums Leben.
1982/84, Libanon: Unter Einsatz von Kriegsschiffen und -flugzeugen sowie
ihrer Marines an Land vertreiben die US-Truppen die PLO und installieren die
Phalangisten als dominierende Macht. Das Marinekorps in Beirut wird angegriffen,
woraufhin die US-Navy das Land von See aus unter Beschuss nimmt.
1983, Grenada: Die USA überfallen das kleine mittelamerikanische Land,
liquidieren die linke Regierung und setzen ein ihnen genehmes Regime ein. Über
vierhundert Grenadanier und 84 Kubaner, vor allem Bauarbeiter, werden
umgebracht.
1984/86, USA-Libyen: In seiner Nationalen Sicherheitsdirektive Nr. 138
erklärt Präsident Reagan 1984 den Kampf gegen staatlich geförderten
Terrorismus zum vorrangigen Ziel. Zwei Jahre später wird Libyen zum ersten
Testfall der neuen Doktrin. Die Bombardierungen fordern mindestens 40 zivile
Opfer, darunter die Tochter von Staatschef Ghaddafi.
1986, Haiti: Nachdem der US-Vasall "Baby Doc" Duvalier nicht
mehr zu halten ist, installieren die USA eine Militärjunta.
1986, Bolivien: US-Armeeeinheiten kontrollieren weite Teile des Landes,
angeblich um den Kokainanbau und -handel zu bekämpfen.
1989/90, Panama: Ein Bombardement zerstört Teile von Panama City. 27.000
US-Soldaten übernehmen die Kontrolle und verhaften die Regierung Noriega. Über
2.000 Menschen sterben, 15.000 werden obdachlos. Angeblich geht es um die
Verhaftung Noriegas, dem Drogenhandel vorgeworfen wird. Ein Verbrechen, das der
Expräsident jahrelang mit Wissen und zum großen Teil im Auftrag der CIA
begangen hat. Die Invasion findet zwei Monate vor den Wahlen in Nicaragua statt,
bei denen die Sandinisten mit guten Aussichten antreten.
1991, Haiti: Die CIA veranlasst einen Militärputsch gegen den ersten
demokratisch gewählten Präsidenten, Jean-Bertrand Aristide. Die neue Militärjunta
stürzt das Land in eine dreijährige Periode schlimmster
Menschenrechtsverletzungen.
1991 ff., Irak: Nach dem Überfall des Irak auf Kuwait bombardieren die
USA mit einigen Verbündeten den Irak und besetzen weite Teile des Landes. In
den ersten Angriffen kommen 200.000 Menschen ums Leben. Die weiteren
Bombardierungen und das bis heute andauernde Embargo haben zum Tod von möglicherweise
zwei Millionen Menschen geführt.
1992/94, Somalia: US-Truppen, See- und Luftstreitkräfte stellen sich im
Rahmen einer UN-Mission auf die Seite der ihnen genehmen Fraktion im Bürgerkrieg.
Der Einsatz endet in einem Fiasko.
1993/95, Bosnien: Im Rahmen von Nato-Aktionen bombardieren Kampfflugzeuge
serbische Stellungen und sorgen für die Lufthoheit der bosnischen
Sezessionisten.
1995, Kroatien: US-Kampfflugzeuge bombardieren zwecks Vorbereitung einer
kroatischen Offensive serbische Flugplätze.
1998, Afghanistan: Angriff mit Cruisemissiles auf frühere
CIA-Ausbildungslager in Afghanistan, wo Einheiten von bin Laden vermutet werden,
den die USA für Anschläge auf US-Botschaften verantwortlich machen.
1998, Sudan: Raketenangriff auf eine pharmazeutische Fabrik, die
angeblich Nervengas für Terroristen herstellt. Die USA erklären später, dass
es sich um einen Irrtum gehandelt habe.
1999, Jugoslawien: Angeführt von den USA bombardiert die Nato
Jugoslawien. Die 78 Tage währenden Bombardierungen, die dem Völkerrecht und
selbst dem Nato-Vertrag zuwiderlaufen, nennt die Nato eine "humanitäre
Aktion", weil es darum gehe, die Menschenrechtsverletzungen des
Milosevic-Regimes zu stoppen. Die Nato setzt Uranmunition und Splitterbomben
ein. 2.000-4.000 Menschen werden getötet, bis zu 6.000 verletzt, durch die
Bombardierung von Chemiefabriken, Erdgasanlagen und Erdölraffinerien werden
weite Gebiete verseucht. Das Kosovo wird von Jugoslawien abgespalten und de
facto zum Nato-Protektorat.
2002, Afghanistan: Die USA bombardieren auf der Jagt nach Bin Laden das
ganze Land und stürzen die Taliban Regierung die es gewagt hat sich der
Amerikanischen Forderung nach der Auslieferung der El Kaida Mitglieder zu
wiedersetzen und platzieren eine Regierung die ihren späteren Interessen
wohlgesonnen ist.
2003,Irak: Im so genannten Dritten
Golfkrieg (20. März 2003) marschierten Truppen der USA und verbündeter Staaten
in den Irak ein, schlugen die irakische Armee und besetzten das Land
vollständig. Die USA begründeten dies damit, dass der Irak durch Entwicklung und
Besitz von Massenvernichtungswaffen gegen die über ihn verhängten
UN-Resolutionen verstieße, und dass Saddam Hussein terroristische Organisationen
wie al-Qaida unterstützen würde. Beides konnte jedoch bis heute nicht bestätigt
werden. Auf Saddam Hussein und eine Reihe von führenden Angehörigen der
Regierung wurde ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt.